Ratgeber

Bearbeitung der Steuererklärung Welches Finanzamt ist am schnellsten?

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Trotz gleicher Computerprogramme der Finanzämter gibt es bei der Bearbeitungszeit der Steuererklärung große Unterschiede.

(Foto: imago stock&people)

Während Steuerzahlern starre Fristen für die Abgabe ihrer Erklärung gesetzt sind, dürfen sich die Finanzämter bei der Bearbeitung Zeit lassen. Tatsächlich gibt es große Unterschiede unter den Behörden der Bundesländer. Wo geht es am zügigsten? Der Sieger überrascht.

Wer freiwillig eine Steuererklärung abgibt, hat dafür bis zu vier Jahre Zeit. Steuerzahler, die verpflichtet sind, beim Finanzamt eine Erklärung über ihre erzielten Einkünfte aus dem vergangenen Jahr einzureichen, müssen diese für 2017 noch bis zum 31. Mai 2018 einreichen - ab dem Folgejahr haben sie dann zwei Monate mehr Zeit. Sofern die entsprechenden Steuererklärungen durch Personen, Gesellschaften, Verbände, Vereinigungen, Behörden oder Körperschaften angefertigt werden, ist bis Jahresende Zeit.

Doch egal, welche Frist individuell zutreffend ist, viele Bürger ärgern sich, dass die Bearbeitung der Erklärung durch das Finanzamt viel zu lange dauert. Einer Ansicht, welcher sich der Bund der Steuerzahler (BdSt) anschließt und deshalb bei der Finanzverwaltung nachgefragt hat, wo die Bearbeitungszeit von Einkommensteuererklärungen am kürzesten ist und wo gefühlt gebummelt wird.

Das Ergebnis: Die Berliner Ämter verschicken am schnellsten die fälligen Einkommensteuerbescheide. Hier erhielten Arbeitnehmer ihren Bescheid im Durchschnitt in 35 Tagen. Auch das Saarland und das drittplatzierte Rheinland-Pfalz erledigten die Steuererklärungen für Arbeitnehmer unter 40 Tagen. Bürger in Nordrhein-Westfalen warten hingegen mitunter sechs Monate auf ihren Steuerbescheid, trotz gleicher Computerprogramme der Finanzämter. 

"Es ist nicht akzeptabel, dass Bürger unnötig lange auf ihre Steuerbescheide warten müssen. Denn viele erwarten eine Steuererstattung für die von ihnen bezahlten Steuern", betont denn auch BdSt-Präsident Reiner Holznagel und fordert: "Es darf nicht vom Wohnort abhängen, wann die Bürger ihren Steuerbescheid erhalten." Außerdem fordert er, dass auch die Steuerzahler flächendeckend von der Digitalisierung im Finanzamt in Form kürzerer Bearbeitungszeiten profitieren. Denn die Behörden verlangten auch von vielen Bürgern bereits eine elektronische Steuererklärung.  

Bis es so weit ist, können sich Steuerzahler vielleicht damit trösten, dass mit der Trödelei mitunter etwas Geld zu verdienen ist

Quelle: ntv.de, awi