Fußball-WM 2019

Richtig stark gegen Südafrika DFB-Elf spaziert bei WM zum Gruppensieg

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Freude in Montpellier: Sara Däbritz freut sich nach dem ersten Tor der Kollegin Melanie Leupolz. Das ist die Frau mit der Nummer 18 auf dem Rücken.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Geht doch: Nach zwei knappen Siegen gewinnen die deutschen Fußballerinnen gegen Südafrika leicht, locker und mit viel Spielfreude. Lohn ist der Sieg in ihrer Gruppe bei der WM in Frankreich. Damit geht das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg den USA aus dem Weg - zumindest vorerst.

Befreit vom Druck sind die deutschen Fußballerinnen als Gruppenerste ins Achtelfinale bei der Weltmeisterin in Frankreich gestürmt. Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg gewann zum Vorrundenabschluss in Montpellier souverän mit 4:0 (3:0) gegen Südafrika. Nach den eher mühsamen 1:0-Siegen gegen China und Spanien zeigte die DFB-Elf auch ohne die verletzte Regisseurin Dzsenifer Marozsan Freude am Spiel.

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Läuft: Alexandra Popp.

(Foto: REUTERS)

Auch das mit dem Toreschießen klappte nun gegen in der Offensive weitgehend harmlose Gegnerinnen: Melanie Leupolz in der 14. Minute, Sara Däbritz (29.), Kapitänin Alexandra Popp (40.) und Lina Magull (58.) trafen vor 15.502 Zuschauern im Stade de la Mosson zum hochverdienten Erfolg im ersten Länderspiel gegen den WM-Neuling. Die DFB-Auswahl beendete die Gruppenphase ohne Gegentreffer. Mit dem Gruppensieg hat der zweimalige Weltmeister sein erstes Etappenziel erreicht und trifft nun im Achtelfinale am kommenden Samstag (ab 17.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in Grenoble auf einen der vier besten Gruppendritten. Gegen wen genau es geht, das ist noch offen. Die Entscheidung fällt erst am letzten Gruppenspieltag am kommenden Donnerstag

Sicher aber ist, dass in der deutschen Gruppe B auch die Teams aus Spanien und China eine Runde weiter sind, nachdem sie sich mit 0:0 getrennt haben. Die Südafrikanerinnen hingegen müssen die Heimreise antreten, so sehr sie sich auch bemüht haben. Die deutsche Traineron Voss-Tecklenburg hatte ihr Team im Vergleich zur Partie gegen Spanien, auf drei Positionen geändert. Für Kathrin Hendrich, Lena Goeßling und die mit einer Gelben Karte vorbelastete Lena Oberdorf rückten Leupolz, Magull und die 18 Jahre alte Freiburgerin Klara Bühl in die Startelf. Erstmals trat das DFB-Team bei dieser WM im 4-4-2-System an, mit Bühl und Spielführerin Popp als Doppelspitze.

Däbritz mit zweitem Turniertreffer zur Stelle

Die Trainerin hatte nach zwei glanzlosen Siegen zum Vorrundenabschluss eine spielerische Steigerung gefordert. Und Deutschland begann gegen die Nummer 49 der Weltrangliste engagiert und zielstrebig, ließ nie einen Zweifel am Siegeswillen aufkommen. Den ersten Angriffen fehlte es bei herrlichem Fußballwetter und 27 Grad noch an Präzision, ehe eine Standardsituation zur verdienten deutschen Führung führte. Bei einer von Verena Schweers getretenen Ecke stand Leupolz auf der Linie des Fünf-Meter-Raums völlig frei und hatte keine Mühe ihren Kopfball ins linke untere Eck zu platzieren.

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Schlusspunkt: Lina Magull.

(Foto: REUTERS)

Nur zwei Minuten später hätte es 2:0 stehen müssen: Als Südafrikas Torhüterin Andile Dlamini einen Däbritz-Schuss nur mit Mühe abwehren konnte, schoss Popp unbedrängt aus kurzer Distanz über das leere Tor. Unerklärlicherweise gab es dann einen kleinen Bruch im Offensivspiel der DFB-Elf.

So dauerte fast eine halbe Stunde, bis die spielfreudige Däbritz die Führung ausbaute. Erneut konnte Keeperin Dlamini eine Hereingabe, diesmal von Schweers, nicht festhalten. Däbritz war mit ihrem zweiten Turniertreffer zur Stelle. Noch vor der Pause machte Popp ihren Fauxpas wieder gut und erhöhte in gewohnter Manier mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Maßflanke von Giulia Gwinn auf 3:0.

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild nicht. Deutschland dominierte und spätestens mit dem 4:0 der Bayern-Mittelfeldspielerin Magull, die nach einem Freistoß von Carolin Simon die Verwirrung in der afrikanischen Abwehr nutzte, war die Partie entschieden. Nach gut einer Stunde kam Linda Dallmann zu ihrem WM-Debüt. Erst in der Schlussphase kamen die Südafrikanerinnen noch zu Chancen, zum zweiten Turniertor reichte es aber nicht mehr.

Quelle: n-tv.de, Ulli Brünger und Stephan Köhnlein, dpa