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n-tv.de tippt die NBA-Saison L.A. wird Meister, aber LeBron jubelt nicht

Nach dem spektakulärsten Transfer-Sommer aller Zeiten startet heute Nacht die NBA in ihre 74. Spielzeit. Wie haben sich die Teams der besten Basketball-Liga der Welt aufgestellt - und wer holt sich am Ende die Meisterschaft? Hier gibt's schon jetzt die Antworten. Wir haben in der Eastern und Western Conference unsere acht Playoff-Teams gewählt und aufgeschrieben, was neu ist, was gut läuft und was fehlt.

Eastern Conference

1. Milwaukee Bucks

Was ist neu: Sharpshooter Kyle Korver. Er bringt den Bucks noch mehr Gefahr als ohnehin schon von der Dreipunktelinie.

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Giannis Antetokounmpo will auch dieses Jahr wieder groß aufspielen.

(Foto: imago/Icon SMI)

Was ist gut: Giannis "The Greek Freak" Antetokounmpo. Der MVP der Saison 2018/19 will dieses Jahr noch dominanter auftreten und arbeitet konsequent daran, einen besseren Jumpshot (und Dreier) zu bekommen. Wenn er diesen findet: Gute Nacht, NBA. Der "Freak" ist immer noch erst 24 Jahre alt - und könnte auch Defensive Player of the Year werden.

Was fehlt: Eric Bledsoe. Der Point Guard fehlt zu Saisonbeginn mit einer kaputten Rippe. Ersatz Malcolm Brogdon wanderte zu den Indiana Pacers ab. Sind alle fit, dürften die Bucks zu den Top-Favoriten auf den Titel zählen.

Prognose: NBA-Finale

2. Philadelphia 76ers

Was ist neu: Center Al Horford. Der Big Man sorgt dafür, dass Joel Embiid in der Saison genügend Pausen machen und sich seine Gesundheit erhalten kann.

Was ist gut: Embiid und Ben Simmons. Der Center trifft am Korb wie von draußen, Simmons kann beim Drive zum Brett niemand stoppen: Nur, hat er endlich in der Off-Season einen Jumpshot entwickelt? Embiid und Horford zusammen haben die Power, die Bucks und Antetokounmpo in den Playoffs in die Schranken weisen zu können. Ein Platz im NBA-Finale ist nicht unwahrscheinlich.

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Was fehlt: J.J. Redick, seine Gefahr von der Dreierlinie und seine Leader-Qualitäten (Embiid und Simmons müssen beide noch erwachsen werden). Jimmy Butler und seine Punkte im vierten Viertel.

Prognose: Mindestens Conference-Finale

3. Boston Celtics

Was ist neu: Kemba Walker. Der Point Guard ist ein ähnlich guter Scorer wie sein Vorgänger Kyrie Irving. Aber er dürfte für weniger Nebenkriegsschauplätze sorgen.

Was ist gut: Die Youngster Jayson Tatum und Jaylen Brown haben endlich ihre Schlüsselrollen bei den Celtics und können zeigen, was wirklich in ihnen steckt.

Was fehlt: Irving, könnte man jetzt denken. Dabei wird Center Al Horford wohl ein größerer Verlust für Boston werden, denn Enes Kanter ist kein gleichwertiger Ersatz. Point Guard Irving hatte wohl nicht gerade für die beste Chemie in der Umkleide gesorgt.

Prognose: Conference-Halbfinale

4. Toronto Raptors

Was ist neu: Neu ist, dass einer fehlt: Kawhi Leonard, Finals-MVP der vergangenen Saison. Auch wenn er nur für ein Jahr in Toronto spielte, reißt er eine Lücke in das Team. Spannende Neuheit: Matt Thomas, der 2019 Valencia mit 48,1 Prozent von der Dreierlinie zum EuroCup-Titel führte.

Kawhi Leonard

Gewann 2018/19 den NBA-Titel mit Toronto: Kawhi Leonard.

(Foto: imago images / Icon SMI)

Was ist gut: Der Most Improved Player 2019, Pascal Siakam, wird ohne Leonard noch einen Schritt nach vorne machen und dürfte erstmals ein All-Star werden.

Was fehlt: Danny Green. Seine Dreier mag Thomas ersetzen können, aber seine Defensive (genau wie die Leonards) wird Toronto besonders in den Playoffs schmerzlich vermissen.

Prognose: Maximal Conference-Halbfinale.

5. Indiana Pacers

Was ist neu: Einiges, so zum Beispiel drei potenzielle Starter: Malcolm Brogdon, Jeremy Lamb und T.J. Warren. Besonders von Brogdon wird viel erwartert, wurde er doch mit einem hochdotierten Vertrag ausgestattet und dafür Bojan Bogdanovic abgegeben.

Was ist gut: Myles Turner und Domantas Sabonis können zusammen ein doppeltes Big-Men-Spiel aufziehen, das für viele Defensiven und Offensiven problematisch sein wird.

Was fehlt: Victor Oladipo. Der zweifache All-Star fällt wohl noch bis Dezember aus. Danach haben die Pacers aber noch genug Zeit, um sich in Form zu spielen für die Crunch-Time der Saison.

Prognose: Conference-Halbfinale oder mehr.

6. Brooklyn Nets

Was ist neu: Die Megastars sind in Brooklyn gelandet. Kyrie Irving und Kevin Durant lassen die Nets-Fans von Titeln träumen - durchaus zu Recht.

Was ist gut: Irving kann ein junges Team anführen und zeigen, dass er doch Leader-Qualitäten besitzt. In der ersten Saison (ohne Durant) wird auch die Presse noch gnädig mit dem Team umgehen.

Was fehlt: Kevin Durant. Der Superstar fällt wohl für die komplette Saison nach seinem Achillessehnenriss aus. Die Nets haben keinen adäquaten Ersatz und dürften auf der Forward-Position spätestens in den Playoffs Probleme gegen die Powerhouses im Osten bekommen.

Prognose: Ohne Durant ist dieses Jahr in der ersten Runde Schluss.

7. Miami Heat

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Dwayne Wade war DER Spieler der Miami Heat und wird nicht nur der Franchise, sondern auch der Liga fehlen.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Was ist neu: Jimmy "Buckets" Butler. Der Superstar hat endlich sein eigenes Team, kann nun als Anführer glänzen und für die Heat endlich konsistente Offensive liefern.

Was ist gut: Die Defensive. Letztes Jahr gehörte die Heat-Verteidigung zu den sechs Besten der NBA. Mit Butler wird Miami sogar noch hartnäckiger. Der junge Center Bam Adebayo wird als Kandidat für den Titel des Most Improved Players 2020 gehandelt.

Was fehlt: Dwyane Wade …

Prognose: Die Top-Teams sind zu stark, Aus in Runde eins.

8. Orlando Magic

Was ist neu: Al-Farouq Aminu und Markelle Fultz (spielte noch nicht, auch wenn er schon im Februar kam). Der ehemalige Nummer-1-Pick Fultz hatte Monate Zeit, um an seiner Schulter zu arbeiten und könnte endlich seinen Durchbruch erreichen. Aminus Vielseitigkeit hilft jedem NBA-Team.

Was ist gut: Kontinuität. Zwölf Spieler, die schon 2018/19 auf dem Parkett standen, sind wieder dabei. Aaron Gordon und Nikola Vucevic könnten ihre Top-Saisons aus dem letzten Jahr so noch verbessern.

Was fehlt: Das Überraschungsmoment. Vergangene Saison hatte niemand die Magic auf dem Zettel und so schafften sie es in die Playoffs. Das wird sich nun ändern.

Prognose: Werden die Magic Achter, werden sie in den Playoffs von Antetokounmpo zerstört.

 

Western Conference

1. Los Angeles Clippers

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2014 mit den San Antonio Spurs, 2019 mit den Toronto Raptors. Holt Kawhi Leonard mit seinem dritten Team seinen dritten Titel?

(Foto: imago images/Icon SMI)

Was ist neu: Die Clippers sind zum ersten Mal Titelfavorit. Früher chronisch erfolglos, zog es im wilden NBA-Sommer mit Kawhi Leonard und Paul George zwei Superstars nach Kalifornien. Leonard gewann mit den Toronto Raptors den Titel und setzte sich in den Playoffs die Krone als bester Basketballer der Welt auf.

Was ist gut: Mit Leonard und George zwei Superstars, die nicht nur offensiv dominieren können, sondern auch defensiv. Der Kader ist auch abseits der großen Namen gut besetzt, in den vergangenen acht Jahren erreichte das Team siebenmal die Playoffs. Lou Williams wurde 2018 und 2019 als bester Bankspieler der Liga ausgezeichnet.

Was fehlt: Paul George, zumindest bis Mitte November. Nach einer Schulter-Operation fällt der Flügelspieler mindestens für die ersten zehn der insgesamt 82 regulären Saisonspiele aus. Es wird also etwas dauern, bis die Clippers ihre neue Stärke erstmals aufs Parkett bringen.

Prognose: NBA-Champion

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2. Denver Nuggets

Was ist neu: Nicht viel. Nach der starken Vorsaison setzt das Team aus der "Mile High City" (Denver liegt knapp eine Meile über dem Meeresspiegel) auf Kontinuität. Nikola Jokic soll den nächsten Schritt seiner beeindruckenden Entwicklung machen und seinen Platz unter den besten Spielern der Liga nachhaltig festigen. Dazu kommt Michael Porter Jr., der seine Rookie-Saison verletzungsbedingt fast komplett verpasste, nun aber endlich fit zu sein scheint.

Was ist gut: Der Kader der Nuggets ist tief. Das heißt, dass auf jeder Position zumindest kurzzeitige Ausfälle kein großes Problem darstellen. Dazu ist das Team eingespielt. Jeder kennt seine Rolle und weiß, was Headcoach Mike Malone fordert.

Was fehlt: Ein zweiter Star. Das bislang letzte Team, das mit nur einem echten Star Meister wurde, waren die Dallas Mavericks mit Dirk Nowitzki im Jahr 2011. Denver fehlt jemand, der an der Seite von Jokic konstant auf höchstem Niveau abliefert.

Prognose: Aus in der ersten Playoff-Runde

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3. Los Angeles Lakers

Was ist neu: So gut wie alles. LeBron James ist noch da, sonst haben die Lakers ihr spielendes Personal komplett ausgetauscht. Anthony Davis ist der Superstar, den James sich gewünscht hat. Die beiden haben das Potenzial, eines der dominantesten Duos der Liga-Historie zu bilden.

Was ist gut: LeBron James. Der 34-Jährige zeigt auch vor Beginn seiner 17. NBA-Saison keinerlei Anzeichen, nachzulassen. Zwar gab es im Vorjahr das ein oder andere Wehwehchen mehr als sonst und der 2018 nach LA gewechselte James verpasste erstmals seit 2010 die Finals. Die verlängerte Sommerpause wird ihm aber gut getan haben.

Was fehlt: Fällt einer der beiden Stars aus, wird es dünn. Der Kader ist gut, aber nicht elitär. Zudem herrscht bei den Lakers dank ihrer Nähe zu Hollywood immer gleich Aufregung, wenn etwas nicht funktioniert. Außerdem fehlt ein klassischer Center, der in der Defensive die Fehler seiner Vorderleute ausbügelt.

Prognose: Conference-Finale

4. Houston Rockets

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Was ist neu: Russell Westbrook und James Harden sind wieder vereint. 2012 erreichten sie mit Oklahoma City die Finals, danach wechselte Harden nach Houston. Sieben Jahre später nahm Westbrook den gleichen Weg. Gemeinsam wollen sie sich den Traum vom Titel erfüllen.

Was ist gut: Houston hat ein Star-Tandem und dazu mit Clint Capela einen klassischen Center. Der Schweizer weiß offensiv wie defensiv genau, was er zu tun hat und welche Aufgaben er anderen überlässt. Defensiv ist er kaum zu ersetzen.

Was fehlt: Die Playoff-Qualität. Große Spieler zeichnet es aus, dass sie in den Playoffs noch eine Schippe drauflegen. Die Rockets scheiterten in vier der vergangenen fünf Jahre an den Golden State Warriors, die dieses Extra besaßen. Vor allem Harden fiel nach grandiosen regulären Saisons in der entscheidenden Saisonphase zu oft ab.

Prognose: Conference-Halbfinale

5. Utah Jazz

Was ist neu: Die Anspruchshaltung. Während Utah sonst etwas unter dem Radar flog, deutet die offensive Personalpolitik des Sommers darauf hin, dass der Angriff auf den Titel folgen soll. Mit dem erfahrenen Spielmacher Mike Conley haben die Jazz eine Top-Verpflichtung getätigt.

Was ist gut: Die Defensive um Rudy Gobert steht. Der Franzose wurde zweimal in Folge als bester Verteidiger der Liga ausgezeichnet. Dazu gehört Coach Quin Snyder zu den besten seiner Zunft.

Was fehlt: Ein (All-)Star. Gobert ist ein Defensivkünstler, offensiv ist er limitiert. Und auch wenn es kein Maßstab an sich ist – dass niemand im Kader der Jazz in seiner Karriere für ein All-Star-Game nominiert wurde, zeugt von der mangelnden Starpower.

Prognose: Aus in der ersten Playoff-Runde

6. Golden State Warriors

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Die Golden State Warriors setzen auf D'Angelo Russell und Steph Curry.

(Foto: USA TODAY Sports)

Was ist neu: Die Warriors sind nicht mehr der ultimative Titelfavorit. Nach fünf Finalteilnahmen in Folge muss sich Golden State neu beweisen. D'Angelo Russell kam für Kevin Durant aus Brooklyn, hat aber längst nicht dessen Qualität.

Was ist gut: Steph Curry hat wieder freie Hand. Während er neben Durant oft zurücksteckte, ist der MVP von 2015 und 2016 jetzt wieder die uneingeschränkte erste Option der Offensive. Wenn Curry seinen Rhythmus findet, ist er nicht zu stoppen.

Was fehlt: Durant spielt jetzt in Brooklyn, Andre Iguodala in Memphis. Bei den Titeln 2015 (Iguodala), 2017 und 2018 (jeweils Durant) wurden sie als beste Akteure der Finals ausgezeichnet. Zudem fehlt Currys kongenialer Partner Klay Thompson nach seinem Kreuzbandriss voraussichtlich bis zum Februar – und damit knapp zwei Drittel der regulären Saison.

Prognose: Conference-Halbfinale, wenn Klay Thompson rechtzeitig zurückkehrt

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7. Portland Trail Blazers

Was ist neu: Das Guard-Tandem Damian Lillard/CJ McCollum hat sich langfristig an die Blazers gebunden. Abseits der beiden gibt es viel neues Personal, darunter mit dem 39 Jahre alten Pau Gasol einen Veteranen, der Championship-Erfahrung mitbringt.

Was ist gut: Lillard ist endgültig ein NBA-Superstar. Die Manager der 30 NBA-Klubs wählten den 29-Jährigen zum "besten Anführer" eines Teams. Dazu kommt der neue Center Hassan Whiteside. Ist er motiviert und in Form, kann er den Ausfall von Jusuf Nurkic abfedern.

Was fehlt: Überdurchschnittliche Verteidiger. Lillard macht seine Sache ordentlich, McCollum aber ist den meisten seiner Gegenspieler körperlich unterlegen. Dazu kommt, dass sich das Teamgefüge neu finden muss.

Prognose: Aus in der ersten Playoff-Runde

8. Dallas Mavericks

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Dallas in Jahr eins nach Dirk Nowitzki: Die Hoffnungen der Mavericks ruhen auf Kristaps Porzingis und Luka Doncic.

(Foto: USA TODAY Sports)

Was ist neu: Kristaps Porzingis. Der 2,21 Meter große Center kam zwar bereits im Januar nach Dallas, absolvierte aufgrund der langen Reha nach seinem Kreuzbandriss aus dem Februar 2018 kein Spiel mehr für die Mavericks. Der 24-Jährige galt vor seiner Verletzung als kommender Superstar.

Was ist gut: Luka Doncic. Der 20-Jährige brillierte in seiner ersten NBA-Saison und zeigte, warum Real Madrid ihn schon mit 16 Jahren in die Profimannschaft berief. Der Slowene spielt so abgezockt, als wäre er schon zehn Jahre dabei.

Was fehlt: Dirk Nowitzki. Am 5. Februar 1999 feierte der Würzburger sein Debüt für Dallas, 21 Saisons später war im April Schluss. Die Mavericks waren Dirks Team und die erste Spielzeit ohne den langen Blonden wird gerade für deutsche Fans gewöhnungsbedürftig.

Prognose: Aus in der ersten Playoff-Runde

Quelle: ntv.de