Formel1

Formel 1 in der Halbzeitbilanz Russell steigt zur Sensation der Saison auf

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George Russell ist der große Aufsteiger der Saison.

(Foto: IMAGO/ZUMA Press)

Halbzeit in der Formel 1! Nach 11 von 22 Rennen ist es Zeit für ein Zwischenfazit. Welcher Fahrer hat sich welche Note verdient? Wie sieht das Zeugnis der Team-Wechsler George Russell, Valtteri Bottas und Co. aus? Reicht es für Max Verstappen und Charles Leclerc zur Bestnote?

Fernando Alonso (Alpine/29 Punkte) - Note 2,5: "Was wäre, wenn ...?" ist die Frage, die Alonso beschäftigt. Der Spanier hat gerade einen Lauf und fuhr sechs Mal in Folge in die Punkte. Dabei wurde er nicht selten durch die Technik, Taktik oder Fehler der Konkurrenz ausgebremst. Jüngstes Beispiel ist Spielberg, wo er unbemerkt einen zusätzlichen Stopp einlegte, weil ein Rad nicht korrekt befestigt war. Dass er trotzdem schon 29 Zähler hat, spricht für seine Klasse.

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Valtteri Bottas (Alfa Romeo/46 Punkte) - Note 2,0: In den letzten vier Rennen war ein wenig der Wurm drin, das überaus positive Gesamtbild der Bottas-Saison kann das aber nicht trüben. Gerade zu Beginn des Jahres war der Finne oft der dominierende Mann im Mittelfeld. Wie gut Bottas in diesem Jahr ist, zeigt am besten der Vergleich zu seinem Teamkollegen. Der Routinier hat fast zehn Mal so viele Punkte wie der Rookie geholt (46:5).

Esteban Ocon (Alpine/52 Punkte) - Note 2,5: Ocon steht aus nachvollziehbaren Gründen im Schatten von Fernando Alonso, dabei ist der Franzose nicht selten der bessere der beiden Alpine-Piloten. Seine Klasse zeigt Ocon vor allem an den Sonntagen, an denen er sich kaum Fehler leistet und das Maximum aus dem A522 herausholt. Es ist beinahe unfair, dass seine Leistungen nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Lando Norris (McLaren/64 Punkte) - Note 2,5: Unter den Strich ist es eine ziemlich gute Saison, die Norris in seinem McLaren hinlegt. Der junge Brite hat Teamkollege Daniel Ricciardo klar in die Schranken gewiesen und ist erster Verfolger der drei Spitzenteams. Sein Problem: Der Abstand zu Mercedes ist so groß, dass selbst der beste Fahrer kaum etwas ausrichten kann. Norris wirkt daher nicht selten frustriert, dabei kann er nichts dafür.

Lewis Hamilton (Mercedes/109 Punkte) - Note 3,5: Was für eine Wiederauferstehung vom siebenfachen Weltmeister! Kaum hat Mercedes das Bouncing-Problem im Griff, schon ist Hamilton (fast) der Alte. Drei Mal in Folge raste er zuletzt auf das Podest. Eine derartige Serie können sonst nur Max Verstappen, Charles Leclerc und Sergio Pérez vorweisen. Sollten die Silberpfeile den W13 weiter verbessern, muss man Hamilton auch wieder Siege künftig zutrauen.

George Russell (Mercedes/128 Punkte) - Note 1,0: Eine sensationelle Serie endete für Russell ausgerechnet beim Heim-Grand-Prix in Silverstone. Bis dahin war er der einzige Fahrer, der in allen Rennen in die Top 5 fuhr. Dabei machte dem Briten selbst der wild hüpfende Wagen keine Probleme. Das spricht für seine herausragenden Fähigkeiten. Für ihn gilt das Gleiche wie für Hamilton: Wenn die Silberpfeile die nächste Entwicklungsstufe zünden, könnte er schon bald ganz oben stehen.

Carlos Sainz (Ferrari/133 Punkte) - Note 3,0: Nachdem sich Sainz zu Beginn der Saison viele unnötige Fehler leistete, wurde der zweite Platz in Monaco für den Spanier zu einem echten Befreiungsschlag. In den vier Rennen danach überzeugte er auf ganzer Linie, hatte mit zwei technischen Defekten allerdings das Pech auf seiner Seite. An Leclercs Speed kommt er noch nicht ganz ran, den Rückstand auf seinen Teamkollegen hat er zuletzt aber spürbar verkürzt.

Sergio Pérez (Red Bull/151 Punkte) - Note 2,0: Zwei Rennen schmälern die Bilanz des Mexikaners in dieser Saison: Kanada und Österreich. In Montreal schied Pérez mit einem Defekt aus, in Spielberg zahlte er den Preis für ein fahrlässiges Überholmanöver in der ersten Runde. Das war nicht nur überflüssig, sondern kostete ihn womöglich auch Platz zwei in der Fahrerwertung - und die Chance, am Ende um die WM kämpfen zu dürfen.

Charles Leclerc (Ferrari/170 Punkte) - Note 1,0: Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: In zwei Rennen (Monaco, Silverstone) verhinderte Ferrari einen Sieg Leclercs, in zwei weiteren streikte die Technik (Barcelona, Baku). In Kanada gab es zudem eine Strafversetzung ans Ende des Feldes. Und trotzdem ist der Monegasse erster Verfolger von Max Verstappen. Viel mehr muss man über die Saison Leclercs nicht sagen.

Max Verstappen (Red Bull/208 Punkte) - Note 1,0: Es ist beeindruckend, wie sehr sich Max Verstappen von der Konkurrenz abhebt. Man hat das Gefühl, der WM-Titel hat den Niederländer noch mal auf ein neues Level gehievt. Zu seinem Speed und seiner Konsequenz kommt in diesem Jahr auch noch eine spürbare Ruhe und Abgeklärtheit. Statt mit der Brechstange fährt er mit dem Kopf. Das zeichnet große Champions aus. "Mad Max" ist auf dem Weg, einer von ihnen zu werden.

Quelle: ntv.de

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