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In Berliner U-Bahn-Tunnel gefunden Schwergewichtsboxer Boizow liegt im Koma

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Dennis Boizow im Ring: Der Schwergewichtsboxer liegt derzeit im künstlichen Koma.

(Foto: picture alliance / dpa)

Boxprofi Denis Boizow kämpft um sein Leben. Er war im Gleisbett der Berliner U-Bahn gefunden worden - mit schweren Kopfverletzungen. Ob ein Unfall oder eine Straftat vorliegt, ist noch unklar. Boizow boxte zunächst für Universum, wechselte dann zum Sauerland-Stall.

Der für den deutschen Promoter Sauerland kämpfende russische Schwergewichts-Boxprofi Denis Boizow ist einem Medienbericht zufolge in einem Berliner Krankenhaus mit schweren Kopfverletzungen in ein künstliches Koma versetzt worden. Der 29-Jährige soll in der vergangenen Woche in einem Tunnel der Berliner U-Bahn zwischen den Bahnhöfen Bismarckstraße und Wilmersdorfer Straße  im Gleisbett gefunden worden sein, wie das "Hamburger Abendblatt" berichtete. Wegen der Kopfverletzungen - starke Schwellungen im Hirnbereich - sei er sofort operiert worden, heißt es. Auch an der Hand habe er Verletzungen.

Untersuchungen ergaben, dass Boizow zum Zeitpunkt des Unfalls betrunken gewesen sein soll. Ob es sich um einen Unfall oder eine Straftat handelt, ist bislang nicht geklärt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Tiefe Bestürzung

Der Sauerland-Stall reagierte mit großer Bestürzung auf die Nachricht: "Über den Unfallhergang wissen wir nichts, deshalb werden wir das auch nicht kommentieren", sagte Promoter Karl-Robin "Kalle" Sauerland nach Angaben der Zeitung: "Unsere Gedanken und Gebete gelten Denis und seiner Familie, wir hoffen, dass er wieder ganz gesund werden wird."

Karl-Robin Sauerland ist der Sohn des langjährigen und sehr erfolgreichen Promoters Wilfried Sauerland, der Mitte der 1990er mit Henry Maske und Axel Schulz den Boxsport in Deutschland zum TV-Durchbruch verholfen hat. Auch Arthur Abraham und Sven Ottke boxten für Sauerland.

Boizow-Berater 2013 überfallen

Boizow stand von 2004 bis 2012 beim Hamburger Universum-Stall unter Vertrag. Sein erster Profitrainer war Fritz Sdunek, der auch die Klitschko-Brüder Wladimir und Vitali coachte. Nach dessen Insolvenz wechselte er zum konkurrierenden Sauerland-Stall nach Berlin. Boizow bestritt 37 Profi-Kämpfe, von denen er 36 gewann. Er verlor Ende 2013 gegen den australisch-samoanischen Boxer Alex Leapai nach Punkten. Ob er seine Karriere fortsetzen kann, ist ungewiss.

Boizows Berater Gagik Khachatryan zeigte sich geschockt über die schwere Verletzung seines Schützlings. Er selbst war im April 2013 wegen Vertragsstreitigkeiten zwischen Boizow und dem früheren Universum-Chef Waldemar Kluch in Hamburg auf offener Straße Opfer eines Überfalls geworden. Er hatte laut "Hamburger Abendblatt" nur mit viel Glück überlebt. Über etwaige Verbindungen zwischen dem damaligen Überfall und dem Unfall Boizows wollte er sich nicht äußern. Besonders tragisch sei aber, "dass Denis in drei Wochen Vater wird", sagte er.

Quelle: ntv.de, bad

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