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Tragischer Held in NBA-Playoffs Aus der Atlanta Hawks deprimiert Schröder

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Dennis Schröder war der tragische Held des Spiels.

(Foto: picture alliance / dpa)

Dennis Schröder wirft in den letzten Minuten noch wichtige Punkte für die Atlanta Hawks. Das Playoff-Aus kann er nicht mehr abwenden, weil er im entscheidenden Moment versagt. Das deprimiert den 22-Jährigen, obwohl Coach Budenholzer stolz auf ihn ist.

Mit verschränkten Armen hockte Dennis Schröder hinter dem Mikro, kaute lustlos auf einem Kaugummi herum und suchte nach den richtigen Worten. "Ich hätte eine bessere Entscheidung treffen sollen", sagte der 22-Jährige leise, nach dem Playoff-Aus mit den Atlanta Hawks spukte die spielentscheidende Szene in seinem Kopf herum.

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6 seiner 21 Punkte wirft Schröder in den letzten beiden Minuten.

(Foto: dpa)

Schröder war beim 99:100 im vierten Viertelfinale gegen die Cleveland Cavaliers der tragische Held des Abends. Sechs seiner 21 Punkte machte der Topscorer der Hawks in den letzten beiden Minuten. Immer wieder ließ der Nationalspieler die gegnerische Abwehr schlecht aussehen, am Ende versuchte er es einmal zu viel. "Ich habe versucht, aggressiv zu sein. Ich bin zum Korb gezogen, aber es wurde nicht gepfiffen. Wir müssen damit leben", so Schröder. Er hätte gerne ein zweite Chance bekommen.

Wenige Sekunden waren noch auf der Uhr, Schröder attackierte wie so oft in der Schlussphase, doch kein Geringerer als Superstar LeBron James stoppte den Braunschweiger. Nach einem Gerangel gab es Sprungball zwischen den beiden, Schröder (1,86 m) hatte gegen James (2,03) natürlich keine Chance, das Spiel ging verloren, die Serie ebenfalls - mit 0:4.

In zwölf Spielen zwölfmal verloren

Zum zweiten Mal nacheinander kassierte Atlanta in der Meisterrunde einen Sweep, also eine zu-Null-Niederlage, gegen die Cavs. Das Halbfinalduell im Vorjahr war mit demselben Ergebnis zu Ende gegangen, so wie das Viertelfinale 2008/09. In zwölf Play-off-Spielen gegen Cleveland zogen die Hawks in der NBA-Geschichte zwölfmal den Kürzeren.

Schröder hat jetzt Urlaub. Bis zum Beginn der EM-Qualifikation Ende August bleibt viel Zeit, die dritte NBA-Saison Revue passieren zu lassen. Schröder hat noch einmal einen Schritt nach vorn gemacht, kommt mittlerweile im Schnitt auf 20,3 Minuten und elf Punkte. Dass er in den Schlussminuten der letztlich entscheidenden Partie das Spiel machen durfte, sagt viel über die Wertschätzung von Trainer Mike Budenholzer aus.

"Meine Spieler haben all das umgesetzt, was ich von ihnen verlangt habe. Ich bin stolz auf ihre Leistung. Ich muss als Trainer besser werden", sagte Budenholzer. Mit den anderen Verantwortlichen der Franchise wolle er "zu angemessener Zeit" über Personalien sprechen.

Schröder bleibt Ersatzmann

Schröder hat für die kommende Saison einen garantierten Vertrag in Atlanta. Sein Gehalt steigt auf umgerechnet 2,4 Millionen Euro an. Der Erfüllung des Traums vom Platz in der Startaufstellung als Nummer eins auf der Position des Point Guards ist er aber wieder nicht näher gekommen. So lange Jeff Teague bei den Hawks spielt, bleibt Schröder wohl Ersatzmann. Und Teague (Gehalt: 8 Millionen Dollar) ist ebenfalls bis 2017 gebunden.

Kurz vor dem Ende der Transferperiode Mitte Februar wäre Schröder laut US-Medienberichten beinahe bei den Philadelphia 76ers gelandet, der Wechsel kam nicht zustande. Es ist aber natürlich möglich, dass wieder Bewegung in die Sache kommt. 2017 kann Schröder mit anderen Teams einen neuen Vertrag aushandeln, mit diesem dürfte Atlanta mitgehen (matchen). Tun die Hawks dies nicht, geht Schröder ohne Gegenwert. Und das muss der Klub natürlich verhindern.

Quelle: ntv.de, Uli Schember, sid