Formel1

"Früher als Michael gespielt" Schumachers Geschenk berührt Hamilton

91 Siege feierte Michael Schumacher in der Formel 1, lange gilt dieser Rekord als uneinholbar. Auf dem Nürburgring stellte Lewis Hamilton die Bestmarke ein - und erhält aus den Händen von Mick Schumacher ein ganz besonderes Präsent als Zeichen der Anerkennung.

Der leuchtend rote Helm war das Markenzeichen von Michael Schumacher. Schließlich ist viel mehr kaum zu sehen, wenn so ein Rennfahrer in seinem Auto sitzt. Mit diesem leuchtend roten Helm beherrschte Schumacher in seiner Zeit bei Ferrari jahrelang die Formel 1, verzückte deutschland- und weltweit die Motorsport-Fans und beendete seine Karriere mit vermeintlich uneinholbaren Rekorden. Sieben WM-Titel, 91 Grand-Prix-Siege, das war so weit weg von allem, was es vorher gegeben hatte. So gut wie niemand mochte sich vorstellen, dass diese Bestmarken einmal gebrochen werden würden.

Ganz so weit ist es noch nicht, aber mit seinem überlegenen Sieg beim Großen Preis der Eifel zog Lewis Hamilton gleich mit Schumacher, stand zum 91. Mal ganz oben auf dem Podium. Und erhielt noch vor der Siegerehrung etwas, das den Briten trotz all seiner Routine sichtbar gerührt und ergriffen zurückließ: einen roten Helm von Michael Schumacher. Überreicht von dessen Sohn Mick, verbunden mit Glückwünschen "von uns allen", von der gesamten Familie.

"Ich hätte nie gedacht, dass jemand Michaels Rekorde bricht. Und nun bin ich es. Ich werde eine Weile brauchen, das zu realisieren", sagte der 35-Jährige, der vor sieben Jahren bei Mercedes die Nachfolge von Schumacher angetreten hatte: "Das ist unglaublich. Ich habe großen Respekt vor Michael."

Hamilton reckte den Helm wieder und wieder nach oben und nahm ihn auch mit zur Siegerehrung, zeigte ihn stolz den jubelnden Fans und wirkte noch immer etwas überwältigt davon, was ihm mit seiner Triumphfahrt auf dem Nürburgring gelungen war. "Für die Menschen ist es schwer zu verstehen, wie er diese 91 Siege holen konnte, und es wird vom ersten bis zum 91. nicht einfacher", sagte er über Schumacher und seine eigene Karriere.

Hamilton bewundert Schumacher

Eine Sensation ist die Einstellung des Rekordes zwar nicht, schließlich beherrschen Mercedes und Hamilton seit 2014 die Formel 1. Immer wieder wird als Grundstein des Erfolges die Entwicklungsarbeit genannt, die Schumacher nach seinem Comeback von 2010 bis 2012 leistete, bevor er seine Karriere endgültig beendete. Hamilton übernahm das Cockpit und hätte aber wohl in seinen kühnsten Träumen nicht daran gedacht, die Königsklasse auf eine Art und Weise zu dominieren, wie es einst der Kerpener getan hatte.

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"Es ist Wahnsinn, hier zu stehen", meinte Hamilton, nachdem er ausgerechnet auf einer der Heimatstrecken Schumachers seinen 91. Grand-Prix-Sieg eingefahren hatte. Schließlich, so erzählte der Brite, "erinnere ich mich noch daran, wie ich in Videospielen als Michael gefahren bin". Beim Überqueren der Ziellinie sei ihm noch gar nicht bewusst gewesen, dass er den Rekord eingestellt habe, und bis er das wirklich verarbeiten könne, werde es wohl noch etwas dauern: "Wenn man aufwächst, jemandem zuschaut und dessen Qualität als Fahrer Woche für Woche sieht... Er war einfach so dominant."

Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich beeindruckt von der Szene, vom Glückwunsch der Schumachers. Für ihn stehe Michael über allen, "er ist eine Ikone und Persönlichkeit", meinte der Österreicher, "diesen Rekord einzustellen, ist aber fast surreal". Und vielleicht gibt es bald schon das nächste Geschenk: Schließlich ist Hamilton nach seinem siebten Erfolg im elften Rennen die Meisterschaft in der Saison 2020 und somit der siebte WM-Titel kaum noch zu nehmen.

Quelle: ntv.de