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Weitere Boom-Jahre in Sicht Diese Kreuzfahrttrends sind 2017 angesagt

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Die Kreuzfahrtschiffe begegnen sich immer häufige, denn die Routen sind voll.

(Foto: imago/Hoch Zwei Stock/Angerer)

Der Kreuzfahrtbranche geht es so gut wie nie zuvor. Die Reedereien lassen immer mehr Schiffe bauen, das Angebot wird vielfältiger. Doch was sind die Trends für das kommende Jahr?

Die Kreuzfahrtbranche hat seit Jahren steigende Zahlen: Immer mehr Menschen buchen einen Urlaub auf dem Meer, die Schiffe sind immer gut gefüllt. Laut einer aktuellen Studie träumt jeder Dritte Deutsche von einem Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff. Ob Mittelmeer, eine Fahrt nach Nordeuropa oder eine Reise durch die Karibik, die Nachfrage ist riesig. In 2016 werden voraussichtlich zwei Millionen Deutsche auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs gewesen sein, davon geht der internationale Kreuzfahrtverband Clia aus. Ein weiteres Zuwachs auf drei Millionen Passagiere steht für die folgenden Jahre im Raum. Dieses enorme Wachstumpotenzial sorgt für volle Auftragsbücher in den Werften.

Reedereien, die das deutsche Publikum ansprechen, wie Tui Cruises und Aida, setzen auch auf größere Schiffe, doch sind diese im Verhältnis zu den amerikanischen Megaschiffen deutlich kleiner. Aida wird das "AIDAprima"-Schwesternschiff "AIDAperla" 2017 in Dienst stellen. Auch Tui Cruises baut weiter. Wybcke Meier, Chefin von Tui Cruises, ist vom weiteren Wachstumspotenzial bei Kreuzfahrten überzeugt, wie sie im Interview mit n-tv erklärt: "Das Wachstum ist ganz stark geprägt von Neubauten. Tui Cruises stellt seit 2014 bis 2019 jedes Jahr ein neues Schiff in den Dienst, weil die Nachfrage da ist". Dabei will die Reederei weiterhin auf das Premium-Alles-Inklusive-Konzept setzen und die Schiffsgröße nicht um jeden Preis erhöhen.

Besonderer Luxus liegt im Trend

Viele Branchen-Trends wurden Mitte November beim Kreuzfahrtkongress in Hamburg diskutiert. Eine weitere Entwicklung: Der Ausbau besonderer Kategorien - wie Luxus-und Expediditonsschiffe. So haben beispielsweise Hapag Lloyd zwei und Hurtigruten vier Neubauten für Expeditionsreisen in Planung. Experten wie Johannes Bohmann, Autor vom "Kreuzfahrt Guide", sehen für hochpreisige Angebote ein großes Potenzial: "Das Publikum hat das Geld - und viele wollen ein besonders exklusives Erlebnis", erklärt er im Interview mit n-tv. Auch Themenreisen sind ein großer Trend, der schon seit einigen Jahren zunimmt.

Weltweit geht der Trend zu immer größer werdenden Schiffen. Die "Harmony of the Seas" ist das derzeit größte Schiff der Welt mit 5500 Passagieren - und auch für Megabauten in dieser Güteklasse gibt es schon neue Bestellungen.

Die Reederei MSC plant in den kommenden zehn Jahren elf neue Schiffe. 2017 werden die beiden Neubauten "MSC Meraviglia" sowie die "MSC Seaside" auf den Markt kommen. Für deutsche Urlauber ist sicherlich die "Meraviglia" interessant, weil sie das westliche Mittelmeer befahren wird.

Höher, schneller, weiter?

Immer mehr und größere Schiffe auf den Weltmeeren sind auch problematisch. Jede Reederei muss sich noch stärker mit Nachhaltigkeit befassen. Die Unternehmen bauen neue Technologien in ihre Schiffe, doch trotzdem ist die Umweltbilanz der Kreuzfahrtriesen schlecht. Ein weiterer kritischer Punkt: Besonders kleinere Häfen kämpfen mit dem Ansturm der großen Schiffe und der damit verbundenen Menschenmassen. Auch die Reedereien wissen, dass zu viele Schiffe die Städte überfordern und überfüllen. Das soll weiterhin auch innerhalb der Kreuzfahrtorganisation geklärt werden, doch deutlich leerer wird es in vielen Häfen wohl nicht mehr werden. Derzeit ist das Kreuzfahrtgeschäft kaum zu bremsen. Höher, schneller, weiter, wie lange kann das noch funktionieren? Die Branche setzt auf Wachstum pur - und die Werften freut es.

Quelle: ntv.de