Formel1

Rote Flagge nach Startunfall Formel-1-Auto schlägt kopfüber in Fangzaun ein

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Guanyu Zhou soll es den Umständen entsprechend gut gehen.

(Foto: IMAGO/PanoramiC)

Der Große Preis von Großbritannien dauert nur wenige Sekunden, dann folgt die Rote Flagge. Guanyu Zhou fliegt im Alfa Romeo dramatisch ab, landet mit seinem Auto im Fangzaun hinter den Reifenstapeln. Nach langen Minuten des Wartens folgt zum Glück Entwarnung.

Die internationale Regie der Formel 1 lässt die Zuschauenden fast 25 Minuten warten, was in dem Moment verständlich wird, in dem die ersten Wiederholungen über die Bildschirme laufen. Der Große Preis von Großbritannien (jetzt live im Free-TV bei RTL) wird nach einem schweren Startunfall umgehend mit einer Roten Flagge unterbrochen. Auf dem Weg in die erste Kurve wird der Alfa Romeo von Guanyu Zhou ausgehebelt und umgedreht, auf dem Kopf rutscht der Chinese mit seinem Boliden mit hoher Geschwindigkeit auf das Kiesbett zu.

Dort schleudert das Auto in die Luft, über den Reifenstapel, der solche Abflüge eigentlich bremsen und beenden soll, in den Fangzaun. Nach bangen Minuten folgt die erste offizielle Entwarnung: Zhou ist ansprechbar, auf dem Weg ins Medical Center und es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Die zahlreichen Fans am Silverstone Circuit verleihen ihrer sichtbaren Erleichterung über diesen augenscheinlich glimpflichen Ausgang dieses dramatischen Unfalls mit Applaus Ausdruck.

Beat Zehnder, der Schweizer Teamchef von Alfa Romeo, sagt in einem ersten kurzen Interview bei Sky: "Er spricht und scheint keine äußerlichen Verletzungen zu haben." Der ehemalige Sauber-Rennstall twittert anschließend: "Guanyu Zhou ist bei Bewusstsein und befindet sich jetzt im Medical Center für weitere Untersuchungen." Der ehemalige Formel-1-Fahrer und heutige RTL-Experte Christian Danner hält es derweil für "ein gutes Zeichen, dass er mit dem Auto gefahren wurde und nicht mit dem Helikopter geflogen wurde." Ein flugbereiter Helikopter ist vorgeschrieben in der Formel 1, um bei schweren Verletzungen eine schnelle medizinische Versorgung zu ermöglichen. Wenig später teilt der Motorsport-Weltverband FIA mit: "Keine größeren Verletzungen", Zhou wird nach weniger als zwei Stunden entlassen und sogar für "fit" erklärt.

Alex Albon in Klinik geflogen

Passiert ist kurz nach dem Erlischen der Startampel Folgendes: George Russell kommt im Mercedes schlecht weg, Pierre Gasly im Alpha Tauri versucht, ihn zu überholen, dabei kommt es jedoch zu einer folgenschweren Berührung. Denn Russell verliert dadurch die Kontrolle über seinen Silberpfeil, sein linkes Vorderrad trifft auf das rechte Hinterrad von Zhou. Der Alfa Romeo hebt ab, landet auf dem Kopf und rutscht nahezu ungebremst in Richtung des Kiesbetts. Das mindert zwar die Geschwindigkeit, hebelt das Auto aber auch wieder in die Luft.

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Mehrfach überschlägt sich Zhou, fliegt dabei sogar über den Reifenstapel, sodass erst der Fangzaun den Boliden stoppt. All diese Szenen sind erst im Livebild zu sehen, nachdem Zhou vorsichtig aus dem Cockpit geborgen worden ist. Russell, dessen fahruntauglicher Mercedes auf dem Asphalt vor dem Kiesbett ausrollt, steigt umgehend aus und rennt in Richtung von Zhou, um sich von dessen Wohlergehen zu überzeugen. Als die erste offizielle Entwarnung nach außen dringt, ist die Erleichterung angesichts der dramatischen Bilder groß.

Die verbleibenden Piloten warten derweil in der Boxengasse auf Updates zu Zhou. Als diese nach und nach eintreffen und die schlimmsten Befürchtungen sich nicht bewahrheiten, bereiten sich die Teams auf den Neustart. Dieser erfolgt knapp eine Stunde nach dem Unfall in der ursprünglichen Startaufstellung. Nicht mehr dabei ist neben Zhou und Russell auch Alexander Albon, der im Williams in die Boxenmauer einschlägt und sich dabei augenscheinlich im Bereich der Hand oder des Unterarms verletzt und deshalb vorsichtshalber mit dem Hubschrauber in ein nahegelegenes Krankenhaus geflogen wird.

Quelle: ntv.de, tsi

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