Reise

Paar auf einjähriger Weltreise Mit 120 km/h im Blindflug durch Mexiko

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Die beiden Österreicher Christoph Fetka und Tanja Kieslinger haben auch einen Blog; "Travel Buddies".

Travel Buddies

Christoph Fetka hatte zehn Jahre lang einen Job in der Finanzbranche, seine Freundin Tanja Kieslinger arbeitete als Psychologin. Sie lebten gemeinsam in Graz, als sie beschlossen, ihre Sachen zu packen und ein Jahr lang 15 Länder zu bereisen. Dabei lernten sie die Welt kennen, machten aber auch Grenzerfahrungen. Auf ihrem Blog www.travelbuddies.at haben sie ihre Reiseerlebnisse dokumentiert. n-tv.de hat mit ihnen über die besondere Reise gesprochen.

n-tv.de: Wie sind Sie auf die Idee zur Paar-Weltreise gekommen?

Tanja: Wir sind beide einmal von einem harten, anstrengenden Arbeitstag nach Hause gekommen und waren auch etwas frustriert. Dann habe ich Christoph gefragt, ob wir nicht alles stehen und liegen lassen sollen, um eine Weltreise zu machen. Aus dieser Idee ist dann immer mehr geworden.

Wie lange hat die Planung gedauert?

Tanja: Von der ersten ausgesprochenen Idee bis zum Losfahren hat es ungefähr zwei Jahre gedauert. Das letzte Jahr war dann die Intensivplanung.

Haben Sie in Sachen Finanzierung auch konkrete Tipps?

Christoph: Wir haben unsere Wohnung, unseren Hausrat und auch unser Auto verkauft. Darüber hinaus haben wir wirklich jeden Monat einen Fixbetrag von unseren Gehältern auf die Seite gelegt.

Tanja: Das ist vielleicht ein ganz wichtiger Spartipp: Man sollte direkt etwas von seinem Gehalt auf ein anderes Konto überweisen, sodass man das Geld nie richtig sieht. Das funktioniert dann ganz gut. Man sollte sich vorab einfach auch ein fixes Sparziel setzen, auf das man hinarbeitet. (Anm.d.Red.: Die beiden haben jeweils 15.000 Euro für die Weltreise angespart.)

Was waren Ihre besten Erfahrungen auf der Weltreise?

Christoph: Bei mir hat Neuseeland einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir waren im Winter dort und haben das Glück gehabt, dass wir in unserem Camper teilweise tagelang alleine unterwegs waren. Ein solches Freiheitsgefühl haben wir tatsächlich so nur in Neuseeland gespürt. Außerdem haben wir viel mitgenommen, wie der Mensch mit der Umwelt umgeht. Wir haben viel darüber gelernt, wie schädlich Plastik für die Welt ist und wie sehr Wasser verschwendet wird.

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Tanja und Christoph am Maya Beach in Thailand, bekannt aus dem Film "The Beach".

(Foto: Travel Buddies)

Tanja: Unser ganzer Blick auf die Umweltsituation hat sich total verändert. Im Positiven hat uns beeindruckt, wie die Menschen miteinander umgehen. Wir sind überall sehr freundlich empfangen worden. Das war auch länderübergreifend.

Wie haben Sie sich über Geheimtipps informiert?

Tanja: Wir haben mit unseren Reiseblogger-Kollegen gute Verbindungen. In dieser Gemeinschaft gibt man sich auch gerne den einen oder anderen Insidertipp.  Am allerbesten ist aber immer, wenn man die Einheimischen nach Tipps fragt.

Was ist die verrückteste Anekdote über Ihre Weltreise?

Christoph: Wir waren unterwegs und mussten zurück in die Stadt und wussten nicht genau wie. Und dann sind wir bei jemanden mitgefahren, der ein uraltes, staubiges Auto hatte. Es war quasi ein Blindflug mit 120 Stundenkilometern durch Mexiko. Wir dachten wirklich, dass wir da nie wieder herauskommen.

Als Paar auf Weltreise - war das auch problematisch?

Tanja: Natürlich haben wir im Vorfeld oft darüber geredet. Natürlich lernt man seinen Partner auf eine ganze andere Art und Weise kennen. Natürlich kommt es da auch zu Streit und Krisen. Aber es kommt immer darauf an, wie man sich da wieder herausrettet. Letztendlich ist es bei uns immer geglückt.

Haben Sie denn irgendwann mal Angst gehabt oder etwas Einschüchterndes erlebt?

Christoph: Wir haben uns im Vornherein natürlich viel informiert. Wir waren auch in "angespannten" Städten wie Kapstadt, Rio, Mexico City. Allerdings haben wir in diesen Städten keine schlechten Erfahrungen gemacht. Es ist uns auf unserer Reise nichts gestohlen worden, wir haben eigentlich fast keine brenzligen Situationen gehabt. Und wir haben uns immer vorab bei Einheimischen informiert, wenn wir irgendwohin wollten.

Ende 2017 sind Sie beide dann nach einem Jahr auf Tour zurückgekehrt. Wie war das?

Tanja: Wir waren natürlich sehr aufgeregt, die ersten paar Tage sind an uns irgendwie vorbeigerauscht. Wir waren ganz schön durcheinander und überfordert. Dann war auch noch Weihnachten, das war dann noch stressiger für uns. Aber jetzt sind wir wieder angekommen.

Sie planen aber, schon wieder weiterzuziehen.

Tanja: Wenn es nach uns gehen würde, würden wir sofort wieder losziehen. Aber das ist natürlich auch eine finanzielle Sache.

Christoph: Wir haben noch ein bisschen Geld übrig und deswegen wollen wir dann nochmal los. Wir werden wieder zurück nach Indonesien gehen. Indonesien mussten wir auf unserer Reise vorher wegen des aktiven Vulkans leider abbrechen.

Vermissen Sie denn unterwegs etwas - außer Freunden und Familie?

Tanja: Ich vermisse auf jeden Fall das österreichische Essen.

Mit Tanja Kieslinger und Christoph Fetka sprach Sonja Gurris

Quelle: n-tv.de

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