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"Mit dem Weltverband gesprochen" DHB-Team fürchtet erste Spielabsage bei WM

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In der deutschen Mannschaft gibt es bislang keine positiven Corona-Tests.

(Foto: imago images/Herbert Bucco)

In der WM-Vorrunde soll die deutsche Handball-Nationalmannschaft gegen die Kap Verde antreten. Doch in deren Auswahl gibt es nicht nur vor der Abreise Corona-Fälle, sondern auch nach der Ankunft am Spielort Ägypten. Verbands-Vizechef Bob Hanning wartet auf Antworten.

Die ersten Risse in der WM-Blase versetzten die deutsche Mannschaft in höchste Alarmbereitschaft. Ihr Frühstück nahmen Kapitän Uwe Gensheimer und Co. am Freitagmorgen vorsichtshalber isoliert auf ihren Zimmern im Teamhotel zu sich. Die Corona-Gefahr, vor der tagelang gewarnt wurde, ist durch vier neue positiv getestete Spieler beim zweiten Vorrundengegner Kap Verde plötzlich ganz real. Dem Neuling droht noch vor dem ersten Anwurf der Turnierausschluss.

Der Deutsche Handballbund (DHB) drängt jedenfalls auf eine schnelle Entscheidung des Weltverbandes IHF. Zusammen mit anderen Nationen habe man seine Bedenken geäußert und "unsere Sorgen bezüglich Garantien, die gegeben werden", berichtete DHB-Sportvorstand Axel Kromer am Freitagmorgen im deutschen Teamquartier in Gizeh.

Ob die Partie der Afrikaner am heutigen Freitagabend (20.30 Uhr) gegen Ungarn stattfindet, ist ungewiss. Auch das deutsche Vorrundenspiel gegen den Inselstaat am Sonntag (18.00 Uhr/ARD und im ntv.de-Ticker) steht auf der Kippe. "Es scheint wohl alle Optionen zu geben", sagte Kromer nach einer technischen Besprechung mit der IHF am Freitagmorgen. Aufschluss über das Ausmaß des Ausbruchs sollen weitere Tests geben.

Sollte Kap Verde das erste Vorrundenspiel verpassen, sehen die IHF-Statuten vor, dass dieses am Grünen Tisch mit einer 0:10-Niederlage gewertet wird. Sollte das Team nach dem coronabedingten Rückzug der USA und Tschechien ebenfalls gar nicht an der WM teilnehmen, stünden die Niederlande als nächstes Team auf der Nachrückerliste. Es wäre aber wohl auch möglich, dass nicht weiter aufgefüllt wird. Zuletzt waren Nordmazedonien und die Schweiz kurzfristig ins Teilnehmerfeld gerutscht.

Drei weitere Spieler infiziert

Bereits vor der Anreise nach Ägypten hatte es beim Team Kap Verdes etliche Corona-Fälle gegeben. Cheftrainer Jose Tomas reiste Medienberichten zufolge wie ein halbes Dutzend an Corona erkrankter Spieler erst gar nicht mit an den Nil. Wegen der positiven Befunde hatten die DHB-Verantwortlichen erwirkt, dass die Delegation des Inselstaats zunächst in einem Quarantäne-Hotel isoliert und erst einmal nicht im Teamquartier der deutschen Mannschaft untergebracht wird.

"Das Risiko ist nicht hier drin, sondern kommt von draußen hier rein", sagte Hanning nun über die seit Tagen heiß diskutierte Sicherheit in der WM-Bubble. Das deutsche Team fühle sich aber sicher. "Wir sind guter Dinge, dass uns hier nichts passiert", so Hanning.

Die Fälle bei Kap Verde sind nicht die einzigen neuen Corona-Fälle, über die der Weltverband IHF am späten Donnerstagabend auf seiner Internetseite informierte. Zwei slowenische und ein brasilianischer Spieler, ein portugiesischer Journalist und eine aus den USA angereiste Person wurden positiv getestet. Alle haben sich laut IHF umgehend in Isolation begeben.

In dem Wirbel um die neuen Fälle ging das sportliche Märchen der Schweizer Handballer um ihren überragenden Bundesliga-Star Andy Schmid (7 Tore) beinahe unter. Nachdem sie erst am späten Dienstagabend von ihrer ersten Turnier-Teilnahme seit 26 Jahren erfahren hatten, ging es am Donnerstag vom Flieger direkt in die Halle in Kairo - wo ein 28:25-Erfolg gegen Österreich gelang. "Wenn ich ehrlich bin, hatte ich mir das erste Mal schon ein bisschen anders vorgestellt", sagte Schmid der "Rhein-Neckar Zeitung" über sein persönliches WM-Debüt nach für ihn und sein Team turbulenten 48 Stunden, "aber das ist bei vielen Dingen im Leben so."

Quelle: ntv.de, Christoph Stukenbrock und Moritz Löhr, sid

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