Formel1

Motor-Einspritzung erschummelt? So soll Ferrari getrickst haben

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Hat Ferrari bei der Einspritzung im Motor getrickst? In den USA lief es jedenfalls nicht mehr für Vettel und Co.

(Foto: imago images/HochZwei)

Nach Wochen der Dominanz schmieren Sebastian Vettel und die Scuderia beim Formel-1-GP in den USA ab. Weil der Misserfolg nach einer technischen Direktive des Motorsport-Weltverbands erfolgt, gerät Ferrari in Erklärungsnot. Haben sich die Italiener zu mehr Leistung für ihren Motor geschwindelt?

Die Vorwürfe der Konkurrenz gegen Sebastian Vettels Ferrari-Rennstall wiegen schwer. Haben sich die Italiener in der Formel 1 lange Zeit durch einen Trick bei der Benzin-Einspritzung in den Motor einen entscheidenden Vorteil verschafft? Genau das legte zumindest Red-Bull-Pilot Max Verstappen nach dem Großen Preis der USA am Wochenende nahe und warf der Scuderia ganz offen Betrug vor.

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Verstappen attackierte den Rivalen aus Italien in einem Interview des niederländischen TV-Senders Ziggo und sagte: "Das bekommst du, wenn du aufhören musst zu schummeln." Was Verstappen meinte: Nach Wochen der Dominanz fehlte Ferrari in den USA plötzlich die Geschwindigkeit. Der starke Motor schien nicht mehr die Leistung erzeugen zu können wie zuvor.

Sechsmal nacheinander hatte das Vettel-Team zuvor die Pole Position geholt, in Austin stand Valtteri Bottas im Mercedes ganz vorne und gewann auch überlegen das Rennen. Während Vettel früh ausschied, hatte dessen Teamkollege Charles Leclerc große Probleme, mit den Silberpfeilen mitzuhalten. Pikant: Der Motorsport-Weltverband hatte die Teams in einer so genannten technischen Direktive darauf hingewiesen, dass bestimmte Methoden verboten sind, um Messungen am Motor zu verfälschen. Dem soll eine Anfrage ausgerechnet von Red Bull vorausgegangen sein. "Ich bin überhaupt nicht überrascht darüber", antwortete Verstappen auf einer Pressekonferenz auf die Frage nach Ferraris schlechter Perfomance beim GP in den USA und stellte den Zusammenhang her, dass es für die Scuderia nicht mehr laufen könnte, weil sie gezwungen wurden, etwas zu verändern.

So soll Ferrari geschummelt haben

Darum geht es konkret: Ferrari soll mit einem Trick angeblich mehr Leistung aus dem eigenen Motor geholt haben. Das soll durch einen erhöhten Benzinfluss zum Motor möglich gewesen sein, der aber als solcher nicht durch das entsprechende Messgerät erkannt werden konnte. Es ist eine höchst komplexe technische Angelegenheit, die nun für viel Zündstoff unter den Rennställen sorgt.

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Dass Verstappen Ferrari ganz öffentlich angriff, veranlasste Leclerc wiederum selbst zu einem kleinen Wutausbruch bei einem Medientermin. "Das ist ein Witz. Er hat keine Ahnung, denn er ist nicht bei uns im Team", sagte der zweimalige Saisonsieger aus Monaco: "Wir wissen, was wir tun. Ich weiß nicht, warum er so etwas sagt, er weiß gar nichts." Während Vettel im texanischen Austin schwieg, verteidigte Teamchef Mattia Binotto den angeblich unschuldigen Traditionsrennstall. "Diese Kommentare sind völlig falsch, sie sind nicht gut für den Sport, und jeder sollte etwas vorsichtiger sein", sagte Binotto, der ein Fehlverhalten seines Teams bestritt und "sehr enttäuscht" über die Anschuldigungen war.

"Höchstgeschwindigkeit anders als bei letzten Rennen"

Im Fahrerlager fiel aber auf, dass die Ferrari-Wagen im Gegensatz zu den Vorwochen auf den Geraden langsamer unterwegs waren. "Wir haben uns die Daten angesehen. Ihre Höchstgeschwindigkeit sieht ganz anders aus als bei den letzten Rennen", sagte auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Woran das wirklich liege, könne er aber nicht konkret sagen und wollte sich an Schummel-Vorwürfen nicht beteiligen.

Aktuell steht Aussage gegen Aussage, ein Verstoß gegen das Regelwerk konnte bislang nicht festgestellt werden. Bei den letzten beiden Saisonrennen in knapp zwei Wochen in Brasilien und Ende des Monats in Abu Dhabi dürfte sich auf der Strecke aber schnell zeigen, ob Vettel und Leclerc wieder zu alter Stärke finden - oder vielleicht doch etwas mehr hinter den Anschuldigungen steckt.

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Quelle: n-tv.de, dbe/dpa

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