Sport

Teil des staatlichen Dopingsystems Gewichtheber sperren Russland für Rio

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Bei den Olympischen Spielen in Rio wird nur ein Rumpfteam aus Russland an den Start gehen.

(Foto: dpa)

Mit einer fragwürdigen Entscheidung überlässt das IOC den Weltverbänden die Entscheidung, russische Athleten trotz Staatsdoping für die Olympischen Spiele zu sperren oder nicht. Die Gewichtheber greifen als erster Verband rigoros durch.

Der Weltverband der Gewichtheber, IWF, hat alle russischen Athleten von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen. Der Verband teilte mit, dass er keinem der acht nominierten russischen Athletinnen und Athleten, drei Frauen und fünf Männern, eine Startberechtigung erteilen werde. Zwei der Athleten fielen unter die Sperre des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die ehemaligen Dopingsündern aus dem Land einen Start in Rio untersagt. Vier weitere wurden im McLaren-Report erwähnt, der Russland ein staatliches Dopingsystem nachwies.

"Die Integrität des Gewichthebens ist zahlreiche Male und auf mehreren Ebenen von den Russen beschädigt worden. Aus diesem Grund wurde eine angemessene Sanktion ausgesprochen, um den Status des Sports zu schützen", hieß es in der IWF-Mitteilung.

Präsident Christian Baumgartner vom Bundesverband Deutscher Gewichtheber (BVDG) war als Mitglied der IWF-Exekutive an der Telefonkonferenz des Weltverbandes beteiligt, in der am Freitagnachmittag die Entscheidung fiel. "Es gibt im Weltverband die Regel, dass wenn ein Verband unseren Sport so in Misskredit bringt, wir eine Sperre aussprechen können", sagte Baumgartner.

270 russische Athleten in Rio dabei

Im Gegensatz dazu hatten die Weltverbände der Radfahrer (UCI) und der Ringer (UWW) zuvor fast alle nominierten russischen Athleten für Rio zugelassen. Die UCI genehmigte am Donnerstag elf Russen den Start, drei Fahrern wurde er verweigert. Sie seien "möglicherweise" in das vom russischen Staat organisierte Doping eingebunden gewesen, teilte der Verband mit. Drei weitere Fahrer waren bereits zuvor von Olympia ausgeschlossen worden, weil sie schon einmal wegen Dopings gesperrt waren. Der internationale Verband der Ringer akzeptierte 16 von 17 russischen Kämpfern. Nur der Freistil-Kämpfer Viktor Lebedew darf nicht nach Rio reisen, weil er bei der Junioren-WM 2006 positiv getestet worden war.

Die ersten russischen Olympia-Starter hatten sich am Donnerstag auf den Weg nach Brasilien gemacht. Rund 70 Sportlerinnen und Sportler flogen von Moskau aus nach Rio de Janeiro. Insgesamt werden trotz Dopingskandals vermutlich etwa 270 russische Athleten an den Wettbewerben teilnehmen.

Nachdem das IOC einen Ausschluss Russlands von den Spielen trotz massiver Vorwürfe von Staatsdoping abgelehnt hat, liegt die Entscheidung über den Start einzelner Athleten nun bei den Fachverbänden. Alexander Schukow, Präsident des Russischen Olympischen Komitees, sagte erneut, es habe in Russland kein systematisches Doping gegeben. Im Gegenteil: Nach all den Vorwürfen werde Russland in Rio die sauberste Mannschaft haben. Die Olympischen Spiele dauern vom 5. bis zum 21. August.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/SID