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Die Bahn kämpfte 2017 mit vielen Problemen.
Die Bahn kämpfte 2017 mit vielen Problemen.(Foto: imago/Karina Hessland)
Donnerstag, 21. Dezember 2017

Stürme, Störungen, Beschwerden: Chaosjahr der Bahn verärgert viele Reisende

Eigentlich sollte dieses Jahr bei der Deutschen Bahn vieles besser werden. Schnelle Strecken sollten Reisezeiten verkürzen und WLAN an Bord den Komfort erhöhen. Doch es gibt Chaos: viele Ausfälle und Pannen auf der Rekordstrecke Berlin-München.

Über die Bahn zu meckern ist fast ein Volkssport, doch in diesem Jahr sind tatsächlich einige Projekte bei der Deutschen Bahn mächtig schiefgelaufen, die viele Kunden massiv stört. Tausende Menschen sind mehrfach von Zugausfällen und Streckensperrungen betroffen, als zweimal Stürme ("Xaver" und "Herwart") durchs Land ziehen und die Bahn auf diese nur schlecht vorbereitet zu sein scheint.

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Reisende stranden und sind über die teilweise mangelnde Kommunikation verärgert. Wer bei den Hotlines anruft, muss Glück haben, dass er überhaupt mal durchkommt, um eine Information über die mögliche Weiterreise zu bekommen.

Besonders hart treffen Bahnkunden auch die Pannen beim Prestigeprojekt auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin - München. Ob die Präsentationsfahrt mit Ehrengästen oder regulärer Streckenstart mit Kunden, die Züge haben auf der neuen Strecke massiv Verspätung und fallen teilweise aus. Zumindest zeigt sich das Unternehmen aber an dieser Stelle kulant: Es legt bis zum Jahresende fest, bei Verspätungen von mehr als einer Stunde auf der Strecke München - Berlin den Kaufpreis komplett zu erstatten. Normalerweise würde Passagiere laut Fahrgastrecht nur 25 Prozent wiederbekommen. Die Bahn will Betroffenen außerdem einen Reisegutschein im Wert von mindestens 50 Euro zukommen lassen. 

Ob es Weihnachten klappt?

Für den Feiertagsverkehr gibt sich Vorstandsmitglied Birgit Bohle optmistisch. Die Bahn will "die Reisenden im Weihnachtsverkehr zuverlässig an ihr Ziel bringen". Sie sei "zuversichtlich, dass wir das bis dahin weitgehend im Griff haben".

Viele Bahnkunden sind derzeit aber alles andere als zufrieden und versuchen durch Schlichtungsanträge ihr Geld teilweise zurückzufordern. Bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr sind bis zum Stichtag am 11. Dezember rund 2655 Schlichtungsanträge und Beschwerden zu Fahrten mit der Bahn und anderen Unternehmen des Zugverkehrs eingegangen. Das ist ein Anstieg um 16 Prozent. Die Bahnkunden können nur hoffen, dass das Unternehmen aus den Erfahrungen gelernt hat und im kommenden Jahr besser reagiert und kommuniziert.

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Quelle: n-tv.de