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WM-Silber hinter Norwegen Herrmann krönt deutsche Biathlon-Aufholjagd

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Franziska Preuß und Denise Herrmann führten die deutsche Mannschaft von weit hinten noch zur Medaille.

(Foto: AP)

Beim letzten Schießen wackelt Denise Herrmann kurz, danach fliegt sie an der Konkurrenz vorbei. Die deutsche Frauenstaffel holt Silber, und ist damit "best of the rest" in Antholz. Denn an der Spitze dominiert das Team der überragenden Athletin dieser Biathlon-Weltmeisterschaften.

Denise Herrmann fiel nach der hammerharten Schlussrunde ihren jubelnden Kolleginnen in die Arme, die Erleichterung über das silberne Happy End war den deutschen Biathletinnen anzusehen: Nach einer furiosen Aufholjagd mussten sie sich im WM-Staffelrennen von Antholz über 4x6 Kilometer nur den Seriensiegern aus Norwegen geschlagen geben. "Es war ein richtig geiles Rennen. Es war aber nicht einfach, ich hatte ganz schön wackelige Beine beim Schießen", sagte Herrmann. Mit Karolin Horchler, Vanessa Hinz und Franziska Preuß lag sie am Ende nur 10,7 Sekunden hinter den in diesem Winter immer siegreichen Norwegerinnen und gewann die vierte Medaille für den Deutschen Skiverband.

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Sechster Start, sechste Medaille: Marte Olsbu Roiseland aus Norwegen.

(Foto: AP)

Für Norwegens Schlussläuferin Marte Olsbu Roiseland war es beim sechsten Start in Antholz die sechste Medaille, davon vier Mal Gold. Für die deutsche Mannschaft hatten zuvor Herrmann (Verfolgung), Hinz (Einzel) und Preuß (Single-Mixed-Staffel) bereits Silber gewonnen. Herrmann erlöste das deutsche Team dank ihrer Laufstärke allerdings erst auf der Schlussrunde, auf der sie Tschechien und kurz vor dem Ziel noch die Ukraine überholte.

Insgesamt benötigten die deutschen Frauen neun Nachlader. Die vier Athletinnen hatten in diesem Winter, wenngleich in unterschiedlicher Aufreihung, zwei vierte Plätze belegt. Neben einem weiteren vierten Rang verbuchte eine deutsche Frauenstaffel im Weltcup zudem einen zwölften Rang. In jedem Rennen musste das DSV-Quartett dabei mindestens eine Strafrunde drehen - mit einem sicheren Schießen sollte nun der Grundstein für Edelmetall gelegt werden. Startläuferin Horchler feuerte ihre ersten fünf Schüsse entsprechend dosiert ab, einmal musste sie dennoch nachladen. Stehend verhinderte die 30-Jährige den Gang in die Strafrunde dann nur mit Mühe und drei weiteren Nachladern, der Rückstand wuchs bis zum Wechsel auf 1:10,0 Minuten an.

"Habe brutal gezittert"

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Vize-Weltmeisterinnen: Karolin Horchler, Vanessa Hinz, Franziska Preuß und Denise Herrmann.

(Foto: REUTERS)

"Ich habe brutal gezittert, ich war extrem aufgeregt", erklärte Horchler. Zwar räumte Hinz danach beflügelt von ihrem Einzel-Coup alle Scheiben ohne Nachlader ab, der Abstand zu den Medaillenrängen aber verringerte sich nur unwesentlich, zur Spitze vergrößerte er sich sogar noch um eine halbe Minute. "Ich bin froh, denn es war heute gar nicht leicht für mich." Wie schnell sich ein Rennen aber ändern kann, zeigte der dritte Stehendanschlag. Während die Rivalinnen viele Fehler produzierten, knallte Preuß ihre Schüsse sicher ins Ziel - der Lohn war Rang vier mit nur noch 43,0 Sekunden Rückstand. "Zum Glück ist es voll aufgegangen", sagte Preuß.

Ab 14.45 Uhr wollen auch die deutschen Männer ihre erste Medaille bei den Titelkämpfen in Südtirol holen. Die Konkurrenz ist aber gewaltig, vor allem die Quartetts aus Norwegen und Frankreich dürften Gold und Silber unter sich ausmachen. "Wir haben uns viel vorgenommen und wollen natürlich auf einem der ersten drei Plätzen ankommen", sagte der entthronte Einzel-Weltmeister Arnd Peiffer: "Es wird schwer, aber wir haben die Chance - und die wollen wir mit beiden Händen ergreifen."

Für Aufsehen hatte am Samstagmorgen ein Polizeieinsatz gesorgt: Die Staatsanwaltschaft Bozen hatte eine Durchsuchung bei Sprint-Weltmeister Alexander Loginow veranlasst. Am Sonntag finden zum WM-Abschluss noch die beiden Massenstarts (12.30/15.00) statt.

Quelle: ntv.de, Tobias Schwyter, sid