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Gegensätze der Handball-Rivalen Kiel entfernt sich immer weiter von Flensburg

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Im September besiegte der THW die SG mit zehn Toren Unterschied.

(Foto: imago images/Lobeca)

Selbst der drohende Abschied eines Weltklasse-Handballers bringt den THW Kiel derzeit nicht aus dem Rhythmus. Beim ewigen Rivalen, bei der SG Flensburg-Handewitt, ist die Stimmung deutlich schlechter. Die Zeit ist knapp, die Probleme groß, Lösungen schwer zu finden.

Geographisch trennen die Handball-Erzrivalen THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt nur 68 Kilometer, aktuell in der Champions League aber Welten: Denn während Rekordmeister Kiel in der Königsklasse auf Direktkurs Richtung Viertelfinale liegt, droht den Flensburgern das vorzeitige Aus.

Die deutliche 29:37 (16:21)-Pleite beim polnischen Meister Vive Kielce war schon die dritte Niederlage im vierten Spiel. Der Tabellenletzte der Gruppe B kann die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle nicht kompensieren, auch in der Bundesliga läuft es für den Vizemeister alles andere als rund.

Aber als alleinige Entschuldigung für die Klatsche gegen die Mannschaft von Nationaltorwart Andreas Wolff wollte Maik Machulla das nicht gelten lassen. "Wenn wir 37 Gegentore kassieren, dann heißt das, dass unsere Abwehr schlecht gespielt hat", sagte der SG-Trainer ungehalten. Aber es sei auch insgesamt zu wenig gewesen, so der 44-Jährige weiter: "Wir müssen darüber miteinander sprechen, auch wenn nicht viel Zeit da ist." Denn schon am Sonntag (14 Uhr) steht für Flensburg in der Bundesliga das schwere Auswärtsspiel beim Tabellenführer SC Magdeburg auf dem Programm. Bei einer weiteren Niederlage müsste sich die SG den vierten deutschen Meistertitel wohl schon abschminken.

Finanzstarker Investor lockt

Solche sportlichen Sorgen kennt man in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt derzeit nicht. Der klare 36:28 (18:15)-Sieg gegen den kroatischen Meister RK Zagreb war nie in Gefahr, mit dem dritten Erfolg im vierten Spiel bleiben die Zebras in der Gruppe A Spitzenreiter Aalborg Handbold auf den Fersen. "Unsere Mannschaft ist besser als das Team aus Zagreb, deswegen müssen wir solche Spiele auch gewinnen", sagte Torhüter Niklas Landin im NDR selbstbewusst. In dieser Verfassung ist den Kielern auch im nächsten Heimspiel am 20. Oktober gegen Ungarns Titelträger Pick Szeged ein weiterer Erfolg zuzutrauen.

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Und so rückt der sich abzeichnende Abschied von Sander Sagosen von der Kieler Förde momentan ein wenig in den Hintergrund. Doch mehr und mehr spricht dafür, dass der 26 Jahre alte Norweger spätestens zum Vertragsende 2023 in seine Geburtsstadt Trondheim zurückkehren wird. Dort wollen finanzstarke Investoren bei Kolstad IL um Sagosen herum ein europäisches Topteam aufbauen.

"Wenn man mich fragt, ob Kolstad irgendwann eine Option ist, muss ich das mit einem 'Ja' beantworten", sagte der Rückraumspieler den Kieler Nachrichten. Und auch THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi hat nur noch wenig Hoffnung, den Skandinavier halten zu können: "Man muss sich darauf einstellen, dass es uns nach Vertragsende 2023 verlassen wird."

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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