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Enttäuschung bei der WM Biathleten holen nur Blech

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Bei Startläufer Erik Lesser ist die Welt noch in Ordnung.

(Foto: dpa)

9,5 Sekunden fehlen am Ende auf Bronze - die deutschen Biathleten gewinnen erstmals seit sechs Jahren keine Staffel-Medaille. Dabei liefert Erik Lesser den perfekten Einstand ins Rennen. Doch dann geht Sekunde um Sekunde verloren.

Die deutsche Männer-Staffel um Schlussläufer Simon Schempp hat bei der Biathlon-WM in Hochfilzen nach schwachen Schießleistungen erstmals seit sechs Jahren eine Medaille verpasst. Das Quartett mit Erik Lesser (Frankenhain), Benedikt Doll (Breitnau), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) und Schempp (Uhingen) lief nach 4x7,5 km und acht Nachladern nur auf den vierten Rang. Zu Bronze fehlten im Ziel 9,5 Sekunden. "Wir haben leider am Schießstand wieder nicht überzeugt. Dann war die Lücke da", sagte Schempp in der ARD: "Wir waren zwar auf Tuchfühlung, aber für das Podium war das nicht gut genug. Ich habe nochmal alles gegeben, aber es hat leider nicht gereicht. Jetzt haben wir nur die Blechmedaille."

Gold ging an Olympiasieger Russland vor Frankreich und Österreich. Dominik Landertinger hatte Schempp auf der Schlussrunde eindrucksvoll abgehangen und den Gastgebern so das erste Edelmetall der Titelkämpfe gesichert. Zuletzt hatte die deutsche Mannschaft 2011 keine Medaille gewonnen, vor zwei Jahren gab es in Kontiolahti letztmals den Titel und im Vorjahr in Oslo Silber. "Es tut jetzt schon richtig weh. Die Hälfte der Nachlader geht auf mich, da muss ich vielleicht schon mal 'ne Runde ausgeben", sagte Doll nach Rennende ernüchtert.

"Nichts zu mäkeln" bei Lesser

Startläufer Lesser, Vierter des WM-Einzels, begann glänzend und traf vor 22.300 Zuschauern die ersten fünf Scheiben. Platz zwei war die Folge, ehe der frühere Doppelweltmeister aus Thüringen erneut mühelos alle seine Schüsse ins Ziel setzte und gemeinsam mit dem Franzosen Jean Guillaume Beatrix auf die letzte Runde ging. "Es gibt nichts zu mäkeln, das war alles sehr kontrolliert. Im Schießen ist alles aufgegangen, was ich mir vorgenommen hatte", sagte Lesser.

Sprint-Weltmeister Doll ging eine Woche nach seinem überraschenden Titelgewinn in Führung liegend in die Loipe. Der 26-Jährige aus Breitnau hatte bei Sonnenschein und Temperaturen von zwei Grad fünf Sekunden Vorsprung auf Frankreich und hielt die Spitzenposition zunächst trotz des ersten Nachladers. Im Stehendschießen benötigte Doll allerdings alle drei Extrapatronen und fiel auf Platz sieben zurück. "Es war schon ganz schön viel Aufregung dabei, das war der Hauptpunkt. Ich habe schon vor dem Rennen gemerkt, dass es keine leichte Sache wird", sagte Doll: "Das war für mich einfach kein schöner Wettkampf."

Österreicher läuft Schempp davon

Zur Halbzeit ging Peiffer mit 32,8 Sekunden Rückstand auf die führenden Franzosen auf seine 7,5 km. Auch der Staffel-Spezialist aus dem Harz benötigte insgesamt gleich drei Nachlader und verlor weitere Zeit, bevor Schlussläufer Schempp auf Rang vier ins Rennen ging.

Der Mixedstaffel-Weltmeister aus Schwaben nahm nach einem Fehler im ersten Schießen zunächst als Vierter die Verfolgung des führenden Russen Anton Schipulin auf. Nach dem perfekten Stehendschießen jagte er den Österreicher Dominik Landertinger - scheiterte aber an dieser Aufgabe.

Quelle: ntv.de, Thomas Wolfer und Nicolas Reimer, sid