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Die Mindestmietdauer ist eine Sonderregelung in einem Mietvertrag.
Die Mindestmietdauer ist eine Sonderregelung in einem Mietvertrag.(Foto: DB Dieter Assmann/dpa)
Dienstag, 30. Oktober 2018

Sonderregelung im Kontrakt: Wann geht Mindestmietdauer in Ordnung?

Vor dem Anmieten einer Wohnung sollte man den Mietvertrag genau studieren. Manchmal ist darin von einer Mindestmietdauer die Rede. Doch allzu lang darf der Zeitraum vom Vermieter nicht festgelegt werden, sonst ist die Klausel unwirksam.

Manche Mietverträge habe eine gewisse Mindestdauer. Das bedeutet: Mieter und Vermieter können sie nicht vorher kündigen. Dieser gegenseitige Kündigungsausschluss darf aber maximal für vier Jahre gelten. Das erklärt der Deutsche Mieterbund.

Bei längeren Zeitspannen sei die Klausel von Anfang an unwirksam. Außerdem zu beachten: Die Frist wird nach Angaben der Experten ab Vertragsabschluss und nicht ab dem Einzugsdatum gerechnet. Zum Ende des vierten Jahres muss die Kündigung spätestens möglich sein. Besagt die Klausel, dass man "frühestens nach vier Jahren" kündigen könne, sei sie ebenfalls unwirksam, erklärt der Mieterbund. In diesen Fällen gilt der Mietvertrag als unbefristet. Grundsätzlich gelten dann bei den Kündigungsfristen für Mieter und Vermieter unterschiedliche Regelungen. Mieter können einen unbefristeten Mietvertrag immer mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen. Auf die Wohndauer kommt es nicht an.

Sonderregelung im Mietvertrag

Für Vermieter dagegen gelten gestaffelte Kündigungsfristen. Bis zu einer Mietdauer von fünf Jahren können auch Vermieter, wenn sie einen Kündigungsgrund haben, mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Dauert das Mietverhältnis länger als fünf Jahre, beträgt ihre Kündigungsfrist sechs Monate. Wohnt der Mieter schon länger als acht Jahre in der Wohnung, gilt eine Kündigungsfrist von neun Monaten.

In alten, bis Herbst 2001 abgeschlossenen Mietverträgen steht oft, dass nach zehn Jahren Mietzeit eine zwölfmonatige Kündigungsfrist durch den Vermieter einzuhalten ist. Diese Regelung ist auch heute noch wirksam. Der Vermieter muss sich an diese vertragliche Regelung halten, er kann dann nur mit einer Frist von zwölf Monaten kündigen. Mieter dagegen können auch bei derartigen Alt-Mietverträgen immer mit einer Frist von drei Monaten kündigen.

Die Mindestmietdauer ist eine Sonderregelung in einem Mietvertrag. Sie schließt sowohl das Kündigungsrecht des Mieters und auch des Vermieters für den genannten Zeitraum aus. Das bedeutet, dass der Mieter während dieser Zeit nicht kündigen kann und die Miete weiterzahlen muss, selbst wenn er ausgezogen ist. Eine solche Mindestmietdauer muss vertraglich ausdrücklich angeordnet werden.

Eine andere Form der Befristung haben Zeitmietverträge. Bei diesen ist eine bestimmte Vertragslaufzeit vereinbart. Solch einen Vertrag könne ein Mieter oder Vermieter ebenfalls nicht vorzeitig kündigen.

Quelle: n-tv.de