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Russen triumphieren: "Sauber!" Rodtschenkow kritisiert Doping-Freispruch

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"Du kommst aus dem Gefängnis frei"-Karte: Grigori Rodtschenkow.

Kronzeuge Rodtschenkow ist über das Urteil des Sportgerichtshofs entsetzt. Der Cas hat die vom IOC verhängten lebenslangen Olympiastrafen gegen 28 russische Athleten aufgehoben. Es stärke so das korrupte russische Dopingsystem und Präsident Putin.

Der Anwalt des Doping-Kronzeugen Grigori Rodtschenkow hat den Doping-Freispruch für 28 russische Sportler verurteilt. Die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs "bestärkt die Betrüger, macht sauberen Athleten das Siegen schwerer und bedeutet einen weiteren unrechtmäßigen Erfolg für das korrupte russische Doping-System im Allgemeinen und Putin im Besonderen", wurde der New Yorker Jurist Jim Walden in einer Mitteilung zitiert.

Der Cas hat die Sanktionen des Internationalen Olympischen Komitees gegen 28 russische Athleten komplett aufgehoben, da die Beweise für ein Dopingvergehen nicht ausreichend seien. In elf weiteren Fällen verkürzten die Sportrichter die Sperren für Russen. Rodtschenkow war früher Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors und hatte nach seiner Flucht in die USA umfassend über den systematischen Sportbetrug während der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 ausgesagt. Auch im Cas-Verfahren wurde er als Zeuge angehört.

"1000 schmutzige Tricks"

Rodtschenkow hatte auch Russlands Präsidenten Wladimir Putin einer Mitwisserschaft im staatlich organisierten Dopingskandal bezichtigt. Wie sein Anwalt sagte, seien Rodtschenkows Angaben durch forensische Beweise, die Aussagen weiterer Zeugen und die geheime Datenbank des Moskauer Labors untermauert worden. Dabei seien "1000 schmutzige Tricks" ans Tageslicht gekommen, die "vertuscht wurden". Die Entscheidung des Cas sei daher "unglücklich", weil sie nur wenige Athleten leicht bestrafe, den meisten aber eine "Du kommst aus dem Gefängnis frei"-Karte zukommen lasse.

Russland will sich nun dafür einsetzen, dass seine Athleten an den Olympischen Winterspielen in Südkorea vom 9. bis zum 25. Februar teilnehmen dürfen. Die Sportbehörden stünden mit dem IOC in Kontakt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Ob es gelingen werde, sei schwer abzuschätzen. Russland werde weiter für die Rechte seiner Sportler kämpfen, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Die zitierte auch Sportminister Pawel Kolobkow: "Wir sind froh, dass die Gerechtigkeit endlich triumphiert hat." Die Entscheidung des Cas bestätige, dass die Athleten "sauber" seien. Die erwarteten nun, dass das IOC reagiere und sie in Südkorea starten lasse. Alexander Schukow, Chef des Nationalen Olympischen Komitees, sprach von Gerechtigkeit. Das Gericht habe die Ehre der Sportler wieder hergestellt.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa/sid

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