Fußball-WM 2019

17 Tore für Gleichberechtigung Marta knackt Rekord und witzelt über Klose

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Tor Nummer 17: Marta feiert im letzten WM-Vorrundenspiel gegen Italien.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Die sechsmalige Weltfußballerin Marta erzielt in Frankreich ihr 17. Tor bei einer WM und überholt damit Miroslav Klose. Die Brasilianerin sieht sich mittlerweile als Vorkämpferin für die Gleichberechtigung - und wagt einen kleinen Scherz auf Kosten des ehemaligen deutschen Nationalspielers.

Auf diesen Moment hatte sie gewartet. Mit funkelnden Augen und der Trophäe für die beste Spielerin in den Händen verbreitete Marta ihre Botschaft an die Frauen der Welt - nach einem kurzen Seitenhieb in Richtung von Miroslav Klose. "Ob er jetzt wohl aus der Rente zurückkommt und die nächste Weltmeisterschaft spielen wird?", witzelte Marta sichtlich aufgekratzt nach ihrem 17. Tor bei einer WM-Endrunde.

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"Ich teile den Rekord mit allen, die für die Gleichberechtigung kämpfen."

(Foto: imago images / foto2press)

Der Scherz war aber nur die Anmoderation für das, was der sechsmaligen Weltfußballerin wirklich auf der Seele brannte. Marta ließ keinen Zweifel daran, dass sie mit der Aufstellung der neuen Bestmarke genau die Mission erfüllt hat, für die sie nach Frankreich gekommen war. "Dieser Rekord gehört nicht mir allein. Er gehört uns allen", betonte die 33-Jährige nach dem 1:0 (0:0) im abschließenden Gruppenspiel der Brasilianerinnen gegen Italien: "Ich teile den Rekord mit allen, die für die Gleichberechtigung kämpfen."

Dass sie die Frauen im "Kampf der Geschlechter" in Führung gebracht und den Rekordler Klose mit seinen 16 Toren überholt hatte, feierte sie schon gleich nach dem verwandelten Strafstoß in der 74. Minute ausgelassen. Marta war sich der Bedeutung des Treffers sofort bewusst, der Einzug ins Achtelfinale wurde zur Nebensache. "Ich fühle mich wirklich sehr geehrt und bin unsagbar glücklich darüber, Geschichte geschrieben zu haben - in einem Sport, über den manche Leute immer noch denken, dass er nur für Männer sei. Wir brechen Rekorde und zeigen damit, wie weit der Frauenfußball schon nach vorne gekommen ist." Doch den Fußball sieht die Südamerikanerin mittlerweile nur noch als Vehikel.

"Marta ist eine Ikone für uns"

Marta geht es um den Kampf für die Gleichheit der Frau in allen Bereichen. "Wir haben bei der WM eine großartige Gelegenheit. Wir können diese Plattform nutzen, um den Kampf der Frauen für die Gleichberichtigung zu unterstützen", formulierte das Idol unmissverständlich ihr Anliegen: "Es geht um die Rolle der Frau in allen Bereichen. Es geht nicht nur um Sport - das ist ein Kampf für die Gleichberechtigung auf allen Ebenen."

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Sie trägt, na klar, die Nummer 10.

(Foto: REUTERS)

Doch Worte alleine reichen Marta schon lange nicht mehr, um die Aufmerksamkeit rund um dieses Thema zu erhöhen. In der Diskussion um die großen Unterschiede bei Wertschätzung und finanzieller Entlohnung setzt die Spielmacherin auch Zeichen. Marta lehnt seit einem Jahr die Angebote von Ausrüstungssponsoren beharrlich ab, weil sie ihrer Meinung nach viel zu weit unter denen liegen, die ihre männlichen Kollegen erhalten. Für ihre Mitspielerinnen ist der Star des Teams deshalb nicht nur ein fußballerisches Vorbild. "Marta ist eine Ikone für uns. Dass sie jedes Jahr neue Rekorde aufstellt, ist nicht nur für uns als Team wichtig. Es ist für alle Frauen sehr wichtig", sagte Abwehrchefin Monica: "Ich bin so glücklich darüber, dass sie Brasilianerin ist."

Quelle: n-tv.de, Alexander Sarter, sid