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Bitterer WM-K.o. für "Bad Boys" Katar schockt deutsche Handballer

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Die deutsche Offensive um Kreisläufer Patrick Wiencek fand nie ihren Rhythmus. Zu allem Überfluss musste Wiencek zehn Minuten vor Schluss auch noch vom Feld.

(Foto: dpa)

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist raus bei der WM. Nach einem Krimi in Paris verabschieden sich die "Bad Boys" im Achtelfinale gegen Katar unerwartet früh aus dem Turnier in Frankreich. Dabei liegt Deutschland bis kurz vor Schluss in Führung.

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Mit dem WM-Aus endete auch die Ära Dagur Sigurdsson als Handball-Bundestrainer.

(Foto: dpa)

Eine über weite Strecken extrem verunsicherte DHB-Auswahl ist im Achtelfinale der Handball-WM an den eigenen Nerven gescheitert. Nach der überraschenden 20:21 (10:9)-Achtelfinalpleite gegen Katar muss der Europameister die Heimreise antreten und verpasst die erste WM-Medaille seit zehn Jahren. Die verunsicherte Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson konnte gegen den Vize-Weltmeister zu keinem Zeitpunkt an die teils starken Vorstellungen der Vorrunde anknüpfen. Damit endete auch die rund zweieinhalbjährige Amtszeit des Isländers mit einem Tiefschlag.

Beste deutsche Werfer vor 10.209 Zuschauern in Paris waren Rechtsaußen Patrick Groetzki und Altstar Holger Glandorf mit je vier Treffern. Für Katar traf Rafael Capote neunmal. Er trifft nun mit seinem Team am Dienstag (20.45 Uhr) im Viertelfinale auf Slowenien.

Starker Start der "Bad Boys"

Erneut startete die DHB-Auswahl zwar hochkonzentriert und lag nach zehn Minuten bereits mit vier Toren in Front. Aber genauso schnell bauten die Bad Boys danach wieder ab. Sigurdssons Mannschaft zeigte gerade im ersten Durchgang ungewöhnlich oft Nerven und schwächelte im Angriffsspiel. Zwar vereitelte Wolff mit seinen Paraden etliche Versuche der Kataris, doch gerade im deutschen Aufbau fehlte zunächst die Struktur. Auf Fehlpässe von Spielmacher Steffen Fäth folgten Ungenauigkeiten im Abschluss, wodurch der Gegner immer wieder zu Kontergelegenheiten kam. Vor allem Superstar Rafael Capote wusste diese einige Male zu vollenden.

Doch dass Katar das Spiel im ersten Durchgang eng gestaltete, lag vor allem an der nervösen DHB-Auswahl selbst. Dabei hatte das Nationalteam des Wüstenstaats nicht mehr viel mit dem Silbermedaillengewinner vor zwei Jahren zu tun. 2015 hatte Katar die Deutschen im Viertelfinale besiegt (26:24). Von den damals extra für die Heim-WM für viel Geld eingebürgerten Top-Stars waren neben dem Kubaner Capote lediglich noch Weltklasse-Keeper Danijel Saric und der Franzose Bertrand Roine dabei.

Auch Saric zeigt Weltklasse-Parade

Und es war ebenfalls Sigurdssons Team selbst, das Saric kurz vor der Pause zur Höchstform auflaufen lief. Zahlreiche unpräzise Würfe wehrte der gebürtige Bosnier mit starken Reflexen ab - und war sogar einmal selbst erfolgreich, als er den Ball über das gesamte Feld ins leere deutsche Tor warf. Nur dank des ersten Turniertreffers des nachnominierten Holger Glandorf ging die DHB-Auswahl mit einer knappen Führung in die Pause.

Dennoch überraschte die anfängliche Unsicherheit der jungen DHB-Auswahl, da Sigurdsson erneut seine zuletzt gegen Kroatien überragende Stammformation aufs Feld geschickt hatte. Aber neben dem deutschen Angriff zeigte sich auch die Defensive um den 2,10 Meter großen Finn Lemke nach dem Umzug von Rouen in die französische Hauptstadt zunächst noch nicht akklimatisiert. Das änderte sich auch mit dem Seitenwechsel nicht.

Routinierte Spieler wie der nachnominierte Europameister Hendrik Pekeler leisteten sich auch im zweiten Durchgang individuelle Fehler und hielten den Asienmeister dadurch unfreiwillig im Spiel. Der 33-jährige Routinier Glandorf half der Mannschaft dann in einer kritischen Phasen mit seiner Erfahrung und drei Toren, der Vorsprung wuchs wieder auf vier Tore. Doch Katar kam wieder und wieder ran, Saric parierte Versuch um Versuch, Capote traf plötzlich alles. Das reichte letztlich zum nächsten WM-Coup über die DHB-Auswahl, die sich durch eine Rote Karte für Kreisläufer Patrick Wiencek zehn Minuten vor Schluss noch selbst geschwächt hatte.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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