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Im nächsten Jahr fahren sie dann wieder im Kreis: Weltmeister Lewis Hamilton und sein Rivale Sebastian Vettel.
Im nächsten Jahr fahren sie dann wieder im Kreis: Weltmeister Lewis Hamilton und sein Rivale Sebastian Vettel.(Foto: imago/Action Plus)
Montag, 27. November 2017

Formel-1-Lehren aus Abu Dhabi: Vettel streckt sich, Bottas bedrängt Hamilton

Nach dem Sieg von Valtteri Bottas in seinem Mercedes beim Saisonfinale von Abu Dhabi verabschiedet sich die Formel 1 in eine vier Monate währende Rennpause - bevor dann die nächste Saison beginnt. Lewis Hamilton ist Weltmeister, der deutsche Ferrari-Pilot Sebastian Vettel landet am Ende auf Platz zwei. Was bleibt vom Schlussakt?

Für Ferrari wird's hart: Eigentlich wollte sich Vettel im letzten Rennen der Saison etwas Rückenwind für das kommende Jahr holen. Stattdessen musste der Deutsche erkennen, wie schwer es wohl auch 2018 für ihn und seinen Rennstall wird, zumindest auf Augenhöhe mit Mercedes zu fahren. "Wir haben viel Arbeit vor uns", sagte der 30 Jahre alte Rennfahrer, der sich in Abu Dhabi als Dritter über weite Strecken des letzten WM-Laufs wie "im Niemandsland" fühlte. In diesem Jahr schien der Titel bis in den Herbst greifbar nahe. Jetzt darf er sich immerhin Vize-Weltmeister nennen - und muss demnächst wieder bei Null anfangen. Alle anderen allerdings auch.

Bottas will mehr: Selbst nach seinem Finalerfolg bezeichnete der 28 Jahre alte Finne Bottas sein erstes Jahr bei Mercedes als "enttäuschend". Drei Siege reichten am Ende nur zu WM-Platz drei hinter seinem Teamkollegen Lewis Hamilton und Vettel. Vor allem nach der Sommerpause musste Bottas einige bittere Lektionen lernen, während Hamilton in Hochform zum insgesamt vierten WM-Triumph raste. Der Sieg nun am Sonntag im direkten Duell mit dem Briten in Abu Dhabi fühlte sich daher umso süßer an. "Das gibt mir Selbstvertrauen für das kommende Jahr." Bleibt die Frage, wie sein Arbeitgeber auf diese Ambitionen reagiert.

Auf Hülkenberg ist Verlass: Nach seinem Wechsel zu Renault hat Nico Hülkenberg, das lässt sich ohne Umschweife sagen, die Erwartungen der Franzosen erfüllt. Mit dem sechsten Platz in Abu Dhabi brachte der Deutsche sein Team immerhin noch auf Rang sechs der Teamwertung, der mit gut sieben Millionen Euro mehr aus dem Vermarktungstopf vergütet wird. "Dafür bin ich doch da", sagte Hülkenberg bescheiden. Nun hofft der 30-Jährige auf einen nachhaltigen Aufschwung beim Werksteam. "Das zeigt, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen und bereitet mir Vorfreude aufs nächste Jahr."

Massa ist dann mal weg: Ein paar wilde Dreher noch, das Auto einfach gegen die Fahrtrichtung auf der Zielgeraden geparkt - so endete die lange Formel-1-Karriere von Felipe Massa. "Es war ein großer Spaß, hier 16 Jahre dabei zu sein. Ich werde viele Dinge vermissen", sagte der Brasilianer nach dem letzten seiner insgesamt 269 Grand Prix. Bei Ferrari lernte er einst von Michael Schumacher, war 2008 für ein paar Sekunden sogar Weltmeister. "Ich hatte viel Glück, so etwas erleben zu dürfen", sagte Massa, ehe er in die Nacht von Abu Dhabi verschwand.

Quelle: n-tv.de