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Frauen und Behinderte bepöbelt Britischer Radsport-Funktionär sorgt für Eklat

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Shane Sutton bestreitet alle Vorwürfe, legte sein Amt als Sportdirektor aber dennoch nieder.

(Foto: imago sportfotodienst)

Shane Sutton ist eine Schlüsselfigur beim Aufstieg des britischen Radsports in die Weltspitze - und nun seinen Job als Sportdirektor los. Grund sind diskriminierende und sexistische Äußerungen über Frauen und behinderte Athleten, die er jedoch bestreitet.

Der britische Radsport wird von einem Skandal um Verbands-Sportdirektor Shane Sutton erschüttert. Wenige Monate vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) sah sich Sutton mit schweren Anschuldigungen aus dem Frauen- und Behindertenradsport konfrontiert und erklärte seinen Rücktritt.

100 Tage vor Beginn der Spiele am Zuckerhut wolle er mit diesem Schritt sicherstellen, dass sich die Athleten ohne Ablenkung vorbereiten könnten, erklärte Sutton. Die gegen ihn geäußerten Vorwürfe wies er zurück und sicherte seine Zusammenarbeit bei der Untersuchung zu. Zuvor hatte der Verband British Cycling den 58-Jährigen bereits vorläufig suspendiert.

Diskriminierende und sexistische Äußerungen

Sutton, der eine der Schlüsselfiguren des Aufschwungs im britischen Radsport war und ist, werden diskriminierende und sexistische Äußerungen vorgeworfen. Der sechsmalige Paralympics-Sieger Darren Kenny berichtete in einem Interview mit der Zeitung "Daily Mail" etwa davon, dass der Australier die Behindertensportler als "Krüppel" bezeichnet habe. Er habe sie nie als Leistungssportler wahrgenommen, einigen sogar den Zugang zur Bahn verwehrt.

Zuvor hatte die Bahnrad-Sprinterin Jessica Varnish ebenso wie die inzwischen nicht mehr aktive Bahnrad-Olympiasiegerin Victoria Pendleton und die Straßenrad-Olympiasiegerin Nicole Cooke über sexistische Kommentare im Verband geklagt. Varnish habe nach ihrer verpassten Qlympia-Qualifikation eine Reihe von abfälligen Kommentare ertragen müssen, etwa wegen ihres Körpergewichts, berichtete sie. In einem Gespräch mit der "Times" bestritt Sutton: "Ich habe den Satz 'Du hast einen fetten Arsch' niemals gesagt."

British Cycling hat eine Untersuchung der Vorwürfe aufgenommen, die mitten in der Olympia-Vorbereitung für Unruhe sorgen. Verbandsboss Ian Drake begrüßte Suttons Rücktritt: "Sein oberster Fokus waren immer die Athleten und mit seiner Entscheidung erlaubt er ihnen, sich auf die Rio-Vorbereitung zu konzentrieren." Großbritannien möchte in Brasilien die Erfolge von London 2012 bestätigen. Damals hatten die Briten im Radsport acht Goldmedaillen geholt und waren die herausragende Nation gewesen.

Quelle: ntv.de, cwo/sid