Formel1

Souverän, auch wegen Drama Leclerc kurvt bei Verstappen-Pech zum Sieg

Leclerc sitzt im schnellsten Auto.

Leclerc sitzt im schnellsten Auto.

(Foto: AP)

Dieser Formel-1-Sieg ist überaus souverän: Der WM-Führende Charles Leclerc gewinnt den Großen Preis von Australien mit großem Abstand. Der Ferrari-Pilot fährt deutlich vor Sergio Perez im Red Bull über die Ziellinie. Dessen Teamkollege Max Verstappen kommt nicht an, auch Sebastian Vettel bleibt auf der Strecke.

One-Man-Show in Down Under: Charles Leclerc enteilt in Ferraris neuem Wunderauto dem glücklosen Weltmeister Max Verstappen im Titelkampf der Formel 1. Der Monegasse feierte beim ersten Großen Preis von Australien seit drei Jahren einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg und baute seine Führung in der Fahrer-WM dank des erneuten Ausfalls von Red-Bull-Star Verstappen massiv aus.

"Das war der erste Sieg, bei dem wir den Abstand wirklich kontrollieren konnten", sagte Leclerc, "das Auto war von der ersten bis zur letzten Runde hervorragend. Es ist auch sehr zuverlässig, genau da wollten wir immer hin. Nach den beiden schwierigen Jahren zaubert mir das ein Lächeln ins Gesicht."

Leclerc verwies im Albert Park von Melbourne Verstappens Teamkollegen Sergio Perez auf den zweiten Platz. Für den 24-jährigen Leclerc war es der insgesamt vierte Sieg und nach dem Auftakttriumph in Bahrain der zweite der Saison.

Verstappen schied in der 39. Runde mit einem Defekt aus, schon zum zweiten Mal blieb der Niederländer in der jungen Saison ohne Punkte. Leclerc hat nun bereits 46 Zähler Vorsprung auf den Titelverteidiger. "Zwei Ausfälle schon, das ist natürlich unglaublich, wieder viele Punkte verloren, wieder ein schlechter Sonntag", sagte Verstappen bei Sky. "Das ist nicht, wie es sein muss. Wenn man um die Meisterschaft kämpfen will, darf man keine Ausfälle haben. Die letzten zwei Jahre waren wir zuverlässig, aber jetzt ist es eine Katastrophe."

Schumacher wieder ohne Punkte

Sein zweites Podium der Karriere feierte Mercedes-Youngster George Russell auf Rang drei. Rekordchampion Lewis Hamilton rundete das gute Abschneiden der Silberpfeile als Vierter ab. Für Mercedes ist der Platz hinter Ferrari und Red Bull eigentlich der neue Anspruch nach Jahren der Dominanz. "Wir laufen nicht strahlend ins Fahrerlager. Wir haben so viele Probleme zu lösen", hatte Motorsportchef Toto Wolff vor dem Start gesagt.

Sebastian Vettel, der die ersten beiden Rennen wegen einer Coronainfektion verpasst hatte, gab bei seinem ersten Saisoneinsatz ein desolates Comeback. Der viermalige Weltmeister schlug in der 24. Runde in die Mauer ein und schied aus. Schon im dritten Training am Samstag hatte Vettel einen Unfall verursacht, am Freitag war er zudem von einem Motorschaden am Aston Martin ausgebremst worden.

Mick Schumacher fuhr ein solides Rennen, kam aber nicht über den 13. Platz hinaus. Die ersten Punkte der Formel-1-Karriere waren im bislang schwächsten Auftritt des erstarkten Haas-Rennstalls außer Reichweite. Am Ende landete Schumacher immerhin vor seinem Teamkollegen Kevin Magnussen.

Leclercs Sieg nur kurz in Gefahr

Leclerc hatte am Samstag mit einer herausragenden Schlussrunde für die erste Ferrari-Pole in Australien seit 2007 gesorgt. Startplatz eins verteidigte der Monegasse mühelos. Auch Verstappen büßte als Zweiter keinen Platz ein. Ein erneutes Rad-an-Rad-Duell zwischen Leclerc und Verstappen wie zuletzt in Saudi-Arabien entwickelte sich nicht. Mit freier Fahrt vergrößerte Leclerc den Vorsprung auf den Weltmeister mit jeder Runde, auch, weil sich Verstappen Fehler leistete. Die Hoffnung von Red Bull, mit höherem Top-Speed auf der Geraden gegenzuhalten, zerschlug sich.

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Brenzlig wurde es für Leclerc nur einmal: Am Ende der von Vettel verursachten Safety-Car-Phase attackierte Verstappen auf der Start-und-Zielgeraden. Leclerc hielt dagegen - und zog prompt wieder davon.

Leclerc verwaltete die Führung souverän, als Verstappens Widerstand am Material gänzlich zerbrach. "Ich rieche etwas Komisches", funkte Verstappen an die Box. Wenig später musste er das qualmende Auto abstellen. Ein Streckenposten eilte mit dem Feuerlöscher zu Hilfe, Verstappen war bedient.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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