Ratgeber

Auf der Flucht vor Strafzinsen Wohin mit dem Ersparten?

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(Foto: imago/Christian Ohde)

Dafür, dass sie für ihr Geld Zinsen zahlen sollen, anstatt welche zu bekommen, haben die Deutschen kein Verständnis. Um Strafzinsen zu entgehen, würden sie denn auch erhebliche Risiken eingehen, wie eine repräsentative Umfrage zeigt.

Bereits das Wort sorgt bei Sparern für Verdruss: Strafzinsen. Bisher müssen diese nur die Banken zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Notenbank (EZB) parken. Beinahe zumindest, denn auch die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee berechnet vermögenden Privatkunden mit über 100.000 Euro Guthaben auf Giro- und Sparkonten ebenfalls 0,4 Prozent p.a. Strafzinsen.

Davon, dass dieses Beispiel Schule macht, gehen zwar nur die wenigsten Experten aus, aber das Misstrauen gegenüber ihren Geldinstituten wächst bei den Sparern. Verkennen tun die Experten allerdings, dass die Banken aus Sorge vor negativen Kundenreaktionen - sprich Bankenwechsel - vermutlich nicht auf breiter Front Strafzinsen einführen, sich aber bereits schon jetzt mit steigenden Gebühren behelfen. Das läuft für Kunden bei extrem niedrigen Zinsen zwar auf eine ähnliche finanzielle Belastung hinaus, ist aber eben anders etikettiert.

Ungeachtet dessen wurde bei einer repräsentativen GfK-Umfrage im Auftrag des Berliner Online-Finanzmarktplatzes Savedo ermittelt, dass rund 55 Prozent der Befragten das Geld im Falle von Strafzinsen lieber wie zu Großmutters Zeiten unter dem Kopfkissen oder in anderen Verstecken zu Hause horten wollen. Besonders Haushalte mit einem geringen Einkommen sahen diese Möglichkeit als Option und zeigten sich denn auch unbeeindruckt von der hierzulande steigenden Einbruchskriminalität. 

Rund 34 Prozent der Deutschen würden sich denn auch diesen Risiken nicht aussetzen und ihr Geld im Falle einer zinsbedingten Saktionierung ihres Ersparten eher auf den Kopf hauen - sprich ausgeben. Was ja immerhin EZB-konform wäre. Möchte diese doch mit Niedrig- und Strafzinsen zwingend die lahmende Konjunktur in Europa ankurbeln.

Weniger im Sinne der Währungshüter würden hingegen jene handeln, die ihr Geld in Immobilien, Aktien, Gold und Silver investieren würden. Befeuerten diese 15, 12 und 11 Prozent der Befragten damit doch eine bereits bestehende, aber unerwünschte Inflation bei Vermögenswerten. 

Quelle: n-tv.de

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