Formel1

Lauda kritisiert deutsche Fans Rosberg verteidigt Hamilton, aber ...

ed21becdf3ead04119ef24cc4885386e.jpg

Beliebter Fotopartner in der Heimat.

(Foto: REUTERS)

Nico Rosberg gibt sich versöhnlich. Der neue Formel-1-Weltmeister nimmt seinen Konkurrenten Lewis Hamilton gegen die öffentliche Kritik in Schutz. Von einem freundschaftlichen Verhältnis zum Rivalen im Mercedes-Rennstall sieht sich Rosberg aber weit entfernt.

Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg hat Verständnis für die umstrittene Renntaktik seines geschlagenen Mercedes-Rivalen Lewis Hamilton im Saisonfinale geäußert. "Ich finde es schade, dass das Thema so aufgebaut wird", sagte der 31-Jährige in seiner Geburtsstadt Wiesbaden, wo er von 500 Fans empfangen worden war. "Ich kann die Teamseite verstehen, wir fahren immer unter bestimmten Rahmenbedingungen. Gleichzeitig kann ich Lewis verstehen, wir sind Kämpfer im Auto, es geht um den WM-Titel. Ich kann verstehen, dass er auch mal übers Limit geht."

Der Engländer hatte beim letzten Saisonrennen in Abu Dhabi ihn in Führung liegend über viele Runden eingebremst, um Rosbergs Verfolgern Attacken zu ermöglichen und so doch noch selbst eine Chance auf den WM-Titel zu haben. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte dies deutlich kritisiert, die englische Presse spekulierte anschließend gar über eine Entlassung oder eine Sperre Hamiltons.

Eine Normalisierung der Beziehung zu seinem Teamkollegen hält Rosberg für kaum mehr möglich. "Es wird immer schwierig sein. Es wird fast unmöglich sein, eine gute Beziehung zu haben. Dazu ist die Rivalität zu groß." Ein grundsätzlicher Respekt für den anderen sei aber immer noch vorhanden. "Wir waren mit 13 beste Freunde. Das ist immer noch in mir drin. Und ich denke, bei Lewis auch. Das wird auch so bleiben", sagte Rosberg.

"Ein seltsames Verhältnis"

Unterdessen hat sich auch Niki Lauda mal wieder zu Wort gemeldet. Denn seiner Ansicht nach ist das Verhältnis deutscher Fans zu ihren Formel-1-Weltmeistern vor allem von kühler Wertschätzung geprägt. "All eure tollen deutschen Weltmeister haben irgendwie ein seltsames Verhältnis zur Bevölkerung. Sie werden nicht so umarmt und geküsst wie die Fußballer. Rennfahrer in Deutschland werden in erster Linie, um es höflich zu sagen, anerkannt wegen ihrer Leistungen", sagte der Teamaufsichtsrat von Mercedes dem "Stern" in einem Interview. "Aber es fehlt irgendwie diese menschliche Nähe, die Wärme."

Die Fahrer tragen nach Ansicht des 67-jährigen Lauda daran eine Mitschuld. Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel etwa sei "der Liebling der Fans - aber was bei dem wieder fehlt, ist die Offenheit. Der macht privat zu". Daher habe der Ferrari-Pilot "nur die halbe Anerkennung, weil man eben auch seine Familie sehen will." Rosberg steht nach Laudas Einschätzung "irgendwo dazwischen. Als Sohn von Keke Rosberg weiß man schon, wo er herkommt, und er ist zudem ein hochintelligenter und schneidiger Kerl. Aber eine Beziehung zum Volk zu finden, ist eben nicht so einfach".

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

Mehr zum Thema