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Wie bitte? Wenn das Hörgerät 1000 Euro kostet

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Kaum zu sehen und bei richtiger Einstellung ein Gewinn an Lebensqualität - das Hörgerät.

(Foto: imago/Westend61)

Mit zunehmendem Alter nimmt oft die Schwerhörigkeit zu. Abhilfe soll dann ein Hörgerät schaffen. Doch viele sind unzufrieden mit der Leistung ihrer Hörhilfen. Dann ist nachjustieren angesagt. Dabei enttäuscht der Service großer Anbieter. Mit einer löblichen Ausnahme, wie Warentest berichtet.

Laut der Europäischen Union der Hörakustiker (EUHA) tragen in Deutschland weit mehr als drei Millionen Menschen Hörhilfen. Tendenz steigend. Denn durch die Alterung der Bevölkerung wird sich Anzahl der Menschen, die zukünftig auf Hörgeräte angewiesen ist, weiter erhöhen. Und so arbeiten hierzulande den Angaben des Verbandes zufolge 15.000 Hörakustiker in 6000 Meisterbetrieben. Darunter befinden sich auch viele Filialen von großen Anbietern.

Wobei die Anfangs gewählte Formulierung "Hörgeräte tragen" nicht immer die richtige ist. Denn oft liegt das Gerät ungenutzt in der Schublade. Was selten an den Fähigkeiten der Hörhilfe selbst liegt, sondern oftmals an einer schlechten Einstellung derselben. Wird das Hörgerät hingegen vom Hörakustiker akkurat an die Bedürfnisse des Trägers angepasst, hilft es, bereits verloren geglaubte Lebensqualität zurückzugewinnen.

10 statt 1000 Euro fürs Hörgerät

Womit wir bei der nächsten Einschränkung wären. Denn laut einer Umfrage der Stiftung Warentest, an der sich rund 1750 Betroffene oder deren Angehörige beteiligt haben, lassen viele Hörakustiker bei der richtigen Einstellung und Betreuung von Mensch und Gerät an der nötigen Sorgfalt vermissen. Fast jeder dritte Träger von Hörgeräten ist demnach mit der Leistung seines Hörgerätes unzufrieden.   

Vor allem der Service großer Anbieter wie Amplifon, Geers und Kind enttäuscht. Fielmann hingegen konnte in der Umfrage mit den meisten zufriedenen Kunden überzeugen.  

Auch beim Preis, den die Befragten aus eigener Tasche für ihre Hörgeräte bezahlten, zeigen sich deutliche Unterschiede. Während bei Geers im Mittel 1000 Euro pro Gerät fällig wurden, bei  Amplifon 970 Euro und bei Kind 475 Euro, waren es bei Fielmann ­lediglich 10 Euro. Im Mittel waren es über alle Anbieter 850 Euro. Und dies, obwohl die gesetzlichen Krankenkassen Fest­beträge über­nehmen und Hörakustiker Kassenpatienten mindestens ein zuzahlungs­freies Gerät zur Probe anbieten müssen.

Quelle: n-tv.de, awi

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