Formel1

Motor-Freeze kommt 2022 Die Formel 1 stellt wichtige Weichen

Die Formel 1 setzt das technische Wettrüsten nach der laufenden Saison vorerst aus: Auf Betreiben von Red Bull wird die Entwicklung der Motoren dann eingefroren. Am Ende soll die Entscheidung, die anfangs auf Widerstand gestoßen war, einstimmig gefallen sein. Besonders Red Bull darf aufatmen.

In der Formel 1 ist knapp sechs Wochen vor dem Saisonstart endlich eine wichtige Zukunftsentscheidung gefallen: Das Motorenreglement wird ab der Saison 2022 eingefroren – vor allem um Kosten zu sparen. Die Kommission der Königsklasse, die aus den zehn Teams, der FIA und den F1-Verantwortlichen besteht, hat den Entschluss mehreren Medienberichten zufolge einstimmig getroffen. Und Red Bull damit die Zukunft in der Serie gesichert.

"Wir sind zufrieden mit dieser Entscheidung, das ist ein guter Tag für die Formel 1. Das ist ein Tag der Vernunft, das die Motoren eingefroren werden, weil die Kosten einfach reduziert werden", sagte Red-Bull-Team-Berater Helmut Marko gegenüber RTL/ntv. Das Team aus Milton Keynes hatte die Bosse unter Druck gesetzt: Durch den Rückzug von Honda Ende des Jahres steht RB aktuell für die kommende Saison ohne Motorenlieferanten da. Die Bullen wollen das Werk von Honda übernehmen und ein eigenes Motorenprogramm auflegen – können aber nicht selbst neue Technik entwickeln.

"Es gibt ja schon einen Budgetdeckel für die Einsatzkosten und für die Fahrer, das einzige, was noch unlimitiert ist, sind die Motorenkosten. Es ist also eigentlich nur logisch, dass es in diese Richtung geht. Noch dazu, weil 2025 höchstwahrscheinlich ein neues Motoren-Reglement kommen wird", hatte Red-Bull-Team-Berater Helmut Marko noch im Januar gegenüber RTL/ntv gesagt und auf die Freeze-Entscheidung gehofft.

Ende Januar wurde diese jedoch vertagt. Zuletzt soll aber auch der neue Formel-1-Boss Stefano Domenicali zu den Unterstützern des "eingefrorenen" Motorenreglements gezählt haben, sodass schließlich keinerlei Gegenwind mehr da war. Wie genau die Gehaltsobergrenze in Zukunft aussehen soll, die Top-Verdiener wie Lewis Hamilton in Zukunft ärgern könnte, wurde allerdings noch nicht entschieden. Marko hat hier eine klare Meinung: "Hamilton ist einfach zu teuer für die Formel 1." Der Rekordweltmeister hatte jüngst einen hochdotierten Vertrag für die kommende Saison bei Mercedes unterschrieben.

Sprintrennen dürften auch kommen

Auch einem weiteren Agenda-Punkt fehlte es an letzter Überzeugungskraft: Die Änderung des F1-Wochenendablaufs mit Sprintrennen am Samstag. Zwar sollen die Teams positiv auf den Vorschlag reagiert haben, ein abschließendes Ergebnis ob und wann es zu einem neuen Format am F1-Samstag testweise 2020 kommen könnte, gab es aber noch nicht. Die Rennställe sollen sich noch Zeit erbeten haben, um die Idee weiter zu prüfen. Dabei soll es unter anderem darum gehen, wie viele Punkte für die Sprintrennen vergeben werden. Die Formel 1 teilte mit, dass eine Arbeitsgruppe beauftragt wurde, einen vollständigen Plan zu erstellen, um noch vor Saisonbeginn eine Entscheidung treffen zu können.

"Das ist eine gute Entscheidung, wir hatten zu viele langweilige Rennen. Jetzt haben wir drei geeignete Strecken gefunden, auf denen man überholen kann", meinte Marko und spricht dabei von den Kursen in Montreal, Monza und Sao Paulo. Der Österreicher hält auch die Idee richtig, dass es dabei WM-Punkte geben könnte. Der Samstag hätte damit nicht nur einen neuen Showcharakter, sondern bekäme auch sportliche Aufwertung.

Eine weitere Entscheidung, die die Königsklasse nach ihrer Zusammenkunft verkündete: Auch in diesem Jahr will der Rennzirkus wieder in Portugal Station machen - und zwar am bislang noch freien Kalenderplatz am 2. Mai. "Die endgültige Vereinbarung ist noch unter dem Vorbehalt eines Vertrages mit dem Veranstalter", hieß es. Nach mehreren Rennabsagen im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie hatte Portugal auf dem Autódromo Internacional do Algarve in Portimão Ende Oktober 2020 ein Comeback in der Formel 1 gegeben. In dieser Saison ist ein Rekordkalender mit 23 Grand Prix geplant. Das erste Rennen soll am 28. März in Bahrain stattfinden.

Quelle: ntv.de, mar/ter

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