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Verbraucherzentrale gibt Rat Wenn der Schlüsseldienst abkassiert

Die Haustür ist zu, der Schlüssel leider in der Wohnung oder einfach nicht auffindbar. Wenn kein Zweitschlüssel in Reichweite ist, muss wohl oder übel der Schlüsseldienst gerufen werden. Doch nicht alle Anbieter arbeiten seriös. Im Zweifel hilft die Polizei.

Ein Schlüsseldienst darf den Kunden nicht dazu drängen, einen überhöhten Preis zu zahlen. Betroffene können in dem Fall zur Polizei gehen. Foto: Holger Hollemann

Ein Schlüsseldienst darf den Kunden nicht dazu drängen, einen überhöhten Preis zu zahlen. Betroffene können in dem Fall zur Polizei gehen.

(Foto: dpa)

Schlägt der Wind die Tür zu oder der Schlüssel wird aus Schusseligkeit im Haus oder der Wohnung vergessen, lohnt es sich, die Nummer eines lokalen Schlüsseldienstes in petto zu haben. Denn wer sich auf Suchmaschinentreffer im Netz verlässt, muss mitunter teuer für die Türöffner bezahlen, wie die Verbraucherzentrale Thüringen informiert.

Demnach sind keine Preisangaben am Telefon, überhöhte Einsatzpauschalen, eine weite Anreise obwohl es vermeintlich ein Schlüsselnotdienst aus dem gleichen Ort sein sollte, Warnzeichen für unseriöse Angebote, wie Dirk Weinsheimer, Jurist der Verbraucherzentrale Thüringen sagt. Preise von 240 oder 300 Euro für eine einfache Türöffnung sind dann keine Seltenheit.

Ortsübliche, seriöse  Preise liegen für eine einfache Türöffnung tagsüber bei etwa 80 Euro. Die dauert etwa eine Minute, und Schlösser müssen dabei nicht getauscht werden. Spät abends oder an Sonn- und Feiertagen können sich die Kosten auch verdoppeln.

Überhöhte Summen für solche Dienste sollten Verbraucher keinesfalls zahlen und nichts ungeprüft unterschreiben. "Am besten wird vorher ein Festpreis vereinbart. Will sich der Schlüsseldienst nicht darauf einlassen, sollten sich Verbraucher einen anderen ortsansässigen Dienst suchen, so die Verbraucherzentrale. Wenn der Handwerker Verbraucher mit der Zahlung unter Druck setzt und die Tür wieder verschließen will, dann ist das Nötigung und strafbar, ein Fall für die Polizei also.

Einen weiteren Tipp gibt der Verbraucherschützer: Suchtreffer, die in der Suchmaschine ganz oben erscheinen, sind meist Werbeanzeigen und als solche klein gekennzeichnet. Auch der Stadtname im Link muss nicht heißen, dass der Schlüsseldienst vor Ort ist. "Ein Blick ins Impressum der Seiten hilft, oder auch in die Gelben Seiten. Dabei sollten sich Konsumenten vergewissern, dass es ein ortsansässiger Schlüsseldienst ist", so Dirk Weinsheimer. Darüber hinaus kann man sich die Mühe sparen, wenn man einem Bekannten einen Zweitschlüssel geben hat.

Die Verbraucherzentralen mahnen regelmäßig erfolgreich Schlüsseldienste bundesweit wegen überhöhter Forderungen ab.

Quelle: n-tv.de, awi

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