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Wundertüte Vierbeiner Wenn der Hund zubeißt

Wird ein Kind von einem Hund angegriffen und gebissen, sollten es von einem Arzt untersucht werden.jpg

dpa-tmn

Nicht immer wird ein großes Herz belohnt. Da nimmt ein Mann einen Hund aus dem Tierheim zu sich, um dann von dem Tier unvermittelt angefallen zu werden. Ob das Tierasyl für den Ausraster Schadenersatz zahlen muss, hat ein Gericht zu entscheiden.

Rund 500 Tierheime gibt es in Deutschland. Dort fristen auch viele Hunde ihr Dasein. So auch ein Hund der Rasse "Australian Kelpie Mix" mit dem Namen Kinsch. Aber da Tierliebe hierzulande weit verbreitet ist, findet auch Kinsch einen neuen Besitzer.

Doch dieser, ein ehemaliger Hundeführer, muss sein großes Herz schmerzhaft bezahlen. Denn eines Tages, während er und seine Familie gemütlich auf dem Sofa sitzen und der Hund zunächst auf dem Boden schläft, erwacht das Tier plötzlich und fällt sein Herrchen an. In dem Kampf mit dem Hund kann der Mann glücklicherweise Halsverletzungen verhindern, wird aber mehrmals in die Hände und Arme gebissen. Mit Hilfe der Feuerwehr und der Hundestaffel der Polizei kann Kinsch schließlich eingefangen und zurück ins Tierheim gebracht werden.    

Es dauert mehrere Monate, bis die Bisswunden verheilen. Der ehemalige Hundebesitzer fordert deshalb vom Tierheim ein Schmerzensgeld in Höhe von 4500 Euro. Nach seiner Ansicht hätte das Tierheim ihn nicht genügend darüber aufgeklärt, dass der Hund so gefährlich sei und ohne jeden Anlass angreifen würde. Das Tierheim weigerte sich, zu zahlen - mit der Begründung, dass die Mitarbeiter der Einrichtung den Mann deutlich darauf hingewiesen hätten, dass der Hund aggressiv sei, vor allem beim Füttern oder gegenüber Kleinkindern. Deswegen hatten ihn die Vorbesitzer auch im Tierheim abgegeben. Der Familienvater habe hingegen immer wieder betont, dass er sich als ehemaliger Hundeführer gut mit Hunden auskenne.

Schließlich landete der Streit vor Gericht. Dort sah man allerdings keine Schuld für die Attacke beim Tierheim. Vielmehr befand das Gericht nach der Vernehmung der Ehefrau des Opfers sowie der Vernehmung des Mitarbeiters des Tierasyls, dass der Mann ausreichend über die Angriffslust des Hundes aufgeklärt wurde. Insbesondere hätten letztere auch nicht vorhersehen können, dass Kinsch auch ohne Anlass Menschen anfällt. 

Quelle: n-tv.de, awi

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