Sport

Druck von Sponsoren und Helfern Sexistischem Olympia-Chef droht neuer Ärger

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Das IOC nennt Moris Äußerungen "absolut unangemessen".

(Foto: dpa)

Geldgeber wollen nicht mehr mit ihm gesehen werden, selbst Teilnehmer des Fackellaufs verzichten auf dieses einmalige Erlebnis mit dem Olympischen Feuer. Orga-Chef Yoshiro Mori hat sich mit seinen sexistischen Aussagen über Frauen reichlich Ärger eingehandelt. Ausgestanden ist der noch nicht.

Für Präsident Yoshiro Mori vom Organisationskomitee (OK) der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August 2021) ist die Debatte um seine sexistischen Äußerungen womöglich noch nicht ausgestanden. Vertreter des Organisationskomitees planen offenbar noch in dieser Woche ein Treffen, um die Aussagen ihres Chefs zu besprechen, falls sich die Empörung im Lande nicht legt, wie japanische Medien berichteten.

Die Aussagen des OK-Chefs hatten in Japan für Aufregung gesorgt. 390 Volunteers für die Olympischen Spiele und die anschließenden Paralympics (24. August bis 5. September 2021) sollen daraufhin gekündigt haben, insgesamt wurden 80.000 freiwillige Helfer rekrutiert. Zwei Teilnehmer am Fackellauf haben nach den Äußerungen Moris ebenfalls zurückgezogen, auch Sponsoren der Spiele wollten sich nicht mehr mit Mori zeigen.

Mori soll bei einer Sitzung des japanischen Olympia-Komitees (JOC) gesagt haben, Frauen würden Meetings in die Länge ziehen, weil sie "Schwierigkeiten haben, sich präzise auszudrücken". Treffen mit vielen Teilnehmerinnen würden daher "viel Zeit in Anspruch nehmen".

Mori hatte sich im Anschluss entschuldigt, sah aber von einem Rücktritt ab. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) betrachtete die Angelegenheit zunächst als abgeschlossen an, nahm aber erneut Stellung. Die jüngsten Kommentare von Mori seien "absolut unangemessen" und stünden "im Widerspruch zu den Verpflichtungen des IOC und den Reformen seiner Olympischen Agenda 2020", hieß es in einer Mitteilung. Das IOC bekräftigte seinen Willen zu einer Gleichstellung der Geschlechter, mit einem Anteil von 49 Prozent Frauen im Athletenfeld würde Tokio im Sommer die ersten nahezu gleichberechtigten Spiele erleben.

Mori gilt als klarer Befürworter der Spiele, in Japan selbst ist die Sorge jedoch weiter groß. Über 80 Prozent der Bevölkerung hatten sich zuletzt in Umfragen wegen Corona gegen die Austragung der Sommerspiele ausgesprochen.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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