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Frist gewahrt - ganz ohne Ärger So klappt's doch noch mit der Steuererklärung

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Wie schnell sind Sie auf 30 Metern? Und vor allem: Haben Sie Ihre Steuererklärung auch dabei?

(Foto: imago stock&people)

Eben noch durften wir uns über eine Fristverlängerung für die Abgabe der Steuererklärung freuen, da ist die Zeit schon wieder fast um. Höchste Zeit also, die nötigen Angaben noch in den Rechner zu hämmern, um Verlängerung zu bitten oder einen Extra-Tipp zu beherzigen. Ansonsten wird es teuer. Das sollten Sie wissen.

Neues Abgabedatum, altes Leid. Zwar ist nicht jeder zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Aber immerhin muss die Steuererklärung für 2020 in diesem Jahr erst später beim Finanzamt sein. Nämlich ausnahmsweise bis zum 31. Oktober 2021. Da dies aber ein Sonntag ist, muss die Erklärung dann doch erst am 1. November dieses Jahres dem Finanzamt vorliegen.

Gilt die neue Frist 1. November für jeden?

Nein, eine längere Frist gilt, wenn ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein hilft. War der letzte Termin bisher noch Ende Februar 2022, endet die Frist diesmal dann erst am 31. Mai 2022.

Kann die Frist auch noch nach hinten geschoben werden?

Ja, durch eine Fristverlängerung. Allerdings muss diese entgegen der Vergangenheit gut begründet werden - telefo­nisch, schriftlich oder direkt über Elster. Bei der Bitte um Verlängerung sollte ein realistisches Datum angegeben sein, zu dem die Erklärung vorliegen wird, beispielsweise einen Monat später. Der Antrag sollte möglichst vor Ablauf der Frist, also vor dem 1. November erfolgen.

Gründe hierfür können beispielsweise Krankheit, fehlende Steuerbelege, Umzug oder Arbeitsüberlastung sein.

Gibt es einen Extra-Tipp, wie die Erklärung noch auf die Schnelle zu schaffen ist?

Ja. Wer spät dran ist, sollte nur die wichtigsten Unterlagen und Formulare (Mantelbogen, jeweiliger Vordruck über Einkünfte, gegebenenfalls Anlage Kind) beim Finanzamt abgeben. Nach Erhalt des Steuerbescheides können fehlende Nachweise und Formulare innerhalb der einmonatigen Einspruchsfrist nachgereicht werden.

Besonders Eilige können sich beim Finanzministerium unter formulare-bfinv.de die Formulare herunter­laden und entweder am PC oder ausgedruckt ausfüllen. Ein unterschriebener Ausdruck der Erklärung kann dann - je nach verbleibender Zeit - per Post oder auch persönlich beim Finanzamt abgegeben werden.

Nur noch fünf Minuten bis zum Verstreichen der Abgabefrist?

Jetzt hilft nur noch Faxen. Laut einem Urteil des Bundesfinanzhofes ist auch dieser Weg der Zustellung möglich (Az.: VI R 82/13). Allerdings müssen bis 24 Uhr alle Seiten übermittelt werden - ansonsten kann das Amt die Steuererklärung als verspätet werten.

Welche Strafen werden fällig, wenn die Abgabefrist nicht eingehalten wird?

Für jeden angefangenen Monat, den die Steuererklärung zu spät ist, fallen 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer als Verspätungszuschlag an. 25 Euro sind aber mindestens fällig. Derart kann sich der Zuschlag auf bis zu 25.000 Euro summieren. Dabei wird die Strafzahlung automatisch festgesetzt, wenn die Erklärung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des jeweiligen Steuerjahres eingereicht ist. Notorischen Zuspätkommern drohen zusätzlich Zwangsgelder und Zinsen.

Wie lange haben jene Zeit, die nicht in der Pflicht sind, eine Erklärung abzugeben?

Wer freiwillig seine Steuererklärung abgibt, muss diese für das Jahr 2018 bis spätestens zum 31. Dezember 2022 dem Finanzamt zukommen lassen.

Wer muss überhaupt eine Steuererklärung abgeben?

  • Alle Arbeitnehmer, die mindestens zwei verschiedene Tätigkeiten ausüben und Steuerklasse 6 haben.
  • Ehepaare, die über die Steuerklasse 3 beziehungsweise 5 ihr Geld verdienen.
  • Alle, die mehr als 410 Euro im Jahr zusätzlich zu ihrem Haupteinkommen haben. Dies können zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Renten sein.
  • Wer vom Finanzamt einen Freibetrag bewilligt bekommen hat.
  • Wer im Vorjahr in Kurzarbeit beschäftigt war.
  • Wer Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Eltern-, Kranken- oder Mutterschaftsgeld erhalten hat.
  • Eheleute, die sich 2020 scheiden ließen, zuvor aber gemeinsam veranlagt waren, sind zur Abgabe verpflichtet. Gleiches gilt bei geschiedenen oder getrennt lebenden Eheleuten, bei denen ein Teil unterhaltspflichtig ist.
  • Rentner, wenn das Einkommen den Grundfreibetrag von 9408 Euro (Ledige) beziehungsweise 18.816 Euro (Verheiratete) übersteigt.

Wer muss keine Steuererklärung abgeben?

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Personen, die über kein Einkommen verfügen oder deren Einkommen lediglich aus einem Beschäftigungsverhältnis resultiert und keine weiteren Einkünfte bestehen.

Für welche Steuern müssen Erklärungen abgegeben werden?

  • Zur Einkommensteuer - einschließlich der Erklärungen zur gesonderten sowie einheitlichen Feststellung von Grundlagen für die Einkommensbesteuerung sowie zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags,
  • zur Körperschaftsteuer - einschließlich der Erklärungen zu gesonderten Feststellungen von Besteuerungsgrundlagen, die in Zusammenhang mit der Körperschaftsteuerveranlagung durchzuführen sind, sowie für die Zerlegung der Körperschaftsteuer,
  • zur Gewerbesteuer - einschließlich der Erklärungen zur gesonderten Feststellung des vortragsfähigen Gewerbeverlustes und zur gesonderten Feststellung des Zuwendungsvortrags sowie für die Zerlegung des Steuermessbetrags,
  • zur Umsatzsteuer sowie
  • zur gesonderten oder zur gesonderten und einheitlichen Feststellung nach Paragraf 18 des Außensteuergesetzes

Quelle: ntv.de, awi

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