Ratgeber

Fehlerhafte Kreditverträge Widerrufsrecht soll begrenzt werden

Die Widerrufsbelehrungen von Banken sind oft falsch. Kunden können dadurch Tausende von Euro Zinsen sparen, wenn sie den Fehler reklamieren. In Kürze müssen sie sich wohl beeilen.

Immobilienbesitzer sollten bedenken: Nutzen sie den «Widerruf-Joker», müssen sie den ausstehenden Kreditbetrag innerhalb von 30 Tagen ihrer Bank zurückzahlen. Foto: Andrea Warnecke

Banken und Sparkassen hatten in den Belehrungen oft nicht richtig über den Beginn der Widerrufsfrist informiert.

(Foto: dpa)

Aufgrund zahlreicher fehlerhafter Widerrufsbelehrungen bei Baukrediten soll das Widerrufsrecht bei zwischen 2002 und 2010 geschlossenen Immobilien­kredit­verträgen künftig begrenzt werden. Demnach soll das bisher unbegrenzt geltende Widerrufsrecht mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie zeitlich befristet werden, wie aus Regierungskreisen verlautete. Bei sogenannten Altfällen ­soll das Recht demnach nur noch für einen bestimmten Zeitraum ab Inkrafttreten des Gesetzes gelten. Der Entwurf wird derzeit im Bundestag beraten, im März 2016 soll das Gesetz in Kraft treten. Betroffen sind Verträge, in denen es um Kredite in Höhe von rund 1,6 Billionen Euro geht.

Laut dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Ulrich Kelber (SPD), seien vor allem Unternehmen durch die Fortdauer des Widerrufsrechts verunsichert. Durch eine Erlöschensregelung werde Rechtssicherheit geschaffen, ohne dass Verbraucher dadurch Nachteile erlitten. Da der Gesetzentwurf derzeit noch im Bundestag beraten werde, könnten Betroffene nun noch über ein halbes Jahr lang prüfen (bis 21. Juni 2016), "ob die Widerrufsbelehrung in den damaligen Verträgen fehlerhaft war" und dann gegebenenfalls von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Verbraucherschützer gehen davon aus, dass Bundesrat und Bundestag nach intensiver Lobbyarbeit von Banken und Sparkassen deren Bemühen auch nachkommen werden und bemängeln, dass ein erfolgreicher Widerruf mehr Zeit zur Vorbereitung benötigt.   

Wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrungen können Bauherren und Wohnungskäufer nach Angaben von Verbraucherschützern bislang Tausende Euro Zinsen sparen, wenn sie ihre Kreditverträge widerrufen. Problematisch sind Verträge, die zwischen 2002 und 2010 abgeschlossen wurden, weil es damals keine richtige Klarheit über ein Widerrufsformular der Regierung gab, das viele Banken verwendeten.

Banken und Sparkassen hatten in den Belehrungen oft nicht richtig über den Beginn der Widerrufsfrist informiert, oder es fehlten entscheidende Hinweise, insbesondere zu den Rechtsfolgen eines Widerrufs. Teilweise wurden auch ergänzende Formulierungen, die für den Kreditnehmer verwirrend und unverständlich sind, benutzt. Darüber hinaus wurden auch oft keine Anschriften genannt, obwohl ein Telefonanruf für einen wirksamen Widerruf in Textform nicht ausreichend ist.

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Quelle: ntv.de, awi