Formel1

Hamilton im Exklusiv-Interview "Habe nie an Schumachers Rekord gedacht"

Der sechste WM-Titel in der Formel 1 ist Lewis Hamilton wohl nicht mehr zu nehmen. Zu groß ist sein Vorsprung. Ein Erfolg würde ihm dann noch fehlen, um den Rekord von Michael Schumacher einzustellen. Das aber war nie sein Antrieb, wie er im exklusiven Interview verrät.

Fünf Rennen stehen in dieser Formel-1-Saison noch an, die Entscheidung um den WM-Titel aber scheint bereits gefallen. Zu groß wirkt der Vorsprung von Mercedes-Pilot Lewis Hamilton auf seinen Stallrivalen Valtteri Bottas - satte 73 Punkte nämlich. Es wäre der bereits sechste Gesamtsieg des Briten. Ein Erfolg würde ihm dann noch fehlen, um den Rekord von Michael Schumacher einzustellen. "Daran habe ich wirklich nie gedacht. Es war immer so weit entfernt, zu glauben, dass ich sieben Mal Weltmeister werden kann", sagte Hamilton im exklusiven Interview von RTL und n-tv (mehr gibt's heute Abend ab 18 Uhr bei n-tv und ab 18.45 Uhr in RTL Aktuell). "Mein Traum ist nun der sechste Titel. Wenn ich den gewonnen habe, dann setze ich mir neue Ziele."

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Den Blick hat der 32-Jährige aber bereits darauf gerichtet. In Besprechungen mit seinem Team wird schon intensiv über das Auto für die kommende Saison gesprochen. "Wir diskutieren natürlich darüber, welchen Charakter der Wagen haben muss, damit wir im nächsten Jahr noch besser sind." Die Besessenheit ist sein Anspruch. "Ich versuche jedes Jahr, bei jedem Rennen anzugreifen und mir meine Position zu verdienen. Das ist meine Mentalität. Jedes Mal, wenn ich einen Titel gewonnen habe, fühle ich Dankbarkeit." Aber seine Gier ist nie gestillt. "Ich möchte dann immer auch den nächsten gewinnen." Er habe immer gedacht, "wenn ich eine oder drei Weltmeisterschaften gewinnen könnte, wäre das unglaublich." So wie Ayrton Senna, sein Lieblingsfahrer, dreifacher Weltmeister.

Und auch wenn er auf dem Weg zum sechsten Titel nicht mehr einzuholen zu sein scheint, hadert Hamilton aktuell mit der eigenen Perfomance und der neue Stärke der Ferraris von Sebastian Vettel und Charles Leclerc - trotz deren Krisenstimmung. "Ferrari hat schon immer ein gutes Gesamtpaket, aber jetzt haben sie was am Motor verändert und damit ist ihr Motor besser als alle anderen", sagt Hamilton. "Wir arbeiten hart, um herauszufinden, wie wir schneller werden können. Zuletzt war ich in der Qualifikation vier Zehntel langsamer, weil sie auf der Geraden sieben Zehntel schneller waren. Ich kann das Gaspedal nicht weiter durchtreten, wir müssen herausfinden, wie wir Zeit in den Kurven gewinnen, den Luftwiderstand reduzieren und mehr Power herausholen."

"Eine hoffentlich strahlende Zukunft"

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Doch die neue Stärke der Konkurrenz - neben Ferrari begeistern Hamilton auch die jungen Fahrer um Max Verstappen und Lando Norris - ist für Hamilton ein weiterer Ansporn: "Ich finde es großartig für den Sport, dass starke Fahrer nachkommen. Je mehr, desto besser. Denn je mehr starke Fahrer man als Gegner hat, umso besser fühlt es sich an, wenn man sie schlägt. Das ist nicht einfach, aber wenn man es schafft, dann ist es umso zufriedenstellender." Für mehr Spannung sollen auch Regeländerungen sorgen. Hamilton sagt: "Wir brauchen Autos, mit denen wir nah hinterherfahren können, dass es enge Zweikämpfe geben kann. Ich denke, daran wird gearbeitet. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass auch die Fahrer in die Änderungen miteinbezogen werden. Wenn man nie ein Formel-1-Auto gefahren ist, kann man die Einschränkungen gar nicht kennen. Wir geben ihnen die Einblicke, die fehlen und wir bekommen so hoffentlich eine strahlende Zukunft für unseren Sport."

Eine zweite Motorsportkarriere nach der Formel 1 schließt der Engländer übrigens aus. "Ich möchte nicht in einer anderen Klasse fahren. Ich habe großen Respekt vor den anderen Fahrern und Konkurrenten der anderen Kategorien und anderen Sportarten. Aber die Formel 1 ist die Spitze und alles andere wäre nur ein Schritt runter." Stattdessen soll es später in Richtung Mode gehen. "In diese Richtung werde ich gehen, wenn ich mit der Formel 1 aufhöre. Designen und mit einem Team Kleider entwerfen, das mache ich ja jetzt schon, doch in Zukunft möchte ich da noch mehr machen."

Am Wochenende fährt die Formel 1 in Japan. Das freien Trainings am Freitag finden um 3 und 7 Uhr unserer Zeit statt. Das Qualifying am Samstag beginnt um 8 Uhr, das Rennen am Sonntag um 7.10 Uhr.

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Quelle: n-tv.de, tno

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