Formel1

Ungleichheit bei Ferrari? Sebastian Vettel stellt alles infrage

Sebastian Vettel war einmal ein Fahrer, der sich mit Superstar Lewis Hamilton in der Formel 1 auf Augenhöhe duellierte. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Der Brite dominiert die Serie weiter nach Belieben, während Vettel ratlos von einem Debakel in das nächste rast.

Der geplatzte Reifen drohte ganz von der Felge zu rutschen, die Funken schlugen gefährlich in die Luft - und trotzdem steuerte Lewis Hamilton seinen schwer ramponierten Mercedes noch auf drei Rädern als Sieger über die Ziellinie. "Ich habe so was wie in der letzten Runde noch nie erlebt, mir ist fast das Herz stehengeblieben", sagte der Mercedes-Pilot nach seinem kuriosen Heimsieg in Silverstone. An einem Tag zum Vergessen für Sebastian Vettel machte der Formel-1-Dominator den nächsten Schritt zum siebten WM-Titel. So verrückt wie lange nicht gewann er vor Max Verstappen im Red Bull und Charles Leclerc im Ferrari. Vettel holte in seinem lahmenden Boliden als Zehnter noch einen Punkt - und war ratlos.

"Das war jetzt nicht das spaßigste Rennen. Ich habe alles probiert, was ich kann, auch was den Fahrstil angeht. Aber an diesem Wochenende fanden wir, das Auto und ich, nicht zusammen", analysierte der 33-Jährige bei RTL. "Ich habe mich schwergetan, habe meinen Fahrstil alle zwei, drei Runden geändert, aber letzten Endes habe ich sehr, sehr wenig Vertrauen ins Auto gehabt." Jedes Mal, wenn er probiert habe, einen Tick später zu bremsen und mehr Speed mit in die Kurve zu nehmen, habe er Mühe gehabt, das Auto auf der Strecke zu halten. In seinem letzten Jahr bei Ferrari hat Vettel schon früh keinerlei Chancen mehr auf seine fünfte Weltmeisterschaft und verkommt im trostlosen Mittelfeld völlig zum Statisten.

Wo holt Leclerc die Geschwindigkeit her?

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Dabei war er vor dem Start eigentlich großer Hoffnung auf ein gutes Rennen. "Aber dann habe ich mich von der ersten Runde an nicht wohlgefühlt", so Vettel. Entsprechend sei es auf der Strecke eher ein ständiges Retten gewesen als ein Attackieren. "So wie es im Moment ist, so geht es nicht weiter", befand er. "Es ist grundlegend etwas faul. Entweder bei mir oder mit dem Auto." Und was nun? "Wir können weiterarbeiten und versuchen, es nächste Woche besser zu machen", sagte Vettel. Am nächsten Wochenende geht es erneut nach Silverstone. Scuderia-Teamchef Mattia Binotto nahm seinen einstigen Vorzeige-Piloten derweil in Schutz: "Sebastian hatte dieses Wochenende Pech. Er hat am Freitag viel Test-Zeit auf der Strecke verloren. Er hat nie den richtigen Kompromiss für das Setup gefunden. Jetzt haben wir ein paar Tage Zeit, das zu verstehen und zu reagieren", sagte der Italiener bei RTL.

Ohne Podestplatz ist Vettel mit gerade zehn WM-Punkte enttäuschender 13. des Klassements, während sein Teamkollege Leclerc mit 33 Punkten und immer schon zwei Podien in dieser verkürzten Pandemie-Saison auf Gesamt-Rang fünf liegt. Diese Ungleichheit befeuert derweil erneut eine Diskussion nach der Unterstützung im Team. So fragte sich unter anderem Red-Bull-Sportchef Dr. Helmut Marko, zitiert im "Express": "Es ist uns ein Rätsel, wo Leclerc die Geschwindigkeit hergeholt hat. Er war schneller auf den Geraden als wir. Allerdings scheint das nur bei ihm der Fall gewesen zu sein, nicht bei Vettel."

Quelle: ntv.de, tno