Formel1

Sportlich und emotional Leclercs Rückkehr nach Spa wird so hart

imago0047866972h.jpg

Charles Leclerc hat ein hartes Rennwochenende vor sich.

(Foto: imago images/HochZwei)

Für Ferrari läuft die Formel-1-Saison 2020 sportlich mies, auch für den Ardennen-Grand-Prix in Spa erwartet niemand Besserung. Besonders für Charles Leclerc ist der Weg an die belgische Rennstrecke aber besonders schwer. Das hat vor allem emotionale Gründe.

Charles Leclerc kehrt mit gemischten Gefühlen an den Ort seines ersten Formel-1-Sieges vor einem Jahr zurück. Der Teamkollege von Sebastian Vettel macht sich zum einen sportlich wenig Hoffnung. "Es wird härter für uns", sagte er mit Blick auf die Leistung des aktuellen Ferrari-Motors auf der anspruchsvollen Ardennen-Achterbahn von Spa-Francorchamps.

Doch Leclerc beschäftigt vor allem auch noch der schreckliche Unfall in der Formel 2 vor einem Jahr, bei dem Anthoine Hubert aus Frankreich tödlich verletzt worden war - mit 22 Jahren. So alt wie Leclerc ist. "Wir haben dort unseren Freund Anthoine letztes Jahr verloren. Es wird schwer, auf diesen Kurs zurückzukehren", sagte der Monegasse Leclerc. Bei dem Horror-Crash war Hubert mit seinem Wagen ausgangs der berüchtigten Kurve Eau Rouge zunächst in die Streckenbegrenzung gekracht und anschließend zurück auf die Strecke geschleudert. Der Amerikaner Juan Manuel Correa konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen und fuhr mit voller Geschwindigkeit in das Auto von Hubert.

Leclerc hatte sich nur wenige Stunden nach dem Tod des Freundes seinen ersten Sieg in der Königsklasse des Motorsports gesichert - und anschließend bittere Tränen vergossen. "Es ist sehr schwer. Ich kann meinen ersten Sieg nicht wirklich genießen", sagte er nach dem Rennen. "Aber ich werde ihn für immer in Erinnerung behalten." Das gilt auch für Hubert, mit dessen Schriftzug Leclercs Ferrari geschmückt war.

Vettel beschwört Wetter

Vettel äußerte sich in der Vorschau des italienischen Traditionsteams nicht zu den Aussichten beim 998. Rennen von Ferrari. Der 33 Jahre alte gebürtige Heppenheimer gewann den Großen Preis von Belgien 2011 und 2013 im Red Bull, vor zwei Jahren im Ferrari. "Alle möglichen Faktoren können beeinflussen, wie es im Rennen läuft, das fängt beim Wetter an, das für gewöhnlich ziemlich wechselhaft ist", sagte Vettel.

Das Ferrari-Duo blieb in diesem Jahr bisher weit hinter den Erwartungen zurück. Der viermalige Weltmeister Vettel belegt mit 16 Punkten lediglich den elften Platz im Klassement, Leclerc ist Vierter mit 45 Punkten. Nach dem Rennen stehen für Vettel und Leclerc gleich zwei Ferrari-Heimrennen an, zuerst in Monza, danach in Mugello. Dort wird die Scuderia ihren 1000. Grand Prix bestreiten.

Als Topfavorit tritt auch in Belgien Lewis Hamilton an. Der 35 Jahre alte WM-Spitzenreiter von Mercedes gewann vier der bisherigen sechs Rennen der Corona-Notsaison. In der Gesamtwertung führt der sechsmalige Weltmeister aus Großbritannien mit 132 Punkten vor Max Verstappen im Red Bull, der Niederländer holte bisher 37 Zähler weniger als Hamilton. Dritter ist Hamiltons finnischer Teamkollege Valtteri Bottas, der bereits 43 Punkte Rückstand hat.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.