Reise

Tatsachen oder Schmähkritik Wie echt sind Urlaubsportal-Bewertungen?

Hotelbewertungsportale sind eigentlich praktisch. Bei der Urlaubsreise möchte schließlich niemand ein schlechtes Hotel buchen. Die Urteile von Gästen geben Orientierung. Aber was passiert bei Falschaussagen? Worauf können Nutzer achten?

Die Auswahl an Hotels ist im Internet einfach riesig. Sucht man einfach nur "3-Sterne-Hotel in Berlin" findet man rund 685.000 Suchmaschinen-Einträge. Wie sollen Reisende da das passende Hotel finden, das auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist? Für viele sind die Hotelbewertungsportale wie "Holidaycheck" oder "Tripadvisor" Seiten, auf denen sie sich nach Bewertungen von anderen Hotelgästen erkundigen können.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2014, die der Fachbereich Touristik der Fachhochschule Worms durchgeführt hat, werden die Portale zur Orientierung immer wichtiger: In der Studie wurden 1000 Personen zu ihrem Nutzungsverhalten gefragt - außerdem wurden auch 1500 Hoteliers aus fünf Ländern mit einbezogen. 46 Prozent der Befragten geben die Portale als wichtigste Informationsquelle für die Hotelwahl an, danach folgt mit 28,3 Prozent erst die Website des Hotels. Dennoch sagten 48 Prozent, dass man bei den Bewertungen auch vorsichtig sein müsse.

Sauberkeit, Atmosphäre, Service und Essensqualität sind wichtige Qualitätskriterien für Hotels - und die Gäste legen darauf besonderen Wert. Doch wie verlässlich ist das Urteil der Masse und wie sind einzelne Schmähkritiken gegenüber Hotels zu bewerten? Eins ist auch dem Nutzer klar: Es wird nicht immer nur die Wahrheit geschrieben und mancher Nutzer gibt bewusste Falschinformationen, um ein Hotel oder Restaurant schlecht dastehen zu lassen.

Woran erkennt man manipulierte Bewertungen?

Das Bewertungsportal "Holidaycheck" hat fast sieben Millionen Hotelbewertungen für mehr als 600.000 Unterkünfte. Doch wie vertrauenswürdig sind die Gästeurteile wirklich? "Bis auf das Essen war alles ok", schreibt ein User über ein 3,5-Sterne-Hotel auf Mallorca - darunter postet ein anderer "Gute Lage, sauberes Hotel, Essen eine Katastrophe". Wer mehrere solcher Kommentare liest, bemerkt sofort, dass die Essensqualität in diesem Hotel schlecht sein muss. Jedenfalls ist das die Meinung mehrerer Gäste. Da es viele schreiben und sich damit ein Trend abzeichnet, sollte an den Behauptungen doch etwas dran sein, oder? Das Portal "Holidaycheck" rät Urlaubern dazu, viele Bewertungen zu lesen und die Weiterempfehlungsrate zu beachten. Außerdem sollten Nutzer die Texte auch hinterfragen und "skeptisch werden, wenn über Dinge geschrieben wird, die ein Gast nicht wissen kann ("die Spa-Mitarbeiter werden regelmäßig trainiert, das Frühstücksbüffet wird jeden Tag frisch zubereitet"), auch Superlative und Vergleiche sollten stutzig machen ("hat den größeren Pool als Hotel XY, bestes Frühstücksbüffet der Region, hat die besten Betten")", so die Betreiber des Portals.

Können sich Hoteliers gegen Falschaussagen wehren?

Doch wenn etwas nachweislich Falsches online verbreitet wird, können sich auch die Hotelbetreiber dagegen wehren: "Wenn eine Bewertung zum Beispiel bewusste Falschaussagen, unwahre Tatsachenbehauptungen, Schmähkritik, Beleidigungen oder sonstige Rechtswidrigkeiten enthält, raten wir einem Hotelier, uns unverzüglich in Kenntnis zu setzten, damit wir zwischen Hotelier und Gast vermitteln können. Über E-Mail und Telefon kann er Kontakt zu uns aufnehmen", erklärt Georg Ziegler, Director Content von "Holidaycheck" auf Anfrage von n-tv.de. Doch wenn der Gast unzufrieden ist und Service und Sauberkeit eben nicht in Ordnung sind, dann sollte er das auch schreiben, am besten mit Beweisen: "Äußert der Kunde aber sachlich seine Meinung und stützt diese im besten Fall auch mit Bildmaterial, hat der Hotelier keinen Grund zur Beanstandung", so die Portal-Betreiber.

Wer viel liest, kann sich am Ende ein Gesamtbild über eine Hotelanlage machen. Portale können dabei helfen, sollten allerdings auch kritisch beäugt werden, denn nicht hinter jedem Eintrag verbirgt sich wirklich ein normaler Urlauber. Wie viele manipulierte Angaben im Netz kursieren, ist unklar. Umso wichtiger ist es, dass sich Urlauber umfassend informieren und nicht zu schnell entscheiden - dann wird der Hotel-Aufenthalt auch kein Reinfall.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema