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Tokio 2020 mutiert zu Problem-Spielen IOC-Boss Bach bricht kritische PK ab

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Es läuft gerade nicht für IOC-Präsident Thomas Bach und Tokios Olympia-Organisatoren.

(Foto: AP)

Korruption, Kostenexplosion, Logo-"Klau": Die Sommerspiele 2020 in Tokio sind Olympische Problem-Spiele. Als IOC-Boss Thomas Bach zum neuesten Gerücht befragt wird, dass sogar Wettbewerbe nach Südkorea ausgelagert werden, endet eine Presserunde abrupt.

Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio werden für das Internationale Olympische Komitee (IOC) offenbar immer mehr zum Problemfall. Mitten in eine Presekonferenz von IOC-Präsident Thomas Bach in der japanischen Hauptstadt platzten Gerüchte, wonach ein Teil der olympischen Wettbewerbe aus Kostengründen nach Südkorea ausgelagert werden soll. Fragen dazu erlaubte Bach nicht, die Pressekonferenz vor rund 100 Journalisten wurde abrupt beendet.

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Kritische Fragen an Thomas Bach? Unerwünscht.

(Foto: AP)

Es verdeutlicht erneut die Schwierigkeiten, mit denen Tokio und damit auch das IOC konfrontiert sind, seit die Stadt 2013 in Buenos Aires zum zweiten Mal nach 1964 den Zuschlag für die Ausrichtung der Spiele erhielt. Ein von Monat zu Monat explosionsartig steigender Gesamtetat, der Streit um das angeblich "geklaute" Logo und Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der Spiele hielten und halten alle Beteiligten in Atem.

Das Gesamtbudget der Spiele ist mittlerweile bereits auf 28 Milliarden US-Dollar angestiegen und damit viermal so hoch wie ursprünglich festgelegt. Nun berichteten japanische Medien übereinstimmend, das IOC ziehe mehrere Verlegungen nach Südkorea in Erwägung. Angeblich handelt es sich dabei um die Ruder- und Kanurennsport-Wettbewerbe, die aus Gründen der Kostenreduktion für Tokio in der koreanischen Stadt Chungju stattfinden sollen.

Es wäre die zweite Zusammenarbeit beider Länder bei einem Sportereignis dieser Größenordnung nach der Fußball-WM 2002. Ein Offizieller des Sportministeriums in Seoul versicherte allerdings, dass es bislang noch keine Kontaktaufnahme seitens des IOC gegeben habe: "Wir waren überrascht, denn die Berichte kamen aus heiterem Himmel."

Auch das Nationale Olympische Komitee Südkoreas (KOC), das 1988 in Seoul schon Erfahrungen mit Sommerspielen gemacht hat und momentan die Winterspiele 2018 in Pyeongchang vorbereitet, ist bisher angeblich nicht über die Pläne informiert worden. "Aber wenn das IOC einen Vorschlag machen will, würden sie wahrscheinlich erst den Veranstaltungsort direkt kontaktieren", sagte ein KOC-Funktionär der französischen Nachrichtenagentur AFP. Chungju war vor drei Jahren Austragungsort der Ruder-Weltmeisterschaften.

Tokio will drastisch sparen

IOC-Präsident Bach hatte vor dem abrupten Ende der Pressekonferenz über die Ergebnisse seines Treffens mit Tokios Gouverneurin Yuriko Koike berichtet. Man habe zeitnahe Gespräche zwischen dem IOC, der Stadt Tokio, der japanischen Regierung und den Organisatoren der Spiele beschlossen, sagte Bach. Ein von Koike bestelltes Expertengremium hatte kürzlich vor den explodierenden Kosten der Spiele 2020 gewarnt, die Gouverneurin hatte daraufhin drastische Reduzierungsmaßnahmen angekündigt.

Die angekündigte Vierer-Runde, so Bach, trete nicht mit dem Ziel an, "festzulegen, wer was bestimmt oder tut. Es wird ein Arbeitskreis sein, der alle bisherigen Maßnahmen und Fakten zusammenträgt und dann die entsprechenden Budgets dazu prüft. Es ist auch keine politisch motivierte Gruppe, es ist ein Team, das sehr eng miteinander kooperieren wird." Zu weiteren "Gerüchten oder Befindlichkeiten einzelner Personen werde ich mich nicht äußern".

Quelle: ntv.de, cwo/sid

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