Sport

"Heißer Tanz" mit UmstellungWarum spielen die deutschen Handballer so früh?

22.01.2026, 10:29 Uhr
Jubel-auf-der-deutschen-Auswechselbank-um-Trainer-Alfred-Gislason-Deutschland-und-Juri-Knorr-Deutschland-15-Handball-EHF-Europameisterschaft-Laenderspiel-zwischen-Deutschland-und-Spanien-am-19-Januar-2026-in-Herning-Daenemark
Jubeln möglicherweise auch am Nachmittag: Juri Knorr und Co. (Foto: picture alliance/dpa/Kessler-Sportfotografie)

Jetzt wird es ernst: Die deutschen Handballer steigen bei der Europameisterschaft in die Hauptrunde ein. Los geht's mit der Möglichkeit zu einer Revanche - aber nicht mehr in der Prime Time.

Deutschlands Handballer bekommen es zum Auftakt der EM-Hauptrunde mit dem WM-Vierten Portugal zu tun - und das schon zu ungewöhnlicher Uhrzeit. Mit einem Sieg am Nachmittag (15.30 Uhr/ARD/Dyn und im ntv.de-Liveticker) kann die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason nicht nur einen weiteren Schritt Richtung Halbfinale machen, sondern sich für die bittere Niederlage im WM-Viertelfinale vor einem Jahr revanchieren.

Die letzten DHB-Spiele bei dieser EM fanden allesamt um 20.30 Uhr statt. Nationalmannschaftsmanager Benjamin Chatton meinte: "Wir freuen uns auf einen heißen Tanz zu ungewohnter Uhrzeit." Der frühe Anwurf ändert die Routinen des DHB-Teams, statt der morgendlichen Aktivierung gebe es einen Spaziergang, hieß es.

Nur, warum müssen die Handballer so früh ran? "Der Spielplan ist immer das Resultat aus der Kombination der qualifizierten Teams, ihrem sportlichen Abschneiden in der Vorrunde, den Wünschen der beteiligten TV-Stationen und Verpflichtungen, die sich aus dem Reglement ergeben, und wird letztendlich von der EHF und ihrem Medienpartner koordiniert und bestätigt", teilte der Europäische Handball-Verband (EHF) auf ntv.de-Anfrage mit.

Entscheidend, so berichten es einige Medien, seien die TV-Wünsche des Gastgebers Dänemark gewesen. Das Team sicherte sich den Platz in der Prime Time - und spielt deshalb um 20.30 Uhr. Nach der Begegnung der deutschen Mannschaft spielt in Herning noch Co-Gastgeber Norwegen gegen Spanien, das Highlight aus Sicht der Gastgeber ist dann das Duell Dänemarks mit Europameister Frankreich.

Portugal-Star fehlt gesperrt

Die Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft haben glänzende Quoten eingefahren, alleine beim "Endspiel" um den Hauptrundeneinzug fieberten mehr als sieben Millionen Menschen mit dem DHB-Team. Auch in der Halle stellen die deutschen Fans nach Gastgeber Dänemark das mit Abstand zweitstärkste Kontingent. Dazu ist das Duell der deutschen Mannschaft mit Portugal zumindest tabellarisch das attraktivste: Es ist das einzige, an dem sich heute zwei Vorrundensieger gegenüberstehen. Dennoch überwogen diesmal für die EHF die Argumente von Gastgeber Dänemark und Co-Gastgeber Norwegen in der Spieltagsplanung

Und dann ist da noch sie Sache mit der Revanche an Portugal: Im WM-Viertelfinale vor einem Jahr hatte die deutsche Riege mit 30:31 nach Verlängerung verloren. Insgesamt spricht die Bilanz aber klar für das DHB-Team: In 20 Spielen gegen Portugal ging man 16 Mal als Sieger vom Parkett. Weitere Gruppengegner sind am Samstag Norwegen, am Montag Olympiasieger Dänemark und am Mittwoch Titelverteidiger Frankreich. Deutschland, Portugal und Frankreich starten mit je zwei Punkten in die schwere Hauptrunde.

Für Portugal gab es im Nachgang der Sensation gegen Dänemark einen herben Rückschlag: Deutschlands kommender EM-Gegner muss zum Hauptrundenauftakt auf Kreisläufer Victor Iturriza verzichten. Wie die Europäische Handballföderation (EHF) am Mittwoch verkündete, wird der 35-Jährige gesperrt fehlen. Grund für den nachträglichen Ausschluss ist ein Vergehen, das er sich in den Schlussminuten des Vorrundenspiels gegen Dänemark geleistet hat.

Iturriza hatte Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin beim 31:29-Coup gegen den Olympiasieger mit ausgestrecktem Arm geblockt. Da er zuvor bereits zwei Zeitstrafen kassiert hatte, sah der Portugiese für die Aktion die Rote Karte. "Nach sorgfältiger Prüfung des Vorfalls kam die Disziplinarkommission zu dem Schluss, dass die Handlung rücksichtslos und gefährlich war", heißt es vom Kontinentalverband, der jede direkte Disqualifikation nachträglich überprüft.

Iturriza hatte beim WM-Viertelfinale in Oslo vor gut einem Jahr mit dafür gesorgt, dass für die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason der Traum von der ersten WM-Medaille seit 18 Jahren platzte. Beim 30:31 traf Iturriza siebenmal.

Quelle: ntv.de, ter/ses/dpa/sid

Handball-NationalmannschaftEuropameisterschaftenPortugalDänemarkHandball