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Kein rettender Anti-Corona-Piks? Wenn der Impfpass nicht gefunden wird

Das Impftempo in Deutschland hat Fahrt aufgenommen. Vielerorts krempelt bereits die nächste Gruppe an Berechtigten die Ärmel hoch. Doch so mancher stellt nun erschreckt fest, dass er seinen Impfausweis verkramt hat. Gibt es den Schutz gegen Covid-19 auch ohne das Dokument?

Mist. Monatelang wurde gebangt, geflucht, erduldet und geschimpft. Und nun, wo es hierzulande mehr Impfstoff gibt und man endlich zum Kreis der Berechtigten gehört, ist der Impfpass unauffindbar. Doch bevor jetzt zu all dem Frust und der Angst, welche die Corona-Pandemie ohnehin schon mit sich gebracht hat, auch noch eine bedrohliche Belastung des Herz-Kreislaufsystems wegen der Unauffindbarkeit des Dokuments dazukommt, gleich mal Entwarnung. Denn die Impfung gegen Covid-19 ist auch ohne den Impfpass zu haben.

Und dies, obwohl eigentlich vorgesehen ist, dass - steht der ersehnte Termin für den Piks endlich an - Berechtigte den Impfausweis, einen ausgefüllten Anamnesebogen und eine unterschriebene Einverständniserklärung beim Impfzentrum oder in der Arztpraxis vorlegen. Zusätzlich zum Personal- oder Reisepass und je nach Bundesland und Priorisierung auch noch ein persönliches Einladungsschreiben.

Nachtragen und nachimpfen lassen

Bei einer Covid-19-Impfung erhalten Patienten momentan auch immer eine Impfbescheinigung auf einem DIN-A4-Blatt. Hierauf wird dann die erste und zweite Impfung bestätigt. Ist der Impfpass zur Hand, wird die Maßnahme auch hier ordnungsgemäß vermerkt. Dieses Vorgehen deckt sich mit den Vorgaben zur Impfdokumentation im Infektionsschutzgesetz. Sollte ein bislang verloren geglaubter Impfpass nach all der Aufregung doch wieder auftauchen, kann der Hausarzt dann unter Vorlage der Bescheinigung die Impfung später in aller Ruhe dort nachtragen.

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Abgesehen davon kann ein Hausarzt oder das zuständige Gesundheitsamt auch immer einen neuen Impfausweis ausstellen. Mit der Zustimmung des Patienten kann der aktuelle Hausarzt dann auch bei den vorherigen Hausärzten entsprechende Patientendaten anfordern. Generell sind Ärzte verpflichtet, allgemeinmedizinische Unterlagen zu Patienten mindestens zehn Jahre aufzubewahren. Allerdings lassen sich derart nicht immer auch jahrzehntelang zurückliegende Impfungen rekonstruieren.

Wenn keine Unterlagen mehr vorhanden sind, wäre allerdings eine Grundimmunisierung gegen diverse Maläsen notwendig. Allein eine Auffrischung ist in diesem Fall nicht angeraten. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut fasst die Sache kurz und knapp wie folgt zusammen: "Nur dokumentierte Impfungen gelten als durchgeführt."

Quelle: ntv.de, awi

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