Ratgeber

Fußgänger im Blindflug Wer haftet für "Smartphone-Unfall?"

Smartphone-Nutzung kann zur Unfallgefahr werden. Foto: Franziska Kraufmann

Vertrautes Bild: Smartphone-Nutzung gefährdet die Gesundheit.

(Foto: dpa)

Tippen, wischen, lesen - wie auch immer das Smartphone genutzt wird, oft sind die Augen auf das Display gerichtet, der Kopf gesenkt. Derart abgelenkt laufen Fußgänger Gefahr, sowohl Verursacher als auch Opfer von Verkehrsunfällen zu werden. Mit schmerzhaften Folgen.

"Smombies" werden Menschen genannte, die unablässig auf ihr Smartphone starren. Die Wortschöpfung leitet sich aus den Worten Smartphone und Zombie ab. Fast scheint es, als ob diese Menschen nicht existieren können, ohne ihre Mails zu lesen, Nachrichten zu schreiben oder im Netz zu surfen. Auch wenn sie als Verkehrsteilnehmer unterwegs sind. Zum Beispiel als Fußgänger. Dieses Verhalten der Generation "Kopf unten" hat Konsequenzen für den Straßenverkehr.

Denn die Unfallursache "Abgelenkt vom Smartphone" findet sich immer häufiger in Polizeiberichten. Und es sind längst nicht mehr nur Autofahrer, die sich von den mobilen Geräten ablenken lassen, sondern eben auch Fußgänger. Denn auch diese richten ihre Augen auf das Display ihrer Smartphones, statt auf den Straßenverkehr zu achten.

Tatsächlich gibt es aber noch keine offiziellen Statistiken darüber, inwieweit die Smartphone-Nutzung bei Unfällen, an denen Fußgänger beteiligt sind, eine Rolle spielt. Doch mit der stark zugenommenen Verbreitung und exzessiven Nutzung der Geräte kann von einem Zusammenhang ausgegangen werden.

Doch entgegen einer besonderen Regelung, wie es sie für Auto- oder Radfahrer gibt, fehlt bisher ein Gesetz, welches die Smartphone-Nutzung auch für Fußgänger einschränkt oder verbietet. Werden hingegen Autofahrer am Steuer mit einem Handy erwischt, wird ein Bußgeld von 60 Euro fällig - und ein Punkt in Flensburg. Als Radler droht eine Strafe von 25 Euro.

Dennoch sind auch Fußgänger in der Pflicht. Lautet doch Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung: "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht." Bei einem Verstoß, der zu einem Unfall führt, droht denn auch dem Fußgänger Ungemach. So kann er eine teilweise oder auch erhebliche Teilschuld an einem Unfall tragen. Zum Beispiel auch dann, wenn er durch die wie auch immer geartete Nutzung des Smartphones abgelenkt ist. Rechtliche und versicherungstechnische Konsequenzen sind dann die Folge.

Inwieweit Fußgänger durch die Smartphonenutzung im Straßenverkehr per se grob fahrlässig handeln, ist gerichtlich noch nicht entschieden - entsprechende Urteile stehen noch aus. Aber schon im Interesse der eigenen Sicherheit sollten sowohl Gelegenheitsnutzer als auch "Smombies" den einfachen Ratschlag befolgen: Kopf hoch!  

Quelle: n-tv.de, awi