Sport

Hindu von Mob totgetretenBrutaler Mord stellt Cricket-WM vor ein gewaltiges Problem

05.01.2026, 13:15 Uhr
West-Bengal-Youth-Congress-members-block-road-and-protest-against-the-atrocities-on-Hindus-in-Bangladesh-Kolkata-Dec-27-ANI-West-Bengal-Youth-Congress-members-block-road-and-protest-against-the-atrocities-on-Hindus-in-Bangladesh-at-Esplanade-in-Kolkata-on-Saturday
Nach dem Mord an Dipu Chandra Das kam es in Indien zu Protesten gegen Bangladesch. (Foto: IMAGO/ANI News)

Im kommenden Monat soll in Indien die Weltmeisterschaft im Twenty20International-Cricket stattfinden. Ein gigantisches Turnier mit 20 Nationen, 55 Spielen und einem Endspiel im größten Stadion der Welt. Doch regionale Spannungen sorgen für große Unruhe.

Andere Regionen der Welt, andere Sportarten, andere Konflikte. Rund einen Monat vor Beginn der T20I-WM in Indien und Sri Lanka hat Bangladesch angekündigt, aufgrund der wachsenden Spannungen zwischen den Ländern und dem Rauswurf eines Bangladescher aus der indischen Cricket-Liga nicht nach Indien zu reisen. Am Turnier wollen sie trotzdem teilnehmen.

Die Ermordung eines Hindus in Bangladesch im Dezember hat die angespannte Lage zwischen den beiden Ländern verschärft. Der 27-Jährige, Teil der hinduistischen Minderheit im muslimisch dominierten Land, war im Norden des Staates am Gold von Bengalen von einem Mob zu Tode geprügelt worden. Ihm wurde zuvor Gotteslästerung vorgeworfen.

Bangladeschs Sorge um die Sicherheit der Spieler

Der Mord hatte in Indien Proteste von nationalistischen Hindu-Gruppen ausgelöst. Ein weiteres Resultat war die Entlassung des Spielers Mustafizur Rahman durch die Kolkata Knight Riders auf Druck des indischen Cricket-Verbands. Der nannte keine weiteren Gründe dafür, bezog sich jedoch auf "aktuelle Entwicklungen".

Aus Bangladesch hieß es daraufhin, dass man um die "Gesundheit und Sicherheit" der Spieler fürchte und nach einer Analyse der jüngsten Ereignisse das Team "unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht zum Turnier nach Indien reisen" zu lassen.

Den WM-Kader benannte der Verband trotzdem. Er beantragte beim internationalen Cricket-Verband eine Verlegung der Spiele gegen die Westindischen Inseln, England, Nepal und Italien, "um sicherzustellen, dass die Mannschaft in einer sicheren und angemessenen Umgebung am Turnier teilnehmen kann."

Auch Pakistan tritt nicht in Indien an

Neben Bangladesch hat auch Pakistan aufgrund der Spannungen mit Indien Bedenken geäußert. Das muslimische Land wird alle vier WM-Gruppenspiele in Sri Lanka austragen. Im September hatten indische Spieler ihren pakistanischen Gegner bei einem Spiel des Asia Cups in Dubai den Handschlag verweigert. Das war das direkte Resultat des Vier-Tage-Konflikts zwischen beiden Ländern im April 2025.

Die Twenty20I-WM startet am 7. Februar. Das TV-freundliche Format dauert anders als die bis zu fünf Tage laufenden Test-Matches rund drei Stunden. 20 Nationalmannschaften nehmen an dem Turnier teil. Mit England, Irland, Italien und den Niederlanden treten insgesamt fünf europäische Teams bei dem bis zum 8. März laufenden Turnier an.

Das Finale soll in dem 132.000 Zuschauer fassenden Narendra Modri Stadion, dem größten Stadion der Welt, im indischen Ahmedabad ausgetragen werden. Sollte Pakistan das Finale erreichen, würde das Finale nach Colombo in Sri Lanka verlegt werden. Titelverteidiger bei der Twenty20I-WM ist Indien.

Quelle: ntv.de, sue

IndienMuslimeBangladeschReligionenPakistanKaschmirWeltmeisterschaftenHinduismus