Sport

Zehn Weltrekorde im Gehen Olympiasieger Bernd Kannenberg ist tot

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Kannenberg begann erst spät mit dem Leistungssport.

(Foto: imago images/Kicker/Metelmann)

1972 ist Bernd Kannenberg am "goldenen Sonntag" einer von drei deutschen Olympiasiegern. Nun ist der ehemalige Weltklasse-Geher mit 78 Jahren gestorben. In seiner kurzen, aber dafür umso erfolgreicheren Karriere prägte er die Leichtathletik in Deutschland.

Bernd Kannenberg ist tot. Der Geher-Olympiasieger der Sommerspiele von München 1972 ist im Alter von 78 Jahren in einem Krankenhaus in Münster gestorben. Dies bestätigte der bayerische Leichtathletik-Verband. Der gebürtige Ostpreuße hatte in der bayerischen Metropole überraschend den 50-Kilometer-Wettbewerb in 3:56:11,6 Stunden gewonnen und damit Begeisterung in Deutschland ausgelöst.

Für diese Leistung wurde der elfmalige deutsche Meister und Berufssoldat zum Hauptfeldwebel befördert und zudem mit dem Silbernen Lorbeerblatt geehrt. Bei der EM 1974 in Rom wurde Kannenberg im 20 Kilometer Gehen Zweiter.

Der im ostpreußischen Königsberg geborene Kannenberg war erst im Alter von 27 Jahren durch einen Militärmarsch zum Gehsport gekommen. Bereits ein Jahr später nahm er erstmals an deutschen Meisterschaften teil. In seiner relativ kurzen Laufbahn von 1970 bis 1976 dominierte er das nationale Wettkampf-Geschehen und konnte dabei insgesamt zehn deutsche Meistertitel über 50 Kilometer, 20 Kilometer sowie im 10.000-Meter-Bahngehen gewinnen.

Kannenberg startete zunächst für die TSG Füssen, danach für den 1. FC Nürnberg und dem LAC Quelle Fürth. Nach dem Olympiasieg gewann er bei der EM 1974 in Rom die Silbermedaille. Zudem stellte Kannenberg in seiner Karriere 19 deutsche Rekorde sowie zehn Weltrekorde auf. Später arbeitete er außerdem als Bundestrainer der deutschen Geher.

Der Tag von Kannenbergs Triumph am 3. September 1972 wurde zum "goldenen Sonntag" für die bundesdeutschen Leichtathleten. Ganz oben auf dem Treppchen standen damals am selben Tag Klaus Wolfermann nach seinem legendären Speerwurf-Triumph mit 90,48 Meter vor dem Favoriten Janis Lusis aus der UdSSR (90,46). Schnellste über 800 Meter war Hildegard Falck (1:58,6 Minuten). Zudem holte Heide Ecker-Rosendahl Silber im Fünfkampf knapp hinter der Britin Mary Peters.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa/sid

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