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Mehr Frauen bei Olympia Winterspiele 2018 bekommen neue Disziplinen

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Die olympischen Snowboarder gewinnen und verlieren eine Disziplin.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sechs neue Wettbewerbe im Snowboarden, Eisschnellauf, Curling und bei den Alpinen stehen bei den Olympischen Winterspielen 2018 auf dem Programm. Davon profitieren vor allem die Sportlerinnen. Eine junge Disziplin wird hingegen wieder gestrichen.

Keine Schnee- und Eis-Revolution, aber ein klares Bekenntnis zum Frauen-Wintersport: Das Internationale Olympische Komitee hat das Programm der Winterspiele neu sortiert und setzt ab 2018 so stark wie nie auf das weibliche Geschlecht. Damit will das IOC vor allem seinem Reformprogramm Agenda 2020 gerecht werden, das endgültig und einstimmig verabschiedet wurde.

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IOC-Chef Thomas Bach verkündet in Lusanne sechs Premieren für die Winterspiel 2018.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wie IOC-Präsident Thomas Bach auf einer Pressekonferenz in Lausanne verkündete, wird es bei den kommenden Spielen im südkoreanischen Pyeongchang sechs Premieren geben - einen Teamwettbewerb im alpinen Skisport sowie Massenstart-Entscheidungen für Männer und Frauen im Eisschnelllauf sind die spektakulärsten Neuzugänge. Neu im Programm sind zudem der Mixed-Wettbewerb im Curling sowie die "Big Air"-Konkurrenz im Snowboard für beide Geschlechter.

In den beiden überwiegend betroffenen Verbänden wurden die Änderungen positiv aufgenommen. "Wir freuen uns über die Entscheidung des IOC. Der Teamwettbewerb der Alpinen hat sich in den vergangenen Jahren zu einer hochattraktiven Wettkampfform entwickelt", sagte Franz Steinle, Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV): "Nicht nur aus deutscher Sicht, sondern auch international bedeutet das sicher eine Aufwertung des olympischen Programms, zumal der Teamwettbewerb einer der wenigen Wettkampfformen ist, bei dem Männer und Frauen gleichzeitig um Medaillen kämpfen können."

Streichung bei Snowboardern

Auch Eisschnelllauf-Bundestrainer Helge Jasch zeigte sich nach der Entscheidung für den spektakulären Massenstart gegenüber zufrieden: "Es ist sicherlich eine tolle Sache, da dieses Wettkampfformat auch für Zuschauer attraktiv ist. Man kann es medial gut darstellen", sagte Jasch, schränkte aber ein: "Die Frage ist, ob andere Strecken wegfallen - sollte das nicht der Fall sein, dann ist die Entscheidung sicherlich günstig."

Aus dem Programm gestrichen wurde hingegen der Parallel-Slalom der Snowboarder, der erst 2014 in Sotschi mit zwei deutschen Medaillen Premiere gefeiert hatte. Nicht olympisch wie bisher bleibt der Mixed-Wettbewerb im Skispringen, der seit 2013 bei Weltmeisterschaften ausgetragen wird.

Laut IOC wird das neue Programm besonders für einen Aufschwung im olympischen Wintersport der Frauen sorgen. 2018 wird es demnach eine Rekordzahl an Frauen-Wettbewerben und -Starterinnen geben, auch die Anzahl der Mixed-Wettbewerbe steigt. Im Fokus der Agenda 2020 des IOC stehen die Themen Nachhaltigkeit, Glaubwürdigkeit und Jugend. Bach will den olympischen Sport so wieder populärer machen und die Austragung von Olympischen Spielen vereinfachen. So sollen die Kosten für Bewerbungen, die zuletzt bei rund 50 Millionen Euro lagen, reduziert werden. Generell will sich Olympia verstärkt an die Bewerber-Städte und deren nachhaltiger Entwicklung anpassen.

Quelle: ntv.de, kbe/SID