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112 mit teuren Folgen Wer zahlt den Feuerwehreinsatz?

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Gefährlicher Job, teurer Einsatz: Feuerwehrleute bei der Arbeit.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Es brennt. Mitunter lichterloh. Gut, dass meist schnell die Feuerwehr zur Stelle ist und den Brand löschen kann. Im besten Fall ist so nur Sachschaden entstanden. Bleibt die Frage: Wer muss für den Feuerwehreinsatz aufkommen - und was kostet der überhaupt?

Es muss ja nicht gleich ein ganzer Berg sein. Ein Feuer ist schnell entflammt. Gerät dieses außer Kontrolle, kann nur noch (und sollte auch unbedingt nur) die Feuerwehr helfen, den Brand zu löschen. Dann gilt es, vor allem Personenschäden, aber auch größere Sachschäden zu verhindern. Ist dies geschafft, bleibt neben den rauchenden Trümmern auch die Frage, wer einen solchen Einsatz bezahlen muss. Und was dieser kostet.

Ein Anruf bei der Berliner Feuerwehr hilft bei der Beantwortung dieser Fragen weiter. Und die Auskunft beruhigt - zunächst. Denn die Brandbekämpfung dient dem Gemeinwohl und ist grundsätzlich kostenlos. Genauso wie die Rettung von Menschenleben. Im einzelnen regeln den Kostenersatz aber die jeweiligen Feuerwehrgesetze der Bundesländer. Diese unterscheidet sich von Land zu Land leicht.  

Grundsätzlich gilt aber: muss die Feuerwehr wegen eines Brandes ausrücken, zahlt den Einsatz der Steuerzahler. Es sei denn, das Feuer geht auf Vorsatz (beispielsweise Brandstiftung) oder grobe Fahrlässigkeit zurück. Dann kann der Verursacher persönlich haftbar gemacht werden, sprich, er muss die Rechnung für den Einsatz zahlen. Allerdings nur dann, wenn dies auch ein Richter mit seinem Urteil so verfügt hat. Es ist davon auszugehen, dass in diesem Fall auch keine Versicherung für den Löscheinsatz aufkommt. Aber ohne entsprechendes Gerichtsurteil stellt die Feuerwehr im Brandfall keine Rechnung.

Anders etwa als bei Einsätzen im Rahmen eines Verkehrsunfalls oder auch eines Gebäudeschadens, der nicht durch Feuer verursacht wurde. Hier wird der Inhaber der beschädigten Sache, die einen Feuerwehreinsatz notwendig gemacht hat, zur Kasse gebeten. Stichwort Gefährderhaftung. Meist wird diese Forderung dann aber entweder von der eigenen entsprechenden Versicherung übernommen oder aber der des Schadensverursachers.

Aber zurück zum Brandeinsatz. Wird der Verursacher des Feuers tatsächlich richterlich zur Kostenübernahme verdonnert, kann dies sehr teuer, ja existenzgefährdend sein. Ein Blick in die Gebührenordnung der Berliner Feuerwehr lässt dies mehr als erahnen. Mittlerweile ist die Feuerwehr angehalten, die Kosten für Personal und Material pro angefangener Minute zu berechnen. Und so kostet beispielsweise ein Löschfahrzeug pro dieser angefangenen Minute satte 4,70 Euro. Ein Feuerwehrmann oder -frau schlägt mit 0,71 Euro für den gleichen Zeitraum zu Buche. Im Fall eines mehrtägigen Großeinsatzes mit Hunderten von Feuerwehrleuten und diversen Löschfahrzeugen dürften beim Otto-Normalbürger die Ersparnisse zur Begleichung der fälligen Rechnung nicht mehr ausreichen.

Hinzukommen eventuell auch noch die Schadensersatzansprüche des Inhabers der beschädigten Sache, wenn nicht oder nicht nur das eigene Eigentum in Flammen aufgegangen ist. Auch hier dürfte sich bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit jede Versicherung verweigern.

Keine schönen Aussichten. Doch zum Glück geht nicht jeder Feuerwehreinsatz auch mit einem tatsächlichen Notfall und entsprechenden Schäden einher. Zum Beispiel bei einem Fehlalarm. Wer für diesen aufkommen muss, ist eine andere Frage, die bereits hier beantwortet wurde

Quelle: n-tv.de

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