Formel1

Formel-1-Lehren aus Spa Leclerc trauert, Vettel nicht konkurrenzfähig

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"Ich kann meinen ersten Sieg nicht wirklich genießen, aber ich werde ihn für immer in Erinnerung behalten": Charles Leclerc.

(Foto: imago images / Panoramic International)

Charles Leclerc denkt im Moment seines größten Triumphs in der Formel 1 an seinen toten Freund Anthoine Hubert. An einem enttäuschenden Sonntag für seinen Ferrari-Kollegen Sebastian Vettel kann er seinen Sieg ins Spa nicht genießen. Und der Rennsport diskutiert mal wieder über Sicherheit.

Charles Leclerc zeigte mit dem Finger in den Himmel: Im Moment seines größten Triumphs in der Formel 1 war er mit den Gedanken bei seinem Freund Anthoine Hubert. An einem weiteren enttäuschenden Rennsonntag für seinen Ferrari-Kollegen Sebastian Vettel, der nur Vierter wurde, konnte er seinen Sieg beim Großen Preis von Belgien nicht genießen. 24 Stunden nachdem Hubert im Rennen der Formel 2 verunglückt und gestorben war, nahm Leclerc seine erste Trophäe mit einem Trauerflor entgegen. Auf eine Champagnerdusche mit den Mercedespiloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas verzichtete Leclerc. Den Sieg widmete er Hubert. "Es ist sehr schwer. Ich kann meinen ersten Sieg nicht wirklich genießen, aber ich werde ihn für immer in Erinnerung behalten." Das gilt auch für Hubert, mit dessen Schriftzug Leclercs Ferrari geschmückt war.

Der Rennsport diskutiert über Sicherheit

Als Niki Lauda 1976 in seinem lichterloh brennenden Ferrari fast sein Leben verlor, war das Ende der berühmt-berüchtigten Nürburgring-Nordschleife besiegelt. Als der junge Franzose Anthoine Hubert am Samstag in der nicht minder berüchtigten Eau Rouge von Spa in den Trümmern seines Formel-2-Autos starb, wurden erste Rufe nach einer Entschärfung laut. Vor allem die Eau Rouge/Raidillon-Passage mit ihrer breiten asphaltierten Auslaufzone steht in der Kritik. Vielleicht fordert sie dem wilden Nachwuchs in seinen rasend schnellen Kisten ja wirklich zu viel ab. Der Motorsport wird jedenfalls wieder über das Thema Sicherheit diskutieren. An den Autos liegt es nicht, bei einem Frontalaufprall mit fast 300 km/h helfen halt auch Kohlefaser und Titan nicht mehr. Am Ende wird der Mensch im Cockpit immer der Unsicherheitsfaktor Nummer eins bleiben.

Leclerc verspricht viel

Der 21 Jahre alte Monegasse Leclerc hält alles, was sich die Experten und die Fans seit mehr als einem Jahr von ihm versprechen. "Prinz Charles" steht für die Zukunft der Formel 1 und wohl auch für die von Ferrari. Sein fahrerisches Können, seine Jugend, sein Selbstbewusstsein sind unwiderlegbare Argumente dafür, dass hier ein kommender Weltmeister unterwegs ist. So richtig freuen konnte sich Leclerc über seinen ersten Sieg in der Königsklasse des Motorsports aber wie erwähnt nicht. Der Unfalltod seines Freundes Anthoine Hubert im Formel-2-Rennen am Samstag hatte ihm sein Lachen geraubt.

Vettel wird gedemütigt

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Läuft nicht für ihn: Sebastian Vettel.

(Foto: dpa)

Man muss kein Prophet sein, um dem Mann, der im Red Bull vier Mal Weltmeister wurde, eine äußerst schwierige berufliche Zukunft bei Ferrari zu prophezeien. In Spa-Francorchamps beim Großen Preis von Belgien war Vettel nie wirklich konkurrenzfähig, die Teamorder seines Rennstalls, die ihn anwies, Leclerc vorbeizulassen, muss eine schmerzhafte Demütigung für den Deutschen gewesen sein. Vettel ist nicht mehr der Fahrer Nummer eins bei der Scuderia, in Spa war er nur noch der Wingman des elf Jahre jüngeren Leclerc. Es scheint längst nicht mehr völlig unmöglich, dass Vettel nach dieser Saison ganz aussteigt. Es wäre ein unwürdiges Ende einer großen Karriere, die er doch eigentlich mit einem WM-Titel in Rot krönen wollte.

Hamilton kann auch Achterbahn

Der Weltmeister und Titelverteidiger aus Großbritannien machte das Beste aus seinen Möglichkeiten, obwohl ihm die Highspeed-Achterbahn in den Ardennen einfach nicht so richtig liegt. Viermal ist Hamilton in Spa schon ausgeschieden, öfter als bei jedem anderen Rennen in der Formel 1. Dass er Leclerc in den letzten Runden fast noch abgefangen hätte, zeugt von Hamiltons fahrerischer Klasse, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Mercedes in Sachen Speed ein bisschen nachlegen muss.

Verstappen hat trotzdem gute Laune

Tja, Max, das war nix. Der Orange Army auf den Tribünen stockte der Atem, als ihr Held schon nach wenigen Hundert Metern in der Bande landete. Verstappen hatte den Start verpennt, sich mit Räikkönen gefetzt und war dann mit gebrochener Vorderradaufhängung abgeflogen. Er nahm es locker, das zeichnet ihn ja vor allem aus. Frei nach dem Motto "Shit happens" machte sich Verstappen gut gelaunt auf den Weg nach Monza.

Dialog des Wochenendes

"Max, wann gehörst du eigentlich nicht mehr zur jungen Fahrergeneration?" - "Wenn ich alt bin." - "Wann ist man denn alt?" - "Mit 30." Max Verstappen, 21 Jahre alt, im Gespräch mit einem niederländischen Journalisten.

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Quelle: n-tv.de, sgi/sid

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