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600 Euro futsch? Wenn der Automat kein Geld ausspuckt

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Beim Geldabheben ist die Bank in der Beweispflicht.

(Foto: imago/photothek)

Nicht immer arbeiten Geldautomaten fehlerfrei. Ärgerlich kann es vor allem werden, wenn kein Geld ausgezahlt, das Konto aber trotzdem belastet wird. Nach Ansicht von Gerichten müssen Banken im Zweifel nachweisen, dass alles korrekt gelaufen ist.

Geldinstitute müssen im Zweifel beweisen können, dass ein von ihnen aufgestellter Geldautomat ordnungsgemäß funktioniert hat. Das befand das Amtsgericht (AG) Aachen in einem Urteil.

Nach Ansicht des Gerichts ist es Aufgabe der Banken zu belegen, dass dem Kunden der von ihm begehrte Bargeldbetrag auch tatsächlich zur Verfügung gestellt wurde (Az.: 105 C 278/15). Für Fälle einer behaupteten Fehlfunktion des Geldautomaten gebe es für Banken keine Beweiserleichterung.

Im dem vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mitgeteilten Fall hatte ein Bankkunde behauptet, er habe zunächst 800 Euro an dem Geldautomaten abheben wollen. Allerdings reichte sein Kontoguthaben nicht aus. Der Automat zeigte ihm einen Verfügungsrahmen von 600 Euro an. Daraufhin brach der Kunde nach eigenen Angaben den Auszahlungsvorgang ab. Dennoch wurde sein Konto mit den 600 Euro belastet. Wogegen sich der Mann zunächst erfolglos mit einer Beschwerde und später mit einer Klage wehrte.

Das Amtsgericht verurteilte die Bank, den Betrag zurückzuerstatten. Zwar habe ein Sachverständiger im Prozess ausgesagt, dass der Geldautomat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit korrekt gearbeitet habe. Dies sei aber nicht ausreichend. Erforderlich sei vielmehr ein "für das praktische Leben brauchbarer Grad an Gewissheit, der Zweifeln Schweigen gebietet". Und diesen Grad an Gewissheit konnte das Gericht hier nicht erlangen.

Ein Grund: Basis der Begutachtung bildeten alleine die von der Bank vorgelegten Geräte- und Serverprotokolle. Das lokale Geldautomatenprotokoll wurde auch nach mehrfacher Aufforderung durch den Sachverständigen nicht zur Verfügung gestellt. Da dies aber wichtige Zusatzinformationen enthalte, sei der Nachweis eines technisch fehlerfreien Auszahlungsvorganges nicht erbracht.

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Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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