Formel1

Ferrari-Piloten glänzen in Spa Leclerc und Vettel hängen Konkurrenz ab

Sebastian Vettel hofft beim Formel-1-Rennen im belgischen Spa so sehr auf seinen ersten Saisonsieg. Das Training aber macht deutlich: Er muss sich vor allem vor seinem eignen Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc weiter in Acht nehmen. Der WM-Führende Lewis Hamilton liegt dagegen noch zurück.

Sebastian Vettels Hoffnungen auf den ersten Formel-1-Sieg seit einem Jahr haben zum Auftakt des Großen Preises von Belgien einen ersten kleinen Dämpfer erhalten. Im Training musste sich der 32-Jährige in Spa-Francorchamps seinem Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc als Zweiter mit mehr als sechs Zehntelsekunden Rückstand geschlagen geben. Bei seiner schnellsten Runde auf dem Traditionskurs leistete sich der Vorjahressieger am Ende einen leichten Fahrfehler.

Aber immerhin hielt die Scuderia die Konkurrenz von Mercedes und Red Bull zunächst hinter sich. Allerdings: Der fünfmalige Weltmeister Lewis Hamilton hatte einen gebrauchten Tag erwischt. Zunächst stoppte ein defektes und später ausgetauschtes Gaspedal seine Fahrt, dann versagte die Telemetrie an seinem Auto ihren Dienst, und nachmittags kämpfte Hamilton unentwegt mit seinem Helm. "Das Visier schließt nicht richtig", beschwerte er sich: "Ich bekomme Staub und Dreck ins Gesicht." Ein kurzer Stopp an der Box schaffte Abhilfe, aber auch mit dem zweiten Helm kam Hamilton nicht zurecht: "Er hebt sich auf den Geraden an."

Entsprechend gab sich Vettel vor dem 13. von 21 Saisonläufen am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) lieber zurückhaltend. Zwar würde die anspruchsvolle Strecke mit ihren langen Geraden und schwierigen Kurvenpassagen "auf dem Papier" gut zum starken Ferrari-Motor passen, aber "wir können nicht davon sprechen, dass wir in der Favoritenrolle sind, denn wir haben zuletzt in Ungarn ziemlich klar verloren".

"Darf mir weiter keine Fehler leisten"

Vor der Sommerpause hatte Vettel beim achten Saisonsieg von Hamilton im Mercedes als Dritter keine Chance auf die Spitze gehabt. Das völlig andere Streckenlayout in Belgien sorgt nun für eine neue Ausgangsposition, das weiß auch Vettel. Er sagte: "Es liegt weiter sehr viel Arbeit vor uns, um hoffentlich die Lücke zu schließen, die momentan da ist." In der Gesamtwertung hat der Hesse als Vierter bereits 94 Zähler Rückstand auf Hamilton, der seinen sechsten WM-Titel perfekt machen könnte. "Ich darf mir weiter keine Fehler leisten, sonst läuft es ganz schnell anders. Aber ich bin sehr motiviert", sagte Hamilton.

Auch Valtteri Bottas und Max Verstappen liegen noch klar vor Vettel, der schon weiter in die Zukunft schaut. Für Ferrari sei es nun auch wichtig, die Entwicklung für die nächste Saison voranzutreiben. 2020 wird sich in Sachen Regularien nichts entscheidend ändern, anders als ein Jahr später, wenn die Regeln komplett neu geschrieben werden. Während Ferrari erst in der kommenden Woche beim Heimspiel in Monza mit einem neuen Motor an den Start gehen wird, macht Mercedes diesen Schritt bereits in Belgien.

Hülkenberg "weiß, dass es Interesse gibt"

An die Top-Zeiten der Ferrari kamen sie nicht heran, überzeugten aber bei den längeren Ausfahrten. Bottas steuerte seinen Silberpfeil auf Platz drei, Hamilton seinen teilweise defekten Wagen mit mehr als neun Zehntelsekunden Rückstand auf Rang vier. Dem Selbstvertrauen des Briten dürfte das nicht schaden, denn er weiß um seine Stärke. Hinter ihm liegt der bisher beste Saisonstart seiner Karriere, zudem ist er zu einer Steigerung nach der Sommerpause immer in der Lage. In den vergangenen zwei Jahren gewann er zum Start der zweiten Saisonhälfte jeweils vier von fünf Rennen.

Nico Hülkenberg startete mit Platz 13 in seine Abschiedstournee bei Renault. Genauso wie sein Teamkollege Daniel Ricciardo wird er unabhängig vom Ergebnis im Qualifying am Samstag in der Startaufstellung fünf Plätze nach hinten versetzt, weil Renault an den Autos die Antriebseinheit gewechselt hat. Der 32-jährige Hülkenberg muss das Werksteam Ende des Jahres verlassen und wird durch den Franzosen Esteban Ocon ersetzt. Der US-Rennstall Haas bestätigte bereits, sich um den Rheinländer zu bemühen. "Ich bin da sehr gelassen, weil ich weiß, dass es Interesse gibt. Aber es muss für mich auch passen", sagte Hülkenberg.

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Quelle: n-tv.de, ara/dpa/sid

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