Sport

Erfolg für große BBL-Klubs Bundesliga schiebt den Abbruch vor sich her

imago46891626h.jpg

Ob Paul Zipser und der FC Bayern ihren Meistertitel verteidigen können, ist weiter offen.

(Foto: imago images/Lackovic)

Die Basketball-Bundesliga hofft noch darauf, ihre Saison zu Ende bringen zu können. Allerdings mehren sich die Stimmen, die einen Abbruch fordern. Trotzdem vertagt die Liga die Entscheidung - wohl auch, weil die großen Klubs um den FC Bayern Druck machen.

Die Basketball-Bundesliga (BBL) kämpft weiter vehement um die Fortsetzung ihrer Saison und hat sich trotz der gravierenden Folgen der Corona-Krise noch einmal gegen einen Abbruch der aktuellen Spielzeit entschieden. In einer rund dreistündigen Videokonferenz beschlossen die Liga und die 17 Klubs am Mittwoch stattdessen, den Spielbetrieb noch einmal weiter bis zum 30. April auszusetzen. Dann soll erneut beraten werden, ob die Saison noch auf irgendeine Art zu Ende gespielt werden kann oder ob doch abgebrochen werden muss. Der Spielbetrieb ruht bereits seit dem 12. März.

Die BBL wählt damit vorerst einen anderen Weg als die Deutsche Eishockey Liga, die ihre Saison nach der Hauptrunde abgebrochen und keinen Meister gekürt hatte. Stattdessen folgen die Basketballer dem deutschen Profifußball, der am Dienstag ebenfalls eine Spielpause bis zum 30. April beschlossen hatte.

"Die Entscheidung ist mit großer Mehrheit getroffen worden und ist ein deutliches Zeichen der Geschlossenheit in der Liga", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. "Es war unser Ziel, uns die Chance auf die Fortsetzung der Saison zu erhalten, und das ist uns mit breiter Zustimmung gelungen", sagte Holz. Nach dpa-Informationen gab es nur zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung. Danach sah es in den Tagen zuvor nicht unbedingt aus. Zahlreiche Klubs hatten ihre ausländischen Spieler in die Heimat fliegen lassen, einige Vereine hatten bereits die Verträge mit fast der Hälfte der Mannschaft aufgelöst.

Kleinere Klubs fordern Abbruch - und werden umgestimmt

Vor allem die kleineren Klubs kämpfen bereits nach zwei Wochen ohne Einnahmen aus Heimspielen um das Überleben. Sie hatten daher zum Teil für einen Abbruch plädiert. Doch in der Videokonferenz wurden die Kritiker einer verlängerten Spielpause auf Linie gebracht. "Es war zum aktuellen Stand die sinnvollste Entscheidung unter Abwägung aller Gründe sportlicher und wirtschaftlicher Natur. Es geht darum, den Fortbestand der Basketball-Bundesliga und aller Klubs zu sichern", sagte Martin Geissler, Geschäftsführer des Mitteldeutschen BC. Vor allem die Spitzenklubs hatten sich schon im Vorfeld gegen einen Abbruch zum jetzigen Zeitpunkt positioniert. "Der BBL-Beschluss ist die einzig logische Entscheidung", sagte Marko Pesic, Geschäftsführer vom deutschen Meister FC Bayern München. "Somit besteht auch weiterhin Zeit, zu diversen Problemstellungen und Szenarien Lösungen zu erarbeiten."

Die Dokumentation "Ausgespielt! Die Corona-Krise im Sport" läuft am Samstag (28. März) um 8.30 Uhr und um 11.30 Uhr bei ntv. Sie ist auch bei TVNOW verfügbar.

Die Liga will ihren Klubs in den kommenden Wochen nun dabei helfen, ihre Organisation und vor allem die Liquidität aufrechtzuerhalten. "Wir werden den Vereinen bei der Kurzarbeit helfen, zudem ist eine gemeinsame Position der Liga beim Thema Gehaltsverzicht der Profis geplant", sagte Holz. Die BBL will zudem im Fall der Fälle einige finanzielle Zahlungen vorziehen, um den Klubs zu helfen. Alle Beteiligten hoffen, dass es am 30. April dann ein Szenario gibt, dass eine Fortsetzung des Spielbetriebs ermöglicht. "Es war sinnvoll, nicht wieder eine Entscheidung für nur zwei Wochen, sondern gleich auf längere Sicht zu treffen", sagte Gunnar Wöbke, Geschäftsführer der Fraport Skyliners Frankfurt.

"Es bleibt das erklärte Ziel, die Saison 2019/2020 zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu spielen, gegebenenfalls mit einem gekürzten respektive verdichteten Modus", hieß es in der Mitteilung der Liga. Spielplan-Szenarien wurden am Mittwoch aber noch nicht diskutiert.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa