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NFL-Legenden treffen aufeinander Brady kämpft nicht nur gegen das Alter

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Auf der Jagd nach dem siebten Super-Bowl-Ring: Tom Brady

(Foto: imago images/Icon SMI)

Tom Brady ist der erfolgreichste Quarterback in der Geschichte der NFL - doch für viele Fans ist Aaron Rodgers der bessere auf der Spielmacher-Position. Heute treffen die beiden Ausnahmespieler aufeinander - lediglich zum dritten Mal. Dieses Jahr hat einer der beiden eine klare Favoritenrolle inne.

Am fünften Spieltag der NFL-Saison kommt es zum Schlagabtausch zweier Football-Legenden. In der Nacht auf Montag messen sich die Green Bay Packers mit den Tampa Bay Buccaneers und damit auch der 36 Jahre alte Rodgers mit dem 43 Jahre alten Brady. Für die beiden Offensivspieler ist es erst das dritte direkte Duell ihrer Karriere. Bislang steht es 1:1 nach Siegen.

Wenn es nach der Trophäensammlung gehen würde, hätte Brady klar die besseren Karten. Sechs Siege im Super Bowl bei insgesamt neun Teilnahmen - diese Marke von Tom Brady ist unerreicht. Er hat damit zudem mehr Siege im wichtigsten Football-Spiel der Welt als jeder andere NFL-Quarterback Teilnahmen. Mit den New England Patriots dominierte "TB12" die NFL.

Als er das Team nach 20 Jahren in Richtung der Buccaneers verließ hatte er mit 219 Siegen in der Hauptrunde auch hier mehr als jeder andere Spielmacher in der NFL-Geschichte. In den Playoffs sammelte er in dieser Zeit 30 Siege - auf Rang zwei liegt Joe Montana mit 16 Siegen. Brady kommt zudem auf drei MVP-Auszeichnungen in der Hauptrunde und wurde viermal als wertvollster Spieler eines Super Bowls ausgezeichnet. All das zusammen macht ihn zum GOAT ("Greatest of all times"), dem besten aller Zeiten - sagen seine Fans auf der ganzen Welt.

Brady will sich beweisen

Rodgers-Anhänger argumentieren, all die Erfolge verdankt Brady auch den starken Mitspielern und Patriots-Trainer Bill Belichick - und Rodgers sei, geht es allein um die Fähigkeiten, der bessere. Der 36-Jährige hat den Super Bowl ein Mal gewonnen und wurde zweimal als wertvollster Spieler einer Saison ausgezeichnet. Rodgers ist zudem der Quarterback mit den der besten Interception-Quote aller Profis mit mindestens 1500 Würfen und dem besten Verhältnis zwischen Interception und Touchdown. 2018 wurden nur zwei seiner 597 Würfe vom Gegner abgefangen - NFL-Rekord. Sogar Bradys Trainer bei den Buccaneers, Bruce Arians, sagt über Rodgers: "Er ist wahrscheinlich besser als jeder andere in der Liga bei tiefen Würfen."

Am Ende des letzten Spiels streckte Tom Brady mit verdutztem Gesichtsausdruck vier Finger in die Luft, um einen Versuch für den nächsten Spielzug anzuzeigen. Bei der Niederlage gegen die Chicago Bears schien es, als habe der Superstar beim letzten Wurf nicht gewusst, dass dies bereits der vierte und letzte Versuch war. Es passte jedenfalls ins Bild jener Kritiker, die den Wechsel nach Florida für einen Fehler und Brady für zu alt halten, um in einem neuen Umfeld noch mal das alte Niveau erreichen zu können. Seinen zwölf Touchdown-Pässen stehen nach fünf Spielen schon vier Interceptions gegenüber. Gegen die Bears sah man Brady wütend auf seine Mitspieler einbrüllen. Drei Siege und zwei Niederlagen sind nicht die Zwischenbilanz, mit der ein Tom Brady zufrieden ist.

Rodgers mit Momentum

Will den fünften Sieg im fünften Saisonspiel: Aaron Rodgers

Will den fünften Sieg im fünften Saisonspiel: Aaron Rodgers

(Foto: imago images/Icon SMI)

Während der eine strauchelt, findet der andere zu seiner Topform. Rodgers ist noch ungeschlagen in dieser Saison und im Gegensatz zu Brady kennt er seine Umgebung und seine Mitspieler bestens. Denn viel getan hat sich nicht im Kader der Packers im Vergleich zur vergangenen Saison. Im Schnitt kommt Rodgers auf sehr gute 303,5 geworfene Yards pro Spiel, 13 Würfe zu Touchdowns und noch keiner Interception. "Er spielt auf einem wirklich hohen Niveau. Du musst ihn unter Druck setzen, so viel ist sicher, und darfst nicht ängstlich spielen", sagte Tampa-Coach Arians vor dem Duell. "Wenn er improvisieren muss, ist er am besten."

Die ungeschlagenen Packers sind der klare Favorit. Kaum ein Experte in den USA setzt auf einen Sieg der Buccaneers, selbst in der Vorschau auf der NFL-Homepage gibt es von den Fachleuten keine einzige Stimme für die Heimmannschaft. Die Buccaneers haben nicht nur Abstimmungsprobleme in ihrer noch nicht gut eingespielten Offensive um den Superstar-Quarterback, sondern auch Pech mit Verletzungen. So fehlte Brady etwa Receiver Chris Godwin in drei der fünf Spielen als Anspielstation.

Quelle: ntv.de, Maximilian Haupt, dpa